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Von der Standuhr bis zum Kinderrad

Trödeln in Klein-Ziethen Von der Standuhr bis zum Kinderrad

Auch am diesem Sonntag war der „Garagen – und Scheuenflohmarkt“ in Klein-Ziethen wieder gut besucht. Im ganzen Dort boten Einwohner Dinge feil, die sie selbst nicht mehr gebrauchen können. Viele von ihnen sind ehemalige Berliner, die in Klein-Ziethen eine neue Heimat gefunden haben.

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Auch Organisator Marc Kienle verkaufte alte Dinge.

Quelle: Helmut Schneider

Klein-Ziethen. Immer im Juni stöbern die Klein-Ziethener ihre Keller, Garagen und Häuser durch und finden dabei viel Brauchbares, das sie eigentlich längst vergessen hatten, aber das zum Wegwerfen viel zu schade ist. So entstand vor neun Jahren die Idee, diese Sachen vor der eigenen Haustür anzubieten. Der „Garagen – und Scheuenflohmarkt“ war so nach amerikanischem Vorbild in Klein-Ziethen geboren.

Schon bei der Einfahrt ins Dorf am Sonntag lockten den Besucher die ersten Verkaufstische mit interessanten Angeboten. Eine alte Schreibmaschine, Rollfilmkameras, Fahrradzubehör, aber auch Stofftiere und Weingläser beispielsweise waren hier liebevoll angeboten.

Unter den „Trödlern“ war auch der Vorsitzende der „Bürgergemeinschaft Klein – Ziethen e. V.“ Marc Kiele. Seit 20 Jahren gibt es diesen Verein, der damals als Bürgerinitiative im Zusammenhang mit dem Bau der nahen Autobahn entstand, war von ihm zu erfahren. Inzwischen sind es 60 Mitglieder – eine stolze Zahl bei nur etwas mehr als 300 Einwohnern im Dort. „Wir organisieren Busfahrten, Sommer und- Herbstfeiern, monatliche Lagerfeuer und Spielabende – wir sind eine starke Stimme in Oberkrämer“, sagt Kiele nicht ohne Stolz in der Stimme.

Beim Weiterlaufen zur Ortsmitte muss der Besucher immer wieder an Tischen mit verschiedensten Angeboten stehen bleiben. Von Armreifen, Büchern, Gartengeräten, Kinderfahrrädern, Spielzeug, Textilien bis zur Zuckerwatte ist alles vorhanden. Letzteres gibt es neben Kaffee und Kuchen in der Scheune von Petra Rothe, in der gleich mehrere Trödelstände untergebracht sind. Am Grundstückseingang sitzt Claudia Metze an ihrem Spinnrad und wirbt für ihre Bärenklauer Handarbeitsgruppe. Schräg gegenüber im ehemaligen Spritzenhaus stellt die im Dorf ansässige Keramikerin Petra Manthei aus, in dem auch ihre Kunstwerke gebrannt werden.

Auf dem Weg zum Dorfplatz begegnet man dem Berliner Manfred Dolinski mit einem eichenen Beistelltisch unter dem Arm: „Für fünf Euro habe ich den gekauft – wo bekommt man denn so was noch?“

Ein ähnlich altes Stück, ein alter Regulator – das ist eine Pendelwanduhr – aus Omas Zeiten, findet sich an einer Garage ein Stück weiter, etwa 100 Euro soll der bringen.

Ein einheimisches Ehepaar mit Kleinkind auf dem Arm zieht im Bollerwagen einen blumenbunten Kindertisch mit Stühlchen hinter sich her. „Das haben wir schon lange gesucht“, freuten sich die beiden.

Fast alle angesprochenen ortsansässigen „Hobbytrödler“ bekannten, ehemalige Berliner zu sein, die nach der Wende dieses gepflegte Dorf entdeckt hatten und nie wieder weg wollen.

„Das Einzige, was uns fehlt, ist eine Kirche“, fasste es Marc Kiele augenzwinkernd zusammen, der mit der Teilnahme der Klein-Ziethener am diesjährigen Trödeln sichtlich zufrieden war.

Von Helmut Schneider

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