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Vom Bauch auf die Turnmatte

Glienicke/Nordbahn Vom Bauch auf die Turnmatte

Die Hebammen Dana Hinnerichs und Sabine Gowitzke, die seit anderthalb Jahren in Glienicke eine Praxis mit Turnstudio betreiben, sind von der bündnisgrünen Landesvorsitzenden Petra Budke als „Grüne Gründerinnen“ ausgezeichnet worden. Die Politikerin lobte das Konzept, herkömmliche Hebammenarbeit mit Bewegungs- und Gesundheitsangeboten zu verbinden.

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Preisverdächtig: Martina Hellenkamp, Elisabeth Schilbach, Dana Hinnerichs, Petra Budke, Sabine Gowitzke und Marian Ledon (v. l.).

Quelle: Helge Treichel

Glienicke. Zwei befreundete Hebammen, die vor anderthalb Jahren in Glienicke eine Praxis mit angeschlossenem Turnstudio gegründet haben, sind als „Grüne Gründerinnen“ im Monat Februar ausgezeichnet worden. „Das ist ein neues Konzept. Die beiden haben sich wirklich etwas überlegt“, sagt Petra Budke. Die Landesvorsitzende von B 90/Die Grünen hat eine Urkunde mitgebracht und will mit der Aktion vor allem eins: die Werbetrommel rühren, um Nachahmerinnen zu finden. Die Idee, herkömmliche Hebammenarbeit mit Bewegungs- und Gesundheitsangeboten zu verbinden, „finde ich klasse“, so die Politikerin.

Auf ein zweites Standbein gesetzt

Dana Hinnerichs (37) aus Glienicke und Sabine Gowitzke (50) aus Hennigsdorf hatten sich in einer Zeit selbstständig gemacht, als andere Hebammen gerade das Handtuch warfen. Sie setzten als Trainerinnen im Kinderturnen jedoch auf ein zweites Standbein, indem sie Kinder quasi direkt vom Bauch auf die Turnmatte lotsen. Und dieses Konzept ging wirtschaftlich auf. Dass dies auch ohne das Zusatzangebot geklappt hätte, bezweifeln die beiden Frauen.

Zufriedene Mütter sagen Dankeschön

Zufriedene Mütter sagen Dankeschön.

Quelle: Helge Treichel

Inzwischen haben sie das Team ihrer Hebammenpraxis „Go-Hin“ um zehn externe Kolleginnen erweitert. Zumba-Trainerin Marian Ledon gehört ebenso dazu wie Heilpraktikerin Elisabeth Schilbach, die sich auf Homöopathie spezialisiert hat. Hinzu kommen Yogatrainerinnen, eine Erste-Hilfe-Hilfe-Ausbilderin, eine Massage- und Wellnesspraktikerin und sogar eine (Kinder-)Fotografin. Ab 1. März stößt mit Martina Hellenkamp eine dritte Hebamme hinzu. Auch sie bringt mit 25 Berufsjahren eine langjährige Erfahrung mit.

Einer der Turnräume in Glienicke/Nordbahn (Leipziger Straße 1)

Einer der Turnräume in Glienicke/Nordbahn (Leipziger Straße 1).

Quelle: Helge Treichel

Sabine Gowitzke und Dana Hinnerichs waren zuletzt nicht nur in der selben Klinik in Berlin-Wilmersdorf angestellt, sie sind auch Freundinnen, die gemeinsam in den Urlaub fahren. Sie bereiten Schwangere auf die Geburt vor und stehen den Müttern danach mit Rat und Tat zur Seite. Was sie nicht machen: Hausgeburten. Dafür seien die Versicherungsbeiträge in den vergangenen Jahren einfach zu sehr in die Höhe geschossen. Dennoch sei die Nachfrage enorm. Werdende Mütter würden sich bereits ab der achten Schwangerschaftswoche melden. Und so kommt es, dass die Praxis bereits bis September nahezu ausgebucht ist.

Das Angebot für junge Väter stieß auf wenig Resonanz

Die Schwangeren nehmen teilweise sogar Fahrwege aus Birkenwerder, Borgsdorf oder Oranienburg auf sich. Noch überwiege die Zahl der werdenden Mütter aus Oberhavel, aber Berlin hole auf, da sich die Angebote in Frohnau und Hermsdorf immer mehr herumsprechen. Die Geburten selbst fänden in ganz unterschiedlichen Kliniken statt. „Manchmal sind in einem Kurs sechs verschiedene Krankenhäuser vertreten“, sagt Dana Hinnerichs. Nur ein Angebot habe sich in Glienicke nicht durchgesetzt: der Fitnesskurs für Väter.

Der Preis der Landesgrünen

Zum achten Mal ehrt der Landesverband der Bündnisgrünen „Grüne Gründerinnen“ in Brandenburg und stelle alle auf ihrer Homepage vor.

Darunter sind ein Feinkostladen, ein Cateringservice, eine Landwirtschaftsschule mit Hofladen, ein Geschäft für Babybekleidung, ein Kinder- und Jugendbuchladen, ein Naturkostladen und eine Schneiderwerkstatt.

Mit dieser Präsentationsreihe wollen sie nicht nur „interessante Frauen, spannenden Geschäftsmodelle und innovative Ideen kennen lernen, sondern auch ein Netzwerk Grüner Gründerinnen aus Brandenburg schaffen“.

Von Helge Treichel

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