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Oberhavel Vier Jahrzehnte Chefin
Lokales Oberhavel Vier Jahrzehnte Chefin
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02:15 13.08.2015
Eine Torte mit einer großen „40“ drauf erhielt Marina Liese gestern und dazu so manches Präsent der Gäste. Quelle: Stefan Blumberg
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Grieben

Die Kinnlade fiel ihr gestern herunter, als sie den gedeckten Tisch sah. „Ich hatte es ganz vergessen“, sagt Marina Liese. Vergessen, dass sie seit 40 Jahren Leiterin einer Kindertagesstätte ist. „Das ist wirklich so“, verteidigt sie sich, „weil in den letzten Tagen durch die Bauarbeiten in der Kita viel Trubel war.“ Am Vormittag ließen es sich Kinder, Erzieherinnen, Bürgermeister Bernd-Christian Schneck und Hauptamtsleiter Roland Grüber nicht nehmen, ihr ein kleines Programm zu bringen oder zu gratulieren. „Weil heute dein Jubiläum ist ...“ hieß das etwas umgedichtete Lied der Mädchen und Jungen.

Marina Liese sprüht noch immer vor Freude an der Arbeit. „Ich glaube, ich nerve meine Kollegen oft damit, wenn mir wieder was Neues eingefallen ist und ich das gerne umsetzen möchte“, sagt die 59-Jährige, die das alles zum Wohl der Kinder macht. „Es ist toll, für sie da zu sein, zu sehen, wie sie sich entwickeln, wie ihre Augen leuchten, wie sie einem am Rockzipfel hängen und ’Tante Liese’ sagen.“

Die Menzerin tauschte als 19-Jährige die Schulbank mit dem Chefsessel. Nach der zweijährigen Ausbildung in Luckenwalde übernahm sie die Leitung der Einrichtung in Großmutz. Sie wohnte einige Zeit in Linde und fuhr mit dem Rad zur Arbeit. Auch in Großmutz hatte sie eine Wohnung, ehe sie 1989 nach Grieben zog und drei Jahre später die Leitung der dortigen Kita übernahm. „Der Wechsel fiel mir schwer, aber mit einer Flasche Rotwein wurde ich überzeugt“, sagt sie schmunzelnd. In Grieben hatte sie auch ihre drei Kinder Judit, Verena und Robert unter ihren Fittichen. „Ich glaube, ich war für sie eine harte Erzieherin“, sagt die Jubilarin, die aber ein sehr gutes Verhältnis zu ihren Kindern hat (und Enkel Tim) – zu denen aus der Kita sowieso. Das Familiäre schätzt Marina Liese an der Griebener Einrichtung, es gebe eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Kolleginnen, Eltern und Großeltern. Die Kita bringe sich ins Dorfleben ein. Auch wenn die Witwe 2000 wieder zurück nach Menz gezogen ist, hängt ihr Herz an der Kita in Grieben. Dort würden mittlerweile Kinder betreut, deren Eltern schon durch die Hände von Marina Liese gingen. Roland Grüber sagte: „Wenn die Kita ’Regenbogen’ heißt, braucht man auch eine Sonne. Und das ist Frau Liese.“ Bis zum Rentenalter würde sie gern weiter arbeiten, „aber nur, wenn ich nicht ’tuttelig’ werde.“

Von Stefan Blumberg

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