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Oberhavel Voll musikalisch: Petra Kleinke und Jan Rase
Lokales Oberhavel Voll musikalisch: Petra Kleinke und Jan Rase
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10:10 25.09.2017
Petra Kleinke und Ran Rase sind „Doooya“ Quelle: Enrico Kugler
Groß-Ziethen

Wenn man sagt: Ihr Leben ist die Musik – dann ist das im Fall von Petra Kleinke und Jan Rase keine Floskel. Das Ehepaar aus Groß-Ziethen beschäftigt sich in verschiedenen Projekten mit der Musik. Seit zwölf Jahren sind sie verheiratet, seit elf Jahren leben sie in dem Kremmener Ortsteil.

Sie (47) war eigentlich mal Tischlerin, arbeitete später als Heilpraktikerin, „war aber schon in der Schule in einem Musicalprojekt“, wie sie erzählt. Nach der Kinderpause begann sie wieder zu singen und fand einen Weg, die Musik mit Heiltherapien zu verbinden. Er (50) ist gelernter Klavierbauer, „und ich wollte schon immer was mit Musik machen.“ Der Vater wollte eigentlich, dass – aus seiner Sicht – was Anständiges aus ihm wird. Aber dann wurde Jan Rase von der Musik gepackt. Er spielte in einer Band, ging mit „Luchten“ auf Tour.

Als sie von Berlin nach Groß-Ziethen gezogen waren, da änderte sich vieles im Leben der beiden. „Irgendwie war es ein Schritt zum bewussten Leben, Selbstverwirklichung.“ Auf dem Bauernhof bot es sich an, ein Tonstudio einzurichten. Wenn man aufzählt, an welchen Projekten sie beide – gemeinsam oder jeder für sich – arbeiten, da vergehen schon einige Minuten.

Jan Rase spielt auf einem indischen Harmonium. Quelle: Enrico Kugler

Jan Rase hat schon mit zwölf Jahren angefangen, eigene Stücke auf dem Klavier zu spielen. 2002 ergab sich die Gelegenheit, für den Sat.1-Film „Ben und Maria“ an der Musik mitzuarbeiten. „Der Rohschnitt stand schon, vom Regisseur kamen dann Ideenvorlagen“, erinnert sich der Groß-Ziethener. „Damals gab es hohe Budgets, anders als heute. Das war jedenfalls super aufregend.“ Bis heute hat Jan Rase 300 Werbefilme vertont, für Miele, Audi oder Dr. Oetker. „Aber nichts, was sehr bekannt ist.“ Dabei geht es vor allem um Werbefilme, die beispielsweise auf Messen zu sehen sind.

Kürzlich machte er Schlagzeilen, weil es ein älterer Song der damals von ihm produzierten Gruppe Gnawa Impulse auf Platz eins der Nordafrika-Charts auf der Musik-Streaming-Seite Ethnocloud geschafft hatte. Finanziell hat Rase nichts davon, dass „The Yumala Song“ ein später Erfolg wurde. An Downloads würde man wenig verdienen.

Ein Ausgleich schafft für ihn das Engagement in der Band „Oya“. Dort spielt er Bansuri, eine indische Bambusflöte. „In den Klang bin ich verschossen“, sagt er und lächelt. Nach einem stressigen Projekt, suchte er etwas, um runterzukommen. Das zu spielen „hat was Meditatives“, sagt Jan Rase. Er konnte Musiker gewinnen, und so nahm er mit Oya auch CDs auf und spielte Konzerte. Allerdings sei der Markt dafür hierzulande nicht so groß. In der Hinsicht ist er mit der Gruppe Barfleas größer im Geschäft. Damit tritt er auf Weltmusikfestivals auf oder in Kulturhäusern.

Petra Kleinke macht viel Musik auch in Kindergärten oder Musikschulen. Für die Kinderschule Eden in Oranienburg schrieb sie ein Musical – „SOS Erde“. „Die Kinder haben eine Woche bei uns auf dem Hof verbracht, danach hatten sie eine fertige CD in der Hand.“ Das Projekt war so erfolgreich, dass es nun für den Preis „Vereint für gute Schule“ nominiert ist. „Ich fände es toll, wenn wir gewinnen, in dem Musical geht es um Umweltverschmutzung und um bewusstes Handeln. Es wäre ein tolles Zeichen für die Kinder, wenn so etwas belohnt würde“, sagt Petra Kleinke.

In Zukunft wollen sie und ihr Mann Jan wieder öfter gemeinsam auftreten. Unter dem Namen „Doooya“ spielen sie ihre Lieblingslieder, „aber auf untypischen Instrumenten. Das passt, weil wir das eben auf unsere Art machen“, sagt Petra Kleinke. Wann aber haben sie Zeit, dafür zu proben? „Oft abends“, sagt sie. Im kommenden Jahr haben sie mit Doooya schon jetzt 30 Auftritte im Plan. Und gibt es noch einen Traum? Jan Rase überlegt kurz: „Im VW-Bus auf Tour durch Deutschland – und einen ,Tatort’ vertonen.“

Von Robert Tiesler

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