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Wache bekommt dritten Rettungswagen

Mühlenbecker Land Wache bekommt dritten Rettungswagen

Ein dritter Rettungswagen ist am Montag in der Rettungswache in Schönfließ in Dienst gestellt worden. Der Landkreis reagiert damit auf die wachsenden Einsatzzahlen, insbesondere an den Wochenenden, sagte der zuständige Dezernent Matthias Rink. Täglich würden die Schönfließer Sanitäter zu durchschnittlich 15 Notfällen gerufen. Die Zahl sei um 20 Prozent gewachsen.

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Die Vertreter von Landkreis und Kommune stoßen auf die gute Zusammenarbeit an.

Quelle: Helge Treichel

Schönfließ. Als am Montag der dritte Schönfließer Rettungswagen (RTW) des Rettungsdienstes Oberhavel in Dienst gestellt wurde, war der Hauptprotagonist gar nicht anwesend: Das Fahrzeug war Minuten vor dem offiziellen Termin zu einem Einsatz gerufen worden. Kurz darauf rückte auch die dritte und letzte RTW-Besatzung aus.

„Diese Situation zeigt, worum es hier geht“, sagte der zuständige Dezernent Matthias Rink (CDU). Der Bedarf sei gewachsen. Die Einsatzzahlen hätten sich um 20 Prozent erhöht, insbesondere am Wochenende. Im Durchschnitt würden allein von Schönfließ aus 15 Einsätze pro Tag absolviert. Angesichts dieses Trend benötige er keine Glaskugel, um zu wissen: „Spätestens mit dem nächsten oder übernächsten Rettungsdienstbereichsplan reden wir über den Neubau einer Wache in Schönfließ.“ Und die stehe voraussichtlich bereits vor Ablauf der nächsten zehn Jahre, prognostizierte der Dezernent.

Diese Entwicklung unterstrich Bürgermeister Filippo Smaldino-Stattaus (SPD), der die Indienststellung des Fahrzeugs als „Tag der Freude“ bezeichnete. Mit Stand Wochenbeginn wohnen 14 991 Menschen in der Gemeinde Mühlenbecker Land. Er erwarte, dass die 15 000er-Marke noch in diesem Jahr geknackt werde. Für alle verspreche die Stationierung eines dritten RTW in Schönfließ „kurze Wege und eine schnelle Rettung“.

Weg war er

Weg war er: Der dritte und letzte Rettungswagen verlässt die Wache. Die Fotografen bekommen kein Bild vom Auto am neuen Standort.

Quelle: Helge Treichel

Der Bürgermeister dankte Ortsvorsteher Mario Müller (CDU). Zugleich Kreistagsmitglied, habe er den Stein ins Rollen gebracht und sogar sein Büro leergeräumt, um den dritten Rettungswagen in Schönfließ zu ermöglichen. Seine Sprechstunden erledige er ohnehin „operativ“, sagte Müller. Ein Büro benötige er dafür nicht. Alle beteiligten hätten an einem Strang gezogen, lobte Smaldino-Stattaus. Nicht zuletzt sei auch im eigenen Fachbereich im Rathaus grünes Licht gegeben worden. Der dritte RTW steht in der Feuerwache.

Die Rettungswache in Schönfließ deckt neben dem eigenen Ortsteil auch Mühlenbeck und Schildow ab. Hinzu kommen, Glienicke, Hohen Neuendorf und das südliche Birkenwerder. Während zwei Fahrzeuge rund um die Uhr besetzt sind, steht das dritte Auto nur von 8 bis 20 Uhr zur Verfügung, dafür aber sieben Tage in der Woche.

Rettungswachen gibt es außerdem in Fürstenberg, Zehdenick, Dannenwalde, Gransee, Neuholland, Kremmen, Staffelde, Hennigsdorf, Oranienburg, und Eichstädt. An diesen Standorten sind insgesamt 18 Rettungswagen stationiert. Darüber hinaus gibt es sechs Rettungswagen in Reserve, erläuterte Matthias Rink. Je nach Ausstattung koste jedes dieser Fahrzeuge 100 000 bis 150 000 Euro. In einem regelmäßigen Turnus würden diese erneuert.

Dass der Schwerpunkt des Rettungsdienstes im südlichen Oberhavelkreis liegt, habe mit der Bevölkerungsverteilung zu tun, sagte Rink. Gut 79 Prozent der gut 200 000 Einwohner würden sich dort konzentrieren. Und der Dezernent ließ die Runde schätzen, wie viele Kraftfahrzeuge in Oberhavel angemeldet sind. Die meisten lagen weit daneben, denn 165 000 hatte keiner getippt.

Da alle drei RTW-Besatzungen im Einsatz waren, wurde wenigstens auf sie angestoßen. Bei der Gelegenheit betonte Gemeindevertreter und Anwohner Harald Ziekursch, dass es ein gutes Nebeneinander mit den Sanitätern gebe. Die würden die Sirene erst einschalten, wenn es nötig wird.

„Um die Lücke zu schließen“

Matthias Rink ist in der Kreisverwaltung für Soziales und Integration sowie Verkehr, Ordnung und Informationstechnik verantwortlich. Mit ihm sprach Helge Treichel.

MAZ: Auf welcher Basis wurde der Schönfließer Fuhrpark erweitert?

Matthias Rink: Im Juli hat der Kreistag den Rettungsdienstbereichsplan beschlossen. Aus diesem Papier geht die Notwendigkeit hervor, die Rettungswache in Schönfließ zu verstärken, indem im Gegenzug Kapazitäten in Gransee reduziert werden. Der RTW ist also nicht neu, sondern wurde verlegt.

Sind die Retter jetzt schneller am Einsatzort?

Rink: Vorgesehen ist eine Hilfsfrist von maximal 15 Minuten bei 95 Prozent der Einsätze. Wir haben in Oberhavel am Stichtag 31. Januar 91,19 Prozent erreicht. Um die Lücke zu schließen, bauen wir neue Rettungswachen in Kremmen und Hennigsdorf – und haben in Schönfließ erweitert.

Von Helge Treichel

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