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Von der Pike auf gelernt

Hennigsdorf Von der Pike auf gelernt

Rainer Fellenz ist seit September neuer Standortleiter bei Bombardier in Hennigsdorf, wo er bereits seit 2011 beschäftigt ist. Der gelernte Maschinenschlosser, der in einem Ausbesserungswerk der Deutschen Bahn seine Lehre gemacht hat, möchte Mitarbeitern und Kunden das Vertrauen in den Standort Hennigsdorf zurückgeben, der ihm sehr am Herzen liegt.

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Der neue Bombardier-Standortleiter Rainer Fellenz hat seinen Job von der Pike auf gelernt.

Quelle: Foto: Ulrike Gawande

Hennigsdorf. Welches Kind kennt nicht das Lied „Auf der schwäb’sche Eisenbahne“, in dem neben Stuttgart und Ulm auch Biberach vorkommt. Dort, tief im Südwesten der Republik, wurde vor 48 Jahren Rainer Fellenz geboren, der in Hennigsdorf seit September neuer Standortleiter bei Bombardier ist. Die Liebe zu Schienenfahrzeugen wurde Fellenz also schon in die Wiege gelegt. Auch sein Vater sei Bahner gewesen, erzählt der gebürtige Schwabe. Und so entschloss auch er sich, eine Lehre zum Maschinenschlosser zu machen. In einem Ausbesserungswerk der Deutschen Bahn. „Bahnen haben mich fasziniert, aber damals war der Job schwer und schmutzig“, erinnert sich Fellenz, der sich mit Frau und Kindern in seinem Zuhause im Havelland überaus wohl fühlt. „Wir sind sehr verwurzelt in der Region, es ist Heimat geworden.“

Seit der Lehre habe sich sein Beruf jedoch verändert. Wirft man einen Blick aus dem Fenster gegenüber von Fellenz’ Büro, blickt man in die Arbeitsvorbereitung von Bombardier, wo die Prototypen von Zügen in Hennigsdorf entstehen. Alles blitzt und glänzt, nichts erinnert an schmutzige Lehrjahre aus den Erzählungen von Rainer Fellenz, der mit dem Job bei Bombardier an seine Eisenbahnerwurzeln zurückgekehrt ist. Doch dazwischen liegen berufliche Umwege. So studierte er nach der Lehre Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Konstruktion, wurde danach im Bereich der Industrieplanung heimisch und baute weltweit Fabriken für die Automobilindustrie auf, in der Türkei und in Thailand. Fähigkeiten, die ihm heute bei Bombardier, wo Mitarbeiter aus 32 Nationen beschäftigt sind, hilfreich sind. Anschließend wechselte er 1996 für 15 Jahre zu Daimler, wo er die zweite Generation der Smarts auf den Weg brachte. „Das war eine spannende Zeit.“ Doch eigentlich habe er als junger Kerl einmal Hubschrauberpilot werden wollen, eine Sehschwäche verhinderte die Karriere bei der Bundeswehr. Nach einem Zwischenstopp in einem mittelständischen Unternehmen – „ein Perspektivwechsel“ – kam der 48-Jährige bereits vor sieben Jahren zu Bombardier nach Hennigsdorf, bezog schon damals sein heutiges Büro oberhalb der Werkhalle, damals noch als Chef der Arbeitsvorbereitung. „Hier bin ich am Puls des Betriebes und werde so schnell nicht wieder gehen. Ich möchte für meine Mitarbeiter sichtbar sein.“ So will Fellenz auch in die Werkstätten gehen und mit den Mitarbeitern ins Gespräch kommen. „Die Grundstabilität ist wichtig.“

Am Montag stellte er sich bei einer Betriebsversammlung den Mitarbeitern vor, lud sie ein, gemeinsam den Prozess der Neuausrichtung des Unternehmens zu gestalten. „Natürlich sind die Menschen verunsichert, ich verstehe ihre Sorgen“, versichert er, doch wolle er sowohl den Mitarbeitern, als auch den Kunden das Vertrauen in das Unternehmen zurückgeben. „Ich stehe für Transparenz, Vertrauen und Verbindlichkeit den Kunden gegenüber, dass wir Züge in höchster Qualität und termingerecht liefern. Wir bauen Züge und liefern sie aus.“ Der Standortleiter sieht Hennigsdorf als kompetentesten und erfolgreichen Standort an. „Das macht die Aufgabe spannend. Unser Standortvorteil ist die Nähe zu Berlin. Mir liegt Hennigsdorf am Herzen, es ist ein Schwergewicht im Verbund. Ich möchte den Standort mit seinen Kompetenzen stärken, ihn entwickeln.“ Er habe hervorragend ausgebildete und motivierte Mitarbeiter, die besten Hochschulabsolventen, so Fellenz. Diese Motivation müsse man nutzen, um den Standort in die Zukunft zu führen.

Er macht keinen Hehl daraus, dass es Veränderungen geben wird, versucht jedoch Perspektiven zu finden. So will man sich in Zukunft neben der Entwicklung verstärkt auch dem Servicegeschäft widmen, wo es in der Region eine Marktlücke gebe. Mit der neuen S-Bahn für Hamburg befinde man sich gerade in der Zulassungsphase, für die Metro in Stockholm ist die Serienreife für 2018 geplant.

Von Ulrike Gawande

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