Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Vulkane und Plattentektonik
Lokales Oberhavel Vulkane und Plattentektonik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 30.10.2017
Mithilfe von in Wasser angerührter Speisestärke konnten die kleinen und großen Ferienunistudenten ein Gefühl für die Konsistenz des Erdmantels bekommen. Quelle: Ulrike Gawande
Anzeige
Velten

Nach jonglieren, kochen und Graffiti stand am Donnerstag bei MAZ-Ferienunireporterin Leonie der Besuch eines Experimentierkurses auf dem Programm. Unter dem Motto „Feuerspucker und kontinentale Flussfahrt“ hatten sich 19 Kinder im Kochstudio des Bürgerhauses in Velten-Süd eingefunden und warteten gespannt, welche Experimente die wissenschaftlichen Mitarbeiter des „Erdforscher Mitmachlabors“ für sie vorbereitet hatten.

Christof Sager und Nicole Mätzing sind beide Geologiestudenten und versuchen mit solchen Projekten, die auch an Schulen durchgeführt werden, bei Kindern die Freude an naturwissenschaftlichen Fächern zu wecken, sie für die Geologie zu begeistern.

Christof Sager und Nicole Mätzing sind wissenschaftliche Mitarbeiter bei, „Erdforsche Mitmachlabor“. Quelle: Ulrike Gawande

Doch was macht eigentlich ein Geologe, womit beschäftigt er sich, fragte Christof Sager seine Nachwuchsstudenten im Alter von acht bis 13 Jahren. „Erdforscher gucken in die Erde“, erklärte der achtjährige David aus Velten. Er beschäftige sich mit Fossilien, Steinen, dem Aufbau und der Entstehung der Erde und mit Dinosauriern, waren weitere Beschreibungen des Geologenberufes. Und mit Vulkanen. Auch zu diesem Thema beeindruckten die Kinder mit Fachwissen: Erklärten, dass der Vesus zu den Stratovulkanen gehöre, kannten den Unterschied von Magma und Lava, und wussten, dass auf Hawaii vor allem flache Schildvulkane zu finden sind. Genauso wie auf dem Mars, wo mit dem Olympus Mons nicht nur der höchste Berg des Sonnensystems (22 000 Meter), sondern auch der größte Vulkan zu finden ist. Ein Vergleichsfoto von Olympus Mons mit dem Mount Everest machte die Runde.

15 Minuten kamen die fertigen Salzteigvulkane in den Ofen. Quelle: Ulrike Gawande

Dann jedoch wurde praktisch gearbeitet: Jedes Kind durfte aus Salzteig seinen eigenen Vulkan herstellen, der mit einer Filmdose als Magmakammer versehen bei 150 Grad Celsius für 15 Minuten in den Ofen wanderte. Mithilfe einer Mischung Zitronensäure und Natron zu gleichen Teilen sowie mit Lebensmittelfarbe gefärbtem Wasser, wurde am Ende des Kurses der Vulkan zum Ausbruch, durch das entstehende Kohlenstoffdioxid zum Schäumen gebracht. „Ich bastele gerne mit Salzteig, der ist so schön cremig“, verriet Elias (8) aus Velten.

Ein gekochtes Ei stellte die Erde dar. Quelle: Ulrike Gawande

Cremig, nein eher schleimig, war die Speisestärke-Wassermasse, mithilfe derer die Geologiestudenten die Konsistenz des Erdmantels, auf dem die tektonischen Platten quasi schwimmen, erklärten. Eine kontinentale Flussfahrt eben. Ein hartgekochtes Ei diente wiederum als Erde und die aufgeplatzte Schale nach dem Aufschlagen symbolisierte die Unebenheiten unseres Kontinents.

Ein Experiment mit kaltem und heißem Wasser diente zum Verstehen der Plattentektonik. Quelle: Ulrike Gawande

Um den Kreislauf des Aufsteigens und Absinkens der Platten zu erkennen, wurde mit gefärbtem kalten und heißen Wasser experimentiert. „Den Kreislauf, der die Platten antreibt, kennt man erst seit hundert Jahren“, berichtete Sager den Kindern, die mit Feuereifer bei der Sache waren. Mithilfe der Geologie könne man die Planeten mit ganz anderen Augen sehen, Landschaften und Natur, die Geschichte erzählen, anders lesen, ist er überzeugt. Und man bekomme eine neue Vorstellung von Zeit.

Die Kinder puzzelten den Urkontinent, den Alfred Wegener Pangäa getauft hatte. Quelle: Ulrike Gawande

Mit diesem Thema taten sich die Kinder aber schwer, als sie einschätzen sollten, wann es den Urkontinent Pangäa gegeben hat. Die Antworten schwankten zwischen 100 Jahren und 3,4 Milliarden Jahren. Nicole Mätzing löste auf: Erst 250 Millionen Jahre sei es her, als Afrika und Südamerika noch direkt beiein­ander lagen. „Das war kindgerecht erklärt, interessant, hat Spaß gemacht“, so die Einschätzung von Ferienunireporterin Leonie.

Von Ulrike Gawande und Leonie-Sophie Raczek

Aufgrund von Bauarbeiten am Karower Kreuz müssen Fahrgäste, die die S-Bahn der Linie S 8 zwischen Pankow und Birkenwerder nutzen, auf Busse umsteigen. Der Schienenersatzverkehr beginnt am 6. November und soll bis 4. Dezember andauern. Durch den Busverkehr verlängern sich die Fahrzeiten um bis zu 40 Minuten.

26.10.2017

Eine handfeste Prügelei, ein versuchter Handtaschendiebstahl, mehrere Autofahrer mit Promille im Blut – diese und weitere Meldungen gibt es im aktuellen Polizeibericht aus dem Kreis Oberhavel vom 26. Oktober.

26.10.2017

Für die Präsentation der neuen Talent-2-Züge für das Stuttgarter Regionalnetz Neckartal hat sich Bombardier am Donnerstag einigen Pomp einfallen lassen. Die Hennigsdorfer liefern 48 dieser Züge für 250 Millionen Euro nach Baden-Württemberg. Der Betriebsrat war zur Präsentation übrigens nicht eingeladen.

29.10.2017
Anzeige