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Von Gewinn noch keine Spur

Schmachtenhagen Von Gewinn noch keine Spur

Die Agro GmbH in Schmachtenhagen war die erste Station, die der SPD-Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann bei seiner Sommertour ansteuerte. Was er vom Geschäftsführer zu hören bekam, war nicht viel Gutes.

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4300 Milchkühe hält die Agro GmbH aus eigener Aufzucht. Die Tiere stehen vorwiegend im Freien.

Quelle: Enrico Kugler

Schmachtenhagen. Vor vier Jahren übernahmen Hendrik Jan Roest und sein Bruder Albert die Agro GmbH in Schmachtenhagen. Im letzten Jahr kam noch der Bauernmarkt dazu. Doch über Gewinne kann sich die GmbH noch nicht freuen. „Landwirt zu sein, macht grad keinen Spaß“, sagt Roest. Warum das so ist, erklärte er am Dienstag dem SPD-Landtagsabgeordneten Björn Lüttmann, der sich auf seiner Sommertour die Nöte der Bauern anhört und im Schlepptau seinen Parteikollegen Benjamin Grimm und die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes, Heidemarie Scholze, hatte.

Geschäftsführer Hendrik Jan Roest (l) zeigt Björn Lüttmann seinen Betrieb und das, was eigentlich noch alles gemacht werden müsste

Geschäftsführer Hendrik Jan Roest (l.) zeigt Björn Lüttmann seinen Betrieb und das, was eigentlich noch alles gemacht werden müsste.

Quelle: Enrico Kugler

Weil Roest Landwirt mit Leib und Seele ist, kann er nicht alles hinschmeißen. Er versucht das Beste aus den 1400 Hektar Grün- und Ackerland, 300 Milchkühen, 1400 Hühnern und der Biogasanlage zu machen. So ist die Molkerei auf dem Hof modernisiert worden. Deshalb wird auf dem Bauernmarkt wieder eigene Schoko-, Erdbeer- und Vanillemilch verkauft. „Wir wollen auch wieder Käse machen“, sagt Roest und zeigt die ersten Käsereiversuche. Doch noch fehlt dafür die Betriebsgenehmigung. Ansonsten sei es schwer, die Produkte selbst zu vermarkten. Es rechnet sich nicht bei kleinen Mengen.

Heidemarie Scholze (l) ergreift Partei für die Nöte der Bauern

Heidemarie Scholze (l.) ergreift Partei für die Nöte der Bauern. Sie weiß, mit welchen Problemen die zu kämpfen haben. Gerade jetzt, wo ihnen das Wetter so mitgespielt hat.

Quelle: Enrico Kugler

Auch in die Rinderhaltung würde Roest gern mehr investieren. Die alten Ställe aus den 1980er-Jahren entsprechen aber nicht mehr den Standards. 600 Rinder hält die Agro. 36 Cent bekommt Roest zurzeit für den Liter Milch. Das sei zu wenig. Damit käme höchstens ein Familienbetrieb hin. Das seien Preise wie vor 30 Jahren. Konventionelle Milchbauern in anderen Ländern hätten bessere Produktionsbedingungen und weniger Auflagen. Deshalb wird der Markt mit Milch von außen überschwemmt.

Mit an Lüttmanns Seite war Parteikollege Benjamin Grimm (2vr)

Mit an Lüttmanns Seite war Parteikollege Benjamin Grimm (2.v.r.). Geschäftsführer Roest (l.) muss jeden Tag neu entscheiden, auf welchem Schlag er gerade ernten kann, wo das Getreide am trockensten ist.

Quelle: Enrico Kugler

Auch der Regen hat der Agro schwer zugesetzt. „Die Landwirte sind total aus dem Takt“, sagt Heidemarie Scholze. „Die können nicht auf die Felder.“ Man müsse aus den Ereignissen lernen, sich um die Wasserhaltung kümmern und die Schöpfwerke reparieren. Aber nicht nur zulasten der Landbesitzer, so Heidemarie Scholze.

Info: In der sitzungsfreien Sommerpause unternahm Landtagsabgeordneter Björn Lüttmann (SPD) eine „Bauerntour“ durch seinen Wahlkreis. Die MAZ begleitete ihn dabei.

Von Andrea Kathert

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