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Oberhavel Frischobst von der Gartentheke
Lokales Oberhavel Frischobst von der Gartentheke
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09:00 22.08.2015
Oliver Borchert und Hündin Eisbär vor dem Sommerwagen in Großwoltersdorf. Quelle: Cindy Lüderitz
Gransee

Der Weg zum Kompost ist länger als der vor die Haustür. Das ist ein Grund dafür, warum Peter Heyer und seine Frau das Fallobst lieber vor das Gartentor tragen und es auf die blaue Bank mit dem improvisierten Sonnenschutz legen. Neben die Schälchen haben sie eine Klingelbüchse gestellt. Wer möchte, kann sich nehmen und dafür einen Obolus geben. So läuft das mit dem Obst und Gemüse, mit den Kräutern und den Blumen, die Heyers selbst gezogen und übrig haben. „Das ist doch besser, als es vergammeln zu lassen“, sagt Peter Heye.

Peter Heyer will seine Erzeugnisse nicht vergammeln lassen. Quelle: Cindy Lüderitz

In der Zernikower Dorfstraße sind sie nicht die Einzigen, die auf diese Weise ihre überschüssige Ernte unter die Leute bringen. Zwei Häuser weiter leuchten kleine Berge roter Mirabellen und gelber Bohnen, ordentlich sortiert in Schälchen und Körbchen. Schräg gegenüber biegen sich unter dem Pflanzenangebot des Hausherren sonst die Tischhölzer – heute ist geschlossen. Die private Obst- und Gemüsetheke war vor Jahren noch eine Ausnahme. Inzwischen gibt es in vielen Dörfern Gartenfrüchte zum Mitnehmen. „Wir können das alles nicht verbrauchen“, sagt Peter Heyer. Freunde, die in Zernikow zu Besuch sind, bekämen immer ein Beutel Proviant mit, der Rest geht an Passanten.

Oliver Borchert hat sich mit seinem Stand viel Mühe gegeben. Ein grünes Schirmchen schützt die Waren, ein riesiger Oleander und Sonnenblumen lassen die Auslage an der Großwoltersdorfer Ortsdurchfahrt schon von weitem leuchten. Auf einem alten Wagen hat Borchert seine Bienen-Ware drapiert: Honig, Met und Likör. Die Mirabellen sind schon aus. Der Nachschub muss noch gepflückt werden. Peter Erstling hat den Gabentisch von der Straße aus schon am Vortag bewundert. Diesmal hat er angehalten, um Honig zu kaufen. „Da weißt du, was du bekommst“, sagt er.

Renate Janek verkauft drei Kilo Äpfel für einen Euro. Quelle: Cindy Lüderitz

Familie Scholz macht in Kürbis, Gurken und Tomaten. „Alles gut geraten dieses Jahr“, sagt Gärtnerin Ilona Scholz. Die Tomatensträucher hängen voll: „Warum verkommen lassen, wenn es anderen Leuten schmeckt.“ Genauso denkt Renate Janek: „Wir können gar nicht alles verbrauchen. Der Garten ist groß. Was nach dem Einwecken übrig bleibt, kommt vor die Tür“, so die Mildenbergerin. Der Apfel, den sie reichlich hat, sei ein Wildaufschlag. „Wir nennen ihn Morgenduft, weil er so schön duftet.“ Drei Kilo Falläpfel kosten einen Euro. Seit drei Jahren verteilt Renate Janek Vitamine an die „Laufkundschaft“. Im Herbst auch Walnüsse. Vor allem Berliner, sagt sie, halten an. Und die meisten zahlen auch ein paar Euro. Hans-Günther Scholz musste nur einmal mit dem Wagen hinterher fahren, weil einer gleich drei Blumen-Sträuße vom Tisch griff, ohne einen Groschen dazulassen. „Das fand ich dreist“, sagt er. Ein Dorf weiter konnte er den Filou stellen, der dann auch anstandslos bezahlte. Die Kasse wird abends kontrolliert. „Wenn ich weiß, was ich morgens raus stelle, weiß ich auch, was abends drin liegen müsste“, so Scholz.

Von Cindy Lüderitz

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