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Volkssolidarität in Flatow vor dem Aus

Streit um Beitragserhöhung Volkssolidarität in Flatow vor dem Aus

Es geht um 3 Euro. In Zukunft kostet der Beitrag für die Mitgliedschaft in der Flatower Volkssolidarität 3 statt 2 Euro. Hinzu kommt, dass sich immer weniger Mitglieder an den Feiern beteiligen. Die Konsequenz: Der Vorstand der Volkssolidarität in Flatow ist komplett zurückgetreten.

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Es geht um 3 Euro im Monat.

Quelle: Robert Tiesler

Flatow. Die Volkssolidarität in Flatow steht vor dem Aus. Wie jetzt bekannt wurde, ist der komplette Vorstand zurückgetreten. Viele Mitglieder wollen ihre Beiträge nicht zahlen und würden damit demnächst automatisch aus dem Verein austreten.

Die bisherige Vorsitzende Ilona Musehold nennt dafür drei Gründe. Die Mitgliederbeiträge sollen um 50 Prozent ansteigen – von zwei auf drei Euro. Das empört viele der etwas mehr als 50 Mitglieder in Flatow. Zudem sollen die Beiträge nicht mehr kassiert, sondern vom Konto abgezogen werden. „Gerade die älteren Rentner wollen aber ihre Kontonummer nicht hergeben“, so Ilona Musehold.

Hinzu komme, dass sich immer weniger wirklich engagieren oder zu den Veranstaltungen kämen, die in den vergangenen Jahren organisiert worden seien. „30 melden sich an, nur fünf kommen“, so Ilona Musehold. Nachdem auch bei der Weihnachtsfeier viel weniger teilgenommen hätten als angekündigt, schmiss Ilona Musehold hin – wenig später trat der ganze Vorstand zurück.

Viele Seniorengruppen haben Mitgliederschwund

Die Flatower haben damit ein Problem, mit dem sich viele Seniorengruppen beschäftigen. „Die heutigen Rentner fühlen sich noch zu jung, um sich solchen Gruppen anzuschließen“, so die Flatowerin. Sie bedauert diese Entwicklung.

Gert Dietrich, der Ortsvorsteher von Flatow, beobachtet die Situation mit Sorge, und er ärgert sich auch. Dass da um eine Beitragserhöhung um nur einen Euro im Monat gestritten wird, „kann ich nicht nachvollziehen“, sagte er am Mittwoch. Zumal in Flatow noch einiges dran hängt an der Volkssolidarität. Der Tischtennisverein des Dorfes läuft unter der VS-Flagge, ebenso die Gymnastikfrauen.

Am Dienstagabend kamen Sylvia Grande und Ina Nehls vom Kreisbeirat der Volkssolidarität in den Ortsbeirat. Sylvia Grande bot an, kommissarisch die Flatower Ortsgruppe zu leiten. Das Problem: Laut Ilona Musehold gibt es dann später, in etwa einem halben Jahr, gerade mal noch drei Mitglieder, die schon ihre Beiträge bezahlt haben, also dann überhaupt noch Mitglieder sind.

Ina Nehls vom VS-Kreisbeirat sagte am Mittwoch, die Flatower Gruppe bestehe weiterhin. Es soll auch in Zukunft Veranstaltungen geben, die dort stattfinden. „Wir versuchen, mit Highlights auch Leute zwischen 60 und 70 Jahren anzusprechen, die Altersgruppe kommt bisher kaum zu uns“, sagte sie. Für die Frauentagsfeier am Freitag gebe es 35 Zusagen.

Was wird aus den angeschlossenen Vereinen?

Im Ortsbeirat ging es auch um die Frage, was aus den Sportvereinen wird, die an die Volkssolidarität angeschlossen sind. Die Tischtennisleute spielen weiter unter der VS-Flagge. Wie Ortsvorsteher Gert Dietrich am Donnerstag sagte, wollen die Gymnastikfrauen jedoch aus der VS austreten.

Ilona Musehold sagte indes zu, dass sie zumindest beim Herbstfest wieder Kaffee und Kuchen verkaufen und auch Kaffeenachmittage veranstalten möchte – aber ohne die Volkssolidarität.

Von Robert Tiesler

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