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Oberhavel Vom hässlichen Entlein zum Schwan
Lokales Oberhavel Vom hässlichen Entlein zum Schwan
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00:18 27.02.2017
Das neu gestaltete Bahnhofsgebäude in Velten. Quelle: Hüller
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Velten

Noch 2015 wurde der Bahnhof Velten in einer MAZ-Umfrage zum „hässlichsten Bahnhof der Mark“ gekürt. Ausschlaggebend waren vor allem der marode Bahnsteig, der mausgraue Fußgängertunnel, den die Veltener verachtungsvoll „Galgen“ nennen, die vielen Schmierereien und die fehlende Barrierefreiheit. Doch das alles soll bald der Vergangenheit angehören.

Die für 2018 geplante neue Fußgängerüberführung mit Fahrstühlen. Quelle: Stadt Velten

Deutlichstes schon sichtbares Zeichen ist das von Bäcker Plentz sanierte und mit einem Glasanbau erweiterte Bahnhofsgebäude, das jetzt auch über ein gemütliches Café verfügt. Unterdessen hat die Deutsche Bahn AG die Planung für die neue Bahnüberführung vorgelegt, mit dem das Thema „Galgen“ erledigt werden soll. Die Bauarbeiten für das 4,5 Millionen Euro teure Projekt sollen 2018 beginnen. Die neue Brücke wird lichtdurchlässig und hell aus Glas gestaltet. Es soll drei Fahrstühle geben, die eine barrierefreie Erreichbarkeit sowohl von der Nauener Straße als auch vom Bahnhofsvorplatz aus sichern. Auch der komplette Bahnsteig wird mit Unterstützung der Ofenstadt saniert. Damit wird ein weiteres Kapitel in der bewegten Geschichte des Veltener Bahnhofs aufgeschlagen.

Historische Ansicht des Bahnhofs Velten aus dem Archiv des Ofenmuseums. Quelle: OKM

Veltener Unternehmen hatten sich Ende des 19. Jahrhunderts nachdrücklich für einen Bahnanschluss eingesetzt. Im November 1891 begann der Bau der eingleisigen Strecke. „Am 1. Oktober 1893 fuhr der erste Zug vom Nordbahnhof in Berlin über die neue Bahnstrecke nach Velten, im Dezember war die Strecke bis Kremmen befahrbar“, ist in dem „Streifzug durch die Geschichte der Ofenstadt“ von Paul Dahms zu erfahren. Ursprünglich sah die Projektierung für Velten einen Bahnhof am Südende des Ortes vor, die kommunalen Größen erreichten aber, dass der Bahnhof günstiger nahe dem Westende der Viktoriastraße errichtet wurde. Dreimal am Tag fuhren Fernzüge von Velten nach Berlin und retour.

„Vor allem gingen täglich Waggons mit Öfen von Velten ab“, heißt es in dem heimatgeschichtlichen Abriss. Nicht nur für die Ofenfabriken waren Bahnanschluss und Bahnhof ein Gewinn. Er verkürzte auch den Veltenern die Fahrzeit, denn vorher war für den Weg nach Berlin eine dreistündige Fahrt mit dem Pferdeomnibus erforderlich.

1908 wurde zum und vom Bahnhof Velten schließlich der Vorortverkehr eingeführt. Täglich gingen 20 Vorortzüge mit 56 Minuten Fahrzeit und fünf Fernzüge mit 45 Minuten Fahrzeit vom Bahnhof Velten nach Berlin ab, berichtet Paul Dahms in seinem „Streifzug“.

Am 1. Februar 1927 machte sich der erste S-Bahn-Zug auf den Weg von Berlin nach Velten. Ab Mai 1928 gab es vollelektrischen Betrieb. 52 S-Bahn-Züge im 30-Minuten-Abstand fuhren täglich los oder kamen an.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bahnverkehr nach Berlin wegen der Zerstörung der Havelbrücke zwischen Heiligensee und Hennigsdorf unterbrochen. Erst Mitte 1946 verbesserte sich die Verkehrslage und vom Bahnhof Velten wurde der eingleisige S-Bahn-Verkehr wieder aufgenommen. Am Bahnhof Velten wurde am 28. August 1949 der erste Spatenstich für die Nebenbahn Hennigsdorf – Velten – Oranienburg gemacht. Diese Bahn brachte bis 1969 vor allem Arbeiter in die Hennigsdorfer Werke.

Seit dem Mauerbau 1961 pendelte die S-Bahn nur noch zwischen dem Bahnhof Velten und Hennigsdorf. Die letzte S-Bahn zwischen Velten und Hennigsdorf fuhr am 20. September 1983. „Wollten die Veltener nach Berlin fahren, mussten sie die S-Bahn bis Hennigsdorf Nord nehmen, dort in einen Doppelstockzug umsteigen und bis Birkenwerder fahren, wo sie dann wieder Anschluss an den S-Bahn-Außenring hatten. Das Ganze dauerte etwa zwei Stunden“, wird im geschichtlichen Streifzug berichtet. Außerdem fuhr vom Bahnhof die „Ferkeltaxe“, der Pendelzug Velten – Neuruppin.

Nach dem Mauerfall verbesserten sich langsam die Zugverbindungen in die Ofenstadt wieder. So machen der Regionalexpress 6 und die Regionalbahn 55 am Bahnhof Velten Station. Auf die Wiederaufnahme des S-Bahn-Verkehrs warten die Veltener aber bis heute.

Die Möglichkeit des S-Bahn-Anschlusses ist bei der Planung für die neue Überführung am Bahnhof aber eingeplant: Das S-Bahn-Gleis wäre direkt vom Bahnhofsvorplatz aus zu erreichen.

Von Heiko Hohenhaus

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