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Vier Jungs mit geschickten Händen

Liebenwalde Vier Jungs mit geschickten Händen

Patrick, Tom, Steven und David lernen in Liebenwalde das Tischlerhandwerk und beweisen dabei viel Geschick und Eifer. Es macht Spaß, wenn die jungen Azubis durch den Betrieb führen und ihre Arbeit erklären. Schon im ersten Lehrjahr haben sie ne Menge drauf.

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Patrick König, Tom Lüben, Steven Keil (v. l.) sind im ersten Lehrjahr. David Wolkovitz (r.) ist bereits im zweiten Ausbildungsjahr bei der Firma Giese.
 

Quelle: Fotos: Robert Roeske

Liebenwalde.  Es ist das erste Mal, dass Oliver Giese nicht nur einen Lehrling ausbildet. Aber vier Jungs gleichzeitig das Tischlerhandwerk beizubringen, hat er trotzdem nicht bereut. „Wenn es möglich ist, will ich alle behalten“, sagt Giese. Die Jungs sind topp.

Patrick, Tom und Steven ziehen gerade ihre Grundausbildung durch, an ihrer Seite ist immer ein Geselle. Die 17-Jährigen rotieren durch den ganzen Betrieb mit allen Abteilungen.

David ist schon 28 Jahre alt und bereits im zweiten Lehrjahr. Er hat eine ziemliche Odyssee hinter sich, bis er in Liebenwalde ankam. David stammt aus Israel, wo er sein Abitur machte. Dann verschlug es ihn zwei Jahre lang nach Australien. Mehr oder weniger die Liebe hat ihn nach Liebenwalde geführt. Davids große Leidenschaft ist eigentlich das Malen. In der Fensterbauhalle von Oliver Giese hat er gleich mehrere Wandbilder zu dessen 50. Geburtstag gemalt. Aber für die Zukunft möchte er eben sein Brot nicht nur als Künstler verdienen, sondern etwas Handfestes lernen. „Das Tischlern hier ist genau das Richtige zwischen ganz feiner und praktischer Arbeit“, sagt er. Die Ausbildung sei schon schwer, und auch Schwierigkeiten müssten sein. „Aber ich lerne so viel hier.“ Das kann man wohl sagen.

David hat den Durchblick, er weiß genau wie alles zusammenpasst

David hat den Durchblick, er weiß genau wie alles zusammenpasst.

Quelle: Robert Roeske

 David steht vor einer Palette, auf dem sich Holzleisten, Rahmenteile und Latten stapeln. Er weiß trotzdem ganz genau, wie er das Fenster jetzt zusammensetzen müsste. Und viel Zeit hätte er im Ernstfall nicht zum Korrigieren. „Der Leim ist so stark, nach 30 Minuten bekommt man nichts mehr auseinander.“ Momentan ist David im Werk 1 in der Zehdenicker Straße eingesetzt. „Dort schneiden wir das Holz zu, es wird gehobelt und bekommt Profil.“ Wenn David so mit dem Holz hantiert, „dann denkt man immer, das war mal ein Baum“, sagt er. „Ich verstehe jetzt vieles besser.“ Was er nach der Ausbildung tun will, weiß er heute noch nicht genau. „Aber ich nehme ganz viel mit von hier“, sagt er. „Jedes Detail habe ich hier gelernt, und immer wieder was Neues.“

Patrick verpasst dem Kirchenfenster den letzten Schliff

Patrick verpasst dem Kirchenfenster den letzten Schliff.

Quelle: Robert Roeske

Auch Patrick, der gerade im Fensterbau eingesetzt ist, macht seine Lehre gern. „Das Holz wird erst gewässert, damit die Fasern hoch stehen“, erzählt er fachmännisch. Erst dann wird geschliffen. Bei dem Kirchenfenster, das historisch nachgebaut wurde, „müssen viele Fugen zugespachtelt werden. Dann wird vorsichtig geschliffen“. Gerade bei dieser Arbeit sind Feingefühl und Geduld gefragt. „Ja, das dauert schon lange, bis es fertig ist.“ Patrick wohnt in Neuholland. Als er in der Firma ein zweiwöchiges Praktikum gemacht hat, stand sein Berufswunsch fest. „Danach habe ich mich sofort beworben.“ Und voller Überzeugung sagt Patrick. „Jeder Tag macht mir Spaß hier.“

Tom arbeitet am liebsten mit Farbe. Perfekt erklärt er die Flutanlage, in der die Fensterrahmen ihre Grundierung bekommen. „Die Rahmen fahren mit zwei Km/h hier durch, und dann noch hoch und runter, das sieht perfekt aus danach“, sagt Tom. „Der erste Lack wird mit der Pistole aufgespritzt, da braucht man viel Übung“, erklärt er und hat schon seine Maske übergezogen. Tom hat offenbar ein Händchen fürs Lackieren. „Ja, mir gefällt’s hier gut“, meint der 17-Jährige, der in Nassenheide zu Hause ist. „Und wir unternehmen ja auch in der Freizeit was zusammen, wir haben uns richtig angefreundet“, erzählt Tom.

Steven hat sich schon als Kind für Holz interessiert

Steven hat sich schon als Kind für Holz interessiert.

Quelle: Robert Roeske

„Steven hat gerade seine erste Küche aufgebaut“, erzählt Oliver Giese. Und das ganz alleine, nur mit dem Gesellen im Hintergrund. „Das hat er richtig gut gemacht“, sagt der Chef. Für das Arbeiten mit Holz hat sich Steven schon als kleiner Junge interessiert. Sein Opa hat ihn draufgebracht. Bei ihm hat er sich schon mal ausprobiert. „Mein Uropa, der hatte sogar eine eigene Tischlerei“, sagt Steven. Der 17-Jährige kommt aus Hammer. Und obwohl die dreijährige Ausbildung noch lange nicht vorbei ist, sagt er jetzt schon: „Ich werd bestimmt dabei bleiben.“

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Patrick, Tom, Steven und David lernen in Liebenwalde das Tischlerhandwerk.

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Über ihren Chef sind sich die vier übrigens einig. Der sei ein guter Ausbilder.

Ab August könnte Oliver Giese noch einen Lehrplatz anbieten. Und nachdem er mit seinen jetzigen Azubis so gute Erfahrungen gemacht hat, wird er das auch tun. Obwohl Oliver Giese nicht verschweigen will: „Tischlern ist eine schwere Arbeit, deshalb heißt es ja auch Handwerk.“

Von Andrea Kathert

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