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Vor 200 Jahren: Großmutzer Kirche geweiht

Am Sonntag wird das Jubiläum mit einem Festgottesdienst und mehr gefeiert Vor 200 Jahren: Großmutzer Kirche geweiht

Mit einem Festgottesdienst und einigen kleinen Angeboten wird morgen an die In-Dienst-Stellung der Großmutzer Kirche vor 200 Jahren gedacht. Der Superindentent ist auch vor Ort.

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Dieses prächtige Haus wurde vor 200 Jahren in den Dienst gestellt und ist heute wieder ein ansehnlicher Bau.

Quelle: Stefan Blumberg

Großmutz. So richtig sieht man ihr das Alter gar nicht an. Aber man kann es drehen und wenden, wie man will: Die Großmutzer Kirche ist 200 Jahre alt. Jedenfalls ungefähr. „Keiner weiß es so ganz genau. Es gab drei unterschiedliche Jahresangaben“, sagt Pfarrer Tobias Ziemann. Der Gemeindekirchenrat habe sich für den Mittelwert entschieden, um das Jubiläum der Kirchenweihe zu feiern. Die Wahl fiel auf Sonntag, 30. August 2015, also morgen. Das Jubiläum wird um 14 Uhr mit einem Festgottesdienst eingeläutet.

Die Geschichte um die Kirche beschäftigte Pfarrer Ziemann gerade in den vergangenen Tagen noch einmal besonders. Er stöberte in alten Kirchenbüchern und wurde fündig. Dass die Kirche und ein Teil des Dorfes im Jahre 1808 niederbrannte, steht bereits in Aufzeichnungen. „Damals wurde auch das Pfarrhaus zerstört, deshalb wohnten der Pfarrer und seine Frau sowie ein Dienstmädchen über eine lange Zeit in der Sakristei. Das kann man sich gar nicht vorstellen“, sagt der heutige Pfarrer. 1814/15 soll die Kirche wieder nutzbar gewesen sein, hieß es. „Jetzt haben wir herausgefunden, dass die Kirche im Februar 1816 wieder in Dienst gestellt wurde. Also feiern wir morgen etwas zu früh“, sagt Ziemann mit einem Schmunzeln.

Beim Großmutzer Gotteshaus handelt es sich offensichtlich um einen der ersten Bauten in der Neugotik in Brandenburg. Karl-Friedrich Schinkel, der große Baumeister, soll den Bau mitgeplant haben. Die umfassende Sanierung zur Jahrtausendwende tat dem Gebäude sehr gut; davor war es extrem verfallen. „Es ist eine schöne, prächtige Kirche“, so der Pfarrer, der eine Sache bedauert: „Uns beschäftigt, dass wir große Kirchen haben, die aber immer weniger genutzt werden. In Großmutz gibt es zum Beispiel eine Empore. Aber wird eigentlich nicht mehr benötigt, weil wenige Menschen in die Kirche gehen. Das ist sehr schade.“

Die Großmutzer verfügen über eine kleine, sehr schön klingende Hollenbach-Orgel. Seit diesem Jahr ist die Glocke „motorisiert“, sie klingt jeden Abend um 18 Uhr. „Darauf ist die Gemeinde stolz, hierfür wurden im Dorf viele Spenden gesammelt. Es gab keinerlei Förderung von außen“, so Tobias Ziemann. Die Gemeinde könne unentwegt etwas an der Kirche und dem Grundstück machen, bauen und verbessern – so wurde vor zwei Jahren der bei Regen schlammige Weg zur Kirche gepflastert. „Eine meiner ersten Bauhandlungen vor fünf Jahren war die Neueindeckung der Dächer von Pfarrscheune und -ställen“, so der ordinierte Gemeindepädagoge. In der Kirchengemeinde seien zwar nur wenige Menschen aktiv. Aber diese wenigen bewegten eine ganze Menge für ihre Kirche und das alte Pfarrhaus.

Am Sonntag wird die Gäste ein Festgottesdienst erwarten, zu dem Bläser und der Kreiskantor Martin Schubach spielen werden. So wie vor 200 Jahren wird auch diesmal der amtierende Superintendent (Uwe Simon) vor Ort sein. Es gibt das Angebot, Auszüge aus dem Kirchenbuch vorzulesen und einen Vortrag aus Preußens Geschichte zu halten. „Es wird ein fröhlicher Gottesdienst werden“, so Tobias Ziemann

Von Stefan Blumberg

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