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Von Einbrüchen und dem schwarzen Mann

Birkenwerder Von Einbrüchen und dem schwarzen Mann

37 Wohnungseinbrüche registrierte die Polizei 2015 in Birkenwerder. Wie gegengesteuert werden kann und warum Warnungen vor verdächtigen Männern an der Grundschule mit Vorsicht zu genießen sind, erfuhren die Teilnehmer einer Informationsveranstaltung zur Kriminalität und zur Verkehrslage im Ort.

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Revierleiter Stefan Boye (l.) und Bürgermeister Stephan Zimniok beantworten die Fragen der Gäste.

Quelle: Helge Treichel

Birkenwerder. Wie hoch sie die Zahl der Wohnungseinbrüche in Birkenwerder im vergangenen Jahr schätze, fragte der Hennigsdorfer Polizeichef Stefan Boye die Sekretärin des Bürgermeisters. Die sagt 100. Diese Zahl beschreibe die Diskrepanz zwischen dem Sicherheitsempfinden und der Realität, sagt der Revierleiter: Tatsächlich wurden in der Gemeinde im Jahr 2015 37 Wohnungseinbruchsdiebstähle verübt, davon 13 versuchte. 2014 waren es 30 (7 versuchte), 2013 insgesamt 39 (davon 11 versuchte).

Stefan Boye und sein Ex-Kollege und Bürgermeister Stephan Zimniok saßen am Mittwochabend im Podium einer Informationsveranstaltung zum Kriminalitäts- und Unfallgeschehen in der Gemeinde. Und der Bürgermeister versichert: „Es gibt keinen aktuellen Anlass.“

Mehr als die Hälfte der Plätze blieb leer

Mehr als die Hälfte der Plätze blieb leer.

Quelle: Helge Treichel

Die Fragen des zahlenmäßig deutlich unter den Erwartungen gebliebenen Publikums betreffen denn auch die Einbrüche. Was die Polizei unternehme, um die zu verhindern, wollte ein Einwohner wissen. Er sehe kaum Streifenwagen. Die allein seien allerdings kaum geeignet, um gewerbsmäßig organisierte Banden abzuschrecken, sagt Boye. Nicht einmal Zivilstreifen hätten Erfolg gezeigt. „Selbst mit viel, viel mehr Polizei würden wir solche Taten nicht verhindern“, zeigt sich der Revierleiter sicher. Viel wichtiger seien das Verhalten der Hausbesitzer und deren Sicherheitsvorkehrungen. Vorbeugung lautet das Zauberwort. Und dabei berate die Polizei – kostenlos.

Eine ältere Einwohnerin berichtete von auffälligen Anzeigen, laut denen Pelze oder ähnliches aufgekauft werden sollen. Eigene Erfahrungen hätten sie zu der Überzeugung gebracht, dass bei derartigen Hausbesuchen eigentlich die Vermögenslage ausgekundschaftet werden soll. Dieses Vorgehen sei ihm nicht bekannt, sagte Boye. Aber die für das Revier und den Landkreis (nicht aber für Brandenburg) überdurchschnittliche Vergleichszahl von Straftaten in Birkenwerder zeige, dass im Berlinnahen Raum „etwas zu holen“ sei. Mit den Asylunterkünften habe dies nichts zu tun. Bei Vorfällen handele es sich vorrangig um „Auseinandersetzungen untereinander“.

Die Mensa der Pestalozzi-Grundschule am Mittwochabend

Die Mensa der Pestalozzi-Grundschule am Mittwochabend.

Quelle: Helge Treichel

Bürgermeister Zimniok nutzte die Gelegenheit, um mit der „Mär vom schwarzen VW-Bus“ aufzuräumen. Durch die sozialen Medien bekämen solche Fälle regelmäßig eine Eigendynamik. In Birkenwerder hätten sich solche in großer Aufregung verbreiteten Warnungen stets als völlig harmlos herausgestellt: Einmal war es eine Persönlichkeit des Ortes, die Gummibärchen am Schulzaun verteilt hatte – der Pfarrer. Solche Meldungen mit ungewisser Quellenangabe sollten vor dem Weitertragen kritisch hinterfragt werden, warnte Ex-Kriminalist Zimniok.

Von Helge Treichel

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