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Voller Korb, leere Taschen

Auch Autoknacker gehen am Waldrand auf Beutezug Voller Korb, leere Taschen

Nach dreißig Sekunden ist oft schon alles vorbei. Mehr Zeit brauchen die Diebe nicht, um die Seitenscheibe des Autos einzuschlagen, sich Tasche und Handy zu schnappen und das Weite zu suchen. Das betrifft häufig Pilzsammler, die tief im Wald den Boden absuchen und nicht ahnen, dass währenddessen ihr Auto aufgebrochen wird.

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Aufgebrochene Schlösser, eingeschlagene Scheiben: Für Pilzsammler endete der Waldbesuch mit Ärger.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. So geschehen vor ein paar Tagen zwischen Summt und Zühlslake: Während Pilzsammler nichtsahnend durchs Unterholz streiften, brachen Unbekannte ihre am Straßenrand abgestellten Autos auf. Ausweise, Bargeld, Handy: alles weg.

Ein Dutzend solcher Fälle verzeichnete die Polizei innerhalb der letzten Wochen allein in Oberhavel. Sprecher Toralf Reinhardt warnt deshalb davor, "Wertgegenstände sichtbar im Wagen liegen zu lassen." Denn für Diebe ist das eine regelrechte Einladung. "In den meisten Fällen sind das Zufallsdiebstähle", erklärt Reinhardt. Die Täter entdecken ein verlassenes Auto am Straßenrand und schauen, ob es etwas zu holen gibt ‒ und das muss nicht unbedingt nur die Brieftasche sein. Erst am Wochenende schlugen Unbekannte an der B 273 zwischen Germendorf und Schwante die Heckscheibe eines am Waldrand abgestellten Mazda ein, um an den darin eingeschlossenen Koffer in Leopardenoptik zu kommen. Die karge Ausbeute: Kleidung und Hygieneartikel. Trotzdem dürfte der Schaden für den Pilzsammler in die Hunderte Euro gehen.

Weil die Diebe sehr schnell agieren, kaum Spuren hinterlassen und die genaue Tatzeit meist unklar bleibt, ist die Aufklärungsquote bei solchen Diebstählen "nicht sehr hoch", so Reinhardt. Die Polizei rät deshalb, Wertgegenstände, aber auch "unnütze Gegenstände" am besten gleich zuhause zu lassen - sie unter der Jacke, dem Autositz oder im Handschuhfach zu verstecken, bringt im Zweifelsfall überhaupt nichts. Denn solch beliebte Tricks kennen die Diebe längst. Es gilt also: Weniger ist sicherer. "Wenn man zum Pilzesuchen fährt, braucht man eigentlich sowieso nur Schlüssel, Papiere und einen Korb", sagt Reinhardt. Navigationsgeräte, Videokameras und Fotoapparate sollten für den Ausflug in den Wald verzichtbar sein - den Rest tragen Sammler am besten immer bei sich. Denn ist die Tasche mitsamt Schlüssel erst einmal weg, bleibt vielen nichts weiter, als daheim die Schlösser auszutauschen.

Ratsam ist außerdem, das Auto an vielbefahrenen Straßen abzustellen - auch, wenn dadurch möglicherweise andere Pilzsammler auf die eigene Lieblingsstelle aufmerksam werden. Ist aber weit und breit kein anderer Wagen zu sehen, haben die Diebe genug Zeit, um systematisch und ganz in Ruhe nach Wertsachen zu suchen. "Außerdem bemerken sie schneller die Annäherung von Dritten", ergänzt Reinhardt. Alte Sammlergewohnheiten sollten ebenso abgelegt werden, rät der Sprecher. Wer seinen Wagen immer an der gleichen Stelle am gleichen Wochentag zur gleichen Uhrzeit parkt, gerät unweigerlich in den Fokus von Autoknackern. Die registrieren Regelmäßigkeiten und nutzen sie im Ernstfall auch aus.

Übrigens: Nicht nur Pilzsammler sollten stets ein Auge auf ihre sieben Sachen haben. Auch an Friedhöfen schlagen Diebe laut Polizei immer öfter zu. Während Autobesitzer das Grab eines Angehörigen besuchen, bedienen sie sich aus deren Wagen. Wer das Risiko, selbst Opfer von Autoknackern zu werden, minimieren will, sollte auf öffentlichen Gemeinschaftsparkplätzen mit mehreren anderen Autos parken.

Von Judith Görs

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