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Vier Jahrhunderte in vier Räumen

Ausstellung in Hennigsdorf Vier Jahrhunderte in vier Räumen

Eine Dauerausstellung über die Hennigsdorfer Geschichte seit dem 18. Jahrhundert gibt es ab dem 10. Juni im Alten Rathaus zu sehen. In vier Räumen geht es um das dörfliche Leben in der vorindustriellen Zeit, die Phase des Nationalsozialismus, die DDR-Zeit und den großen Umbruch nach der politischen Wende.

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Bürgermeister Andreas Schulz an einem Schreibtisch aus dem Alten Rathaus aus den 1930er-Jahren.

Quelle: Foto: Paetzel

Hennigsdorf. Das Heck eines Trabants steckt in der Wand, hier im vierten und letzten Raum der neuen Dauerausstellung. Das Pappmaché-Auto ist himmelblau. „Trabis in der Farbe fuhren ja lange auf Hennigsdorfs Straßen rum, das spiegelt das Lebensgefühl dieser Zeit wider“, sagt Monika Tansina, Fachdienstleiterin Kultur im Rathaus. Die Ausstellung „Dorfidyll, Industriestadt, Lebensort“ im Alten Rathaus ist chronologisch aufgebaut, die vier Räume zeigen mit Schautafeln, Exponaten, Dias, Filmen und Tonaufnahmen vier Jahrhunderte Hennigsdorfer Stadtgeschichte. Am Freitag, 10. Juni, soll die Ausstellung eröffnet werden. Rund 80 000 Euro hat sie gekostet.

Das Highlight im ersten Raum ist ein nachgebautes Kossätenhaus, eine Tagelöhner-Kate mit Strohdach, wie sie seit Mitte des 19. Jahrhunderts noch bis 1975 an einem alten Havelarm stand. „Hennigsdorf war damals ein Kossätendorf, das wollen wir zeigen“, erklärt Anke Kaprol-Gebhardt, Mitarbeiterin des Stadtarchivs. Ein paar Meter weiter gibt es eine interaktive Tafel, auf der die Besucher auf einer Stadtkarte um 1900 durch die Geschichte von historischen Plätzen und Häusern stöbern können. „Damit kann man ja Stunden verbringen“, sagte Hennigsdorfs Bürgermeister Andreas Schulz, der die Touchscreen-Karte gestern gleich mal testete.

Im nächsten Raum wird die Geschichte der Stadt zur Zeit des Nationalsozialismus thematisiert, inklusive Litfaßsäule mit alten NS-Wahlplakaten oder der Geschichte des KZ Meißnershof, einer ehemaligen Fahrschule bei Hohenschöpping. Im Keller folterte die SA etwa 60 politische Gefangene, einige verloren auch ihr Leben.

Der vierte Raum beschäftigt sich mit der DDR-Zeit, samt Trabi-Heck, Fernsehtruhe und S-Bahn-Sitzen aus Holz. Im Flur wird schließlich in Schautafeln die Zeit nach der Wende behandelt, inklusive Eingemeindung des Ortsteils Stolpe-Süd am 1. Mai 1998.

Eine solche Ausstellung gab es ab 1999 zehn Jahre lang, seit 2011 legten sie Mitarbeiter des Stadtarchivs sowie Mitglieder von Stahlwerker-Traditionsverein, Bombardier-Historikerteam oder Geschichtsverein neu auf. Es gibt weniger Texte und mehr multimediale Inhalte, zudem werden politische Themen wie der Marsch am 17. Juni 1953 behandelt. Die Ausstellung, die die nächsten Jahre offen ist, wird kostenlos sein. Eine Spendendose wird es aber geben.

Von Marco Paetzel

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