Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 0 ° Regenschauer

Navigation:
Wackliger Turm und zu wenig Platz

Feuerwehr in Friedrichsthal Wackliger Turm und zu wenig Platz

Die Friedrichsthaler Feuerwehr hofft auf den Bau eines neuen Depots, denn für die 21 Aktiven ist das alte längst zu eng und der Schlauchturm seit Jahren einsturzgefährdet.

Voriger Artikel
Mysteriöser Knochenfund in Gransee
Nächster Artikel
Zurück zu den Wurzeln

Ortswehrführer Manuel Jänisch (l.) und Ortsvorsteher Jens Pamperin machen Druck.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. „Den Turm haben Fachleute für baufällig erklärt. Und das schon vor Jahren“, sagt Ortswehrführer Manuel Jänisch und schaut mit kritischem Blick nach oben. Schläuche werden in dem holzverkleideten Bauwerk nicht mehr getrocknet, aber man sieht, dass sich die Bretter überall lösen und der Turm ein Sanierungsfall ist. Doch noch größere Sorgen bereitet den Friedrichsthaler Feuerwehrleuten ihr Depot an sich. „Für zehn wäre es o.k., aber für 21 Aktive ist es einfach viel zu eng.“ Das findet auch Ortsvorsteher Jens Pamperin. Zum Jahresende 2017 wird in der Stadt der Gefahrenabwehrbedarfsplan aktualisiert und fortgeschrieben. Das passiert aller sechs Jahre. Und da wolle man sich rechtzeitig in Erinnerung bringen, dass auch in Friedrichsthal so einiges im Argen liegt und es baulichen Nachholebedarf gibt.

Das Depot ist Baujahr 1904, wurde zur Gründung der freiwilligen Feuerwehr erbaut. Eine Sanierung erfuhr es 1991, nach damaligen Standards, erinnert sich Jens Pamperin. Seitdem hat der Zahn der Zeit daran genagt: „Der Schulungsraum ist einfach zu klein.“ Der Platz reicht auch nicht im Umkleideraum. Viele Aktive müssen direkt neben den Feuerwehrfahrzeugen in die Sachen springen, wenn der Pieper ruft. Es gibt nur eine Dusche. Eine zweite für die fünf Frauen in der Wehr wäre schön. „In der unteren Etage gibt es kein warmes Wasser.“ Und nicht zuletzt sei das Haus damals nach der vorhandenen Technik und nicht nach der Norm saniert worden. Die derzeitigen Fahrzeuge passen rein, das ist Zentimeterarbeit, aber neue Technik – dafür wären die Rolltore zu klein.

In Sachen technischer Ausrüstung sehen sich die Feuerwehrleute gut ausgerüstet, „da gibt es nichts zu meckern“, sagt Manuel Jänisch. Aber ihr Depot eben...

Bereits vor rund zehn Jahren, erinnert sich Manuel Jänisch, sollte die Halle aufgestockt und das Depot erweitert worden. Dabei blieb es. Es folgte die Diskussion darüber, dass es effektiver und sinnvoller wäre, die Löschzüge von Friedrichsthal und Malz zusammenzulegen und für alle ein neues Depot zu bauen. „Das ist einfach das Sinnvollste und zusammen sind wir noch schlagkräftiger“ , sind sich Jänisch und Pamperin einig. Doch es scheiterte bisher am Widerstand von Malz, die gern ihre Feuerwehr im Ortsteil behalten möchten. Trotz mancher „Annäherungsversuche“ sei bis heute die Stimmung nicht gut, „es ist immer eine Spannung da. Inzwischen hat keiner mehr Lust, was gemeinsam zu machen“, bedauern sie. Der ehemalige Stadtbrandmeister Friedmund Duwe konnte sich mit der Fusionierung nicht bei der Kommunalpolitik durchsetzen.

Die Friedrichsthaler Feuerwehrleute rücken durchschnittlich 35-mal im Jahr aus. Vor allem zu vielen Waldbränden, wie auch in dieser Woche wieder. „In diesem Jahr sind wir bisher schon zu 20 Einsätzen gerufen worden“, so Jänisch. Platz für eine neues Depot gibt es bereits: „Die Stadt hat das Grundstück hinter dem Depot, wo noch eine alte Scheune steht, vor zwei Jahren gekauft“, erklärt Jens Pamperin. Die Scheune müsse abgerissen werden. „Eigentlich könnten wir loslegen“, sagt Manuel Jänisch mit Blick auf den Spaten in seinem Büro, der vom ersten Spatenstich für die Grabowseebrücke stammt, die 2010 fertig geworden war.

Natürlich wüssten sie, welche Bauvorhaben in Sachen Schulen und Kitas die Stadt jetzt vor der Brust habe, „aber wir möchten uns in Erinnerung bringen und sagen, auch hier gibt es viel zu tun.“

Von Heike Bergt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg