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Volle Einkaufswagen für die Tafel

Aktion "Eins mehr" im Fürstenberger Edeka-Neukauf-Markt Volle Einkaufswagen für die Tafel

Kaffee, Tee, Spagetti, Konserven, Dauerwürste, Margarine, Kekse, Zahnpasta, Schaumbad, Äpfel, Nüsse und vieles mehr wanderte am Dienstag in die Einkaufswagen von Karin Claus und Doris Hermann. Sie sammelten im Edeka-Markt Fürstenberg für die "Zehdenicker Tafel" des Arbeitslosenverbandes

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Karin Claus (r.) und Doris Hermann baten die Fürstenberger Edeka-Kunden nicht umsonst um "Eins mehr".

Quelle: Anke Dworek

Fürstenberg. Dies alles sind nicht in ihre persönlichen. Die beiden Frauen sammelten im Edeka-Markt Fürstenberg für die "Zehdenicker Tafel" des Arbeitslosenverbandes. Deren Mitarbeiter geben wöchentlich Lebens- und Haushaltsmittel an sozial Schwache in Fürstenberg, Gransee, Zehdenick und Löwenberg aus.

Einmal im Jahr startet die Tafel die Aktion "Eins mehr". Die Kunden werden gebeten, einen Artikel (außer Schnellverderbliches, Alkohol und Zigaretten) zu ihrem Einkauf hinzuzufügen und diesen dann der Tafel zu spenden. Bis um 10 Uhr waren gestern schon 90Teile in den Wagen, und bis 16 Uhr sind ganz sicher noch sehr viele dazugekommen.

Karin Claus, Projektmanagerin der Arbeitslosen-Serviceeinrichtung in Zehdenick, lobt Edeka-Neukauf-Inhaber Andreas Schultz: "Er ist von Anfang an unser Sponsor und unterstützt uns immer." Dass sich die beiden Frauen am Dienstag im Marktbereich aufhalten durften, um für die Tafel zu werben - damit hat Andreas Schultz kein Problem. Es ist ja auch nicht zum Schaden für ihn und sein Team. Alles, was die Fürstenberger der Tafel spendeten, wurde vorher in seinem Markt gekauft. Besonders Doris Hermann hat fast jeden Kunden am Eingang angesprochen, auf die Aktion aufmerksam gemacht. Ob das erfolgreich war, erwies sich dann nach dem Bezahlen. Natürlich zeigte nicht jeder Interesse für das Anliegen der Tafel, aber eine ganze Menge Fürstenberger hatten doch zu einem Artikel mehr gegriffen.

Bei Netto und Aldi hatte Karin Claus weniger Glück. Obwohl die Discounter ebenfalls zu den langjährigen Sponsoren der Tafel zählen, bekam sie auf schriftliche Anfragen wegen der Aktion "Eins mehr" keine Antwort aus den Zentralen. Sich einfach so in den Markt stellen, das geht nicht. Karin Claus hofft, dass es zu den nächsten Aktionstagen in Gransee und Zehdenick (5. und 6.Dezember) dann klappt.

Gut 250 Familien im Altkreis Gransee erhalten von der Tafel Dinge des täglichen Bedarfs. Es sind alles Menschen, die ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft nicht bestreiten können. Für sie ist die wöchentliche Tafel-Kiste keine Vollversorgung ‒ das soll sie auch nicht sein. Sie ist Überlebenshilfe. Die 20 Jahre alte Tafel-Bewegung lindert Armut, kann aber deren Ursache nicht bekämpfen.

In der Regel erhält die Tafel Lebensmittel aus den Verbrauchermärkten, die dort nicht mehr verwertbar sind, also kurz vor dem Ablaufen der Mindesthaltbarkeit stehen. Aber der Mensch braucht mehr. "Gefragt wird oft nach Waschpulver, aber das können wir in den seltensten Fällen verteilen", sagt Karin Claus. Das muss in den Verbrauchermärkten ja auch nicht schnell aus dem Regal, so wie Milch oder Butter. Gestern war bis 10 Uhr jedenfalls Waschmittel im Wagen.

Zu Weihnachten hatte die Tafel in den vergangenen Jahren die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" organisiert. Die wird es diesmal nicht geben. "Die Anzahl der Geschenke-Kartons ist immer mehr zurückgegangen. Wenn es nicht mehr für alle reicht, verzichten wir lieber und lassen stattdessen die 'normale'Kiste großzügiger ausfallen. Dabei helfen uns auch die an den "Eins mehr"-Tagen gesammelten Spenden", meint Karin Claus.

Privatpersonen, die der Tafel etwas zukommen lassen wollen, sind gern gesehen. Sie können zu den Ausgabestellen in den einzelnen Orten oder direkt ins Mehrgenerationenhaus "Bienenstock" in Zehdenick, Amtswallstraße, kommen, wo die Tafel ihren Sitz hat.

Von Anke Dworek

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