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Oberhavel Von Werbung bis Babylöffel für New York
Lokales Oberhavel Von Werbung bis Babylöffel für New York
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16:27 16.08.2018
Rainer und Petra Scherwinski an der alten Druckmaschine anno 1930 – die auch noch läuft Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

Am 1. August bestand die Druckerei Scherwinski genau 40 Jahre. Ein wichtiges Datum für Inhaber Rainer Scherwinski. Aber auch eines mit bitterem Beigeschmack. Denn von den Vorbesitzern erworben hatte das Unternehmen sein Bruder Jürgen, dessen Meisterbrief als Buchdrucker er bis heute in Ehren hält.

1983 war der junge Mann, der abends zu Fuß zwischen Birkenwerder und Lehnitz unterwegs war, von einem Offizier der NVA überfahren und dabei tödlich verletzt worden. Erfahren hat Rainer Scherwinski davon erst vier Wochen später, er saß damals wegen versuchter Republikflucht im Gefängnis in Karl-Marx-Stadt.

Zunächst betrieb die Druckerei seine Schwägerin weiter, die jedoch nicht vom Fach war. „Und irgendwie war ich es meinem Bruder schuldig, die Firma weiterzuführen“, sieht es Rainer Scherwinski, der seit 1. August 1978 zunächst in einer GmbH Miteigentümer war und seit 1994 alleiniger Eigentümer ist.

„Damals hatten wir vor allem eines, Schulden und viele offene Rechnungen“, erinnert sich Ehefrau Petra Scherwinski. Die gelernte Herrenschneiderin wollte eigentlich Modedesign studieren, aber es kam anders. Sie stieg mit ins Unternehmen ein: „Wir haben eigentlich nur wie verrückt gearbeitet“, sagt sie und lacht. „Aber mit 26 macht einem das nichts aus.“ Kein Eigenkapital, aber großer Investitionsbedarf – davon waren viele Jahre geprägt.

Sie zogen um aus der Fichteallee in Birkenwerder 1996 nach Oranienburg an die Berliner Straße in die alte Fleischerei. „Von da an ging es stetig bergauf“, sind sich beide einig. Die Kunden nahmen zu, der Platz wurde zu eng. Bei der Firma Orma wurden sie fündig und hielten 2011 an der Kremmener Straße Einzug. Profitieren konnten sie in der Zeit vom Förderprogramm für Kleine und Mittlere Unternehmen der Stadt (KMU), bekamen einen Zuschuss für den Erwerb des Grundstücks, für Umbau und auch eine moderne Maschine. „Hier haben wir Parkplätze, sind gut erreichbar.“

Ihr Service hat sich seitdem immer wieder erweitert. Sie drucken heute T-Shirts und Drucksachen aller Art, große Aufkleber, Folien, Leuchtkastenbeschriftungen, Eintrittskarten und Plakate. Zu ihren Kunden gehören Hotels wie eines im Londoner Stadtteil Soho, „das Karten für die Zimmerschlüssel oder auch Briefbögen benötigt.“ Eine Strausberger Firma verpackt einen Speziallöffel für Babys, der einen Schluckreflex erzeugt und mit dem die Kinder ihren Brei garantiert aufessen. „Wir drucken das Papier, das auf die Verpackung kommt“, so Rainer Scherwinski, dann geht das Produkt nach New York.

Ein großes Fest soll es zum Jubiläum nicht geben, aber mit dem sechsköpfigen Team wollen sie auf jeden Fall noch feiern. Rainer (53) und Petra (50) Scherwinski sind zufrieden, wie sich ihr Unternehmen entwickelt hat: „Wir mussten uns vielen Herausforderungen stellen, immer wieder sehen, wie sich der Markt entwickelt, was zu uns passt. Das macht viel Arbeit, aber bringt auch viel Wissen vor allem im digitalen Bereich“, so Petra Scherwinski, die Mitglied der IHK-Vollversammlung in Potsdam ist. Ihre Kunden schätzen vor allem die Mischung aus Handwerk und moderner Technik und die persönliche Beratung.

Von Heike Bergt

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