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Oberhavel Vierhändig am Flügel
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00:19 03.04.2018
Marie und Tobias Dahlke proben oft in der Kreismusikschule. Die Mühe hat sich gelohnt, die beiden fahren zum Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“.
Schmachtenhagen

Für Tobias war der Eurovision Song Contest 2009 der Anstoß. Als damals der Norweger Alexander Rybak mit seiner Geige gewann, sagte sich Tobias: „Das will ich auch mal machen.“ Einfach so. Ein Jahr verging, bis er einen Platz an der Kreismusikschule Oberhavel bekam. Und die Geige wurde die Leidenschaft des 14-Jährigen. Manchmal setzte sich Tobias auch ans Klavier, eher so nebenbei. Zu seinen großen Fans gehörte Marie, seine drei Jahre jüngere Schwester. „Ich hab ihm immer zugeschaut“, erzählt die Elfjährige. Und vor fünf Jahren nahm sie selbst Geigenunterricht.

„Geige zu spielen ist schon sehr anspruchsvoll“, sagt Tobias. Es ist schwer, jeden Ton richtig zu treffen. Auf dem Klavier sei das anders, da stimmt jeder Ton. Irgendwann wurden die beiden gefragt, ob sie nicht mal ausprobieren wollten, gemeinsam am Flügel zu sitzen. Seither sind die Tage der Geschwister noch ausgefüllter. Tobias schwingt sich morgens kurz vor sieben Uhr auf sein Fahrrad, düst zum Runge-Gymnasium in Oranienburg. Und nach dem Unterricht geht’s zur Musikschule oder zur Orchesterprobe. Zu Hause wird weiter geübt, eine Stunde Geige, zwei Stunden Klavier – jeden Tag. Tobias sieht nicht so aus, als würde ihn das stören. Ganz im Gegenteil. Genauso möchte er es haben.

Die Nachmittage von Marie scheinen noch vollgepackter. Klavierunterricht, Orchesterprobe, Ballettstunden, Geigenunterricht und gemeinsame Proben mit dem Bruder. „Den Kindern macht’s Spaß, die machen das alles freiwillig“, zuckt Vater Dahlke nur mit den Schultern. Seine Frau und er unterstützen die beiden natürlich, fahren sie zu den Proben und begleiten sie zu den Wettbewerben, von denen sie inzwischen schon viele erfolgreich hinter sich haben. Aber am liebsten mögen die beiden die Weihnachtskonzerte im LHG.

Jetzt in den Osterferien besuchen Marie und Tobias die Musikakademie in Österreich, wo Kinder aus Europa, aus Peking und Hongkong von Professoren unterrichtet werden. „Das ist noch mal was ganz anderes“, sagt Tobias. Er war im Sommer schon einmal dort. Ohne das viele Üben, könnten die Geschwister nicht mithalten. Die Konkurrenz aus Osteuropa und Asien ist enorm. Von dort kommen die Kinder mit ihren eigenen Klavierlehrern.

In ihrem vierhändigen Klavierspiel sind die beiden schnell vorangekommen. „Wir sind schon gut eingespielt“, findet Tobias. Manchmal landen sie zwar noch beide gleichzeitig auf der selben Taste, aber selten. „Ich finde es so schöner, als allein am Klavier“, ist sich Marie sicher. Vor großen Auftritten sind die Geschwister nervös. „Ich bekomme schwitzige Hände“, erzählt Tobias. „Und ich Bauchgrummeln“, sagt Marie.

Es ist noch nicht lange her, da durften sie Daniel Barenboim bei einem Konzert sehen, saßen nur wenige Meter von ihm entfernt, als der einen Wutausbruch bekam, weil die Noten nicht schnell genug umgeblättert wurden. „Das kann uns nicht passieren“, kichert Marie. „Wir spielen alles auswenig.“ Als sie sich an den Flügel setzen, vollzieht sich ein Wandel. Ihre Haltung wird kerzengrade, mit höchster Konzentration legen sie die Finger auf die Tasten, schauen sich kurz an und ein Feuerwerk beginnt: Ravels Laideronnette. Es ist eines von drei Stücken, mit dem sie beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ den ersten Platz belegt und sich damit für den Bundeswettbewerb qualifiziert haben. Pfingsten fahren die beiden nach Lübeck. Voller Erwartungen. „Wir freuen uns darauf“, strahlen Marie und Tobias.

Von Andrea Kathert

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