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Oberhavel Wahlsieger gönnt sich eine Woche Urlaub
Lokales Oberhavel Wahlsieger gönnt sich eine Woche Urlaub
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00:20 28.09.2017
Nachdem er bei der Bundestagswahl am Sonntag für die CDU das Direktmandat im Wahlkreis 58 Oberhavel und Havelland II gewonnen hat, gönnt sich Uwe Feiler (r.) jetzt das Erntefest in Dollgow und eine Woche Urlaub mit der Frau. Quelle: Stefan Blumberg
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Oberhavel.

Die Anspannung bei Uwe Feiler wich am Sonntagabend erst relativ spät der Erleichterung. Auf die ersten Ergebnisse, die bei der CDU-Wahlparty auf dem Kremmener Spargelhof an der Videowand aufflackerten, war die Reaktion gleich null. Auch als die Stimmen von 34 Wahlbezirken an die Wand geworfen wurden, sah das Resultat ähnlich aus. „Ich werde mich überhaupt nicht dazu äußern“, sagte der 51-Jährige zu dem Zeitpunkt. „Die großen Orte kommen erst noch“, wehrte er ab. „Auch bei 250 ausgezählten Wahlbezirken habe ich noch nicht an den Sieg geglaubt“, gab er zu. Seine Nervosität bekämpfte er mit Raucherpausen. Als gegen 21 Uhr nur noch einige Wahlbezirke fehlten, entschloss er sich, seine Ansprache zu halten. Sein Wiedereinzug in den Bundestag war unumstößlich.

„Ich bedanke mich bei all denen, die mich in diesem Wahlkampf unterstützt haben. Wir haben einen hohen Aufwand betrieben. Ich denke da nur an unsere Tür-zu-Tür-Aktion. Wir klopften an etwa 9000 Türen.“ Sein Team setzte auf den persönlichen Kontakt, ging auf Marktplätze und Bahnhöfe. Einen besonderen Dank spendierte er seiner Familie und vor allem seiner Frau. „Wir sind am 4. Juli in den Wahlkampf eingestiegen. Seitdem hatte ich genau zwei freie Tage. Meine Frau hat mich trotzdem noch nicht mit Herr Feiler angesprochen.“ Mit 29,9 Prozent der abgegebenen Stimmen holte der Mann aus dem Havelland das Direktmandat im Wahlkreis 58. Er verwies Benjamin Grimm (SPD, 22,7 Prozent) und Christian Schmidt (AfD, 18 Prozent) auf die Plätze.

„Es ist der erhoffte und auch ein bisschen erwartete Ausgang und ein Resultat dessen, was er geleistet hat“, sagte Frank Bommert, Kreisvorsitzender der CDU. Er denkt da an solche Themen wie Bomben, Bundesstraße 96 oder auch Kassensysteme. „Ich kenne ihn seit neun Jahren. Er ist eine ehrliche Haut.“

Für Harald Petzold bedeutet das Ergebnis der Bundestagswahl (14,7 Prozent der abgegebenen Stimmen) unumstößlich das Aus als Mitglied des Bundestages. Daran konnte letztlich auch der sechste Listenplatz des 55-Jährigen nichts ändern, denn über die Landesliste kann die Linke aufgrund ihres Wahlergebnisses nur die ersten vier dort Platzierten in den Bundestag entsenden. „Ich bin natürlich immer noch traurig über unser Absacken im Wahlkreis“ sagte Harald Petzold am Tag nach der Wahl. Er habe die Stimmung in der Bevölkerung während des Wahlkampfes anders empfunden. Doch wichtiger als nun zu heulen, sei ihm der Dank an seine Wähler und an alle, die ihn persönlich unterstützt haben. Er werde sich nun, so Petzold, am Mittwoch im Schulamt melden. Als verbeamteter Lehrer habe er ein Rückkehrrecht in seinen Beruf. Vor seinem Eintritt in den Deutschen Bundestag war Harald Petzold an der Kant-Gesamtschule in Falkensee Lehrer für Musik und Politische Bildung. Sehr wahrscheinlich, dass er nach einer Übergangszeit, die am 28. Februar kommenden Jahres endet, ab 1. März wieder unterrichten wird.

Keinen Platz auf der Landesliste seiner Partei hatte Christian Schmidt. Deshalb bleibt auch dem AfD-Politiker aus Birkenwerder der Einzug in den Bundestag verwehrt. „Ich bin beruflich sehr ausgefüllt“ sagte der Betriebswirt mit Fachrichtung Informatik am Montag. Der 45-Jährige wolle sich jetzt auf seine Arbeit im Kreisvorstand und auf die Landtagswahl 2019 konzentrieren.

„Ich hatte klar auf das Direktmandat gesetzt“, sagte am Montagnachmittag Benjamin Grimm von der SPD. „Es war vorher schon ziemlich klar, dass mein Listenplatz 6 nicht für den Bundestag reichen wird. Er sei, so der 32-jährige Anwalt, in den vergangenen sechs Wochen von der Arbeit freigestellt gewesen. Ab sofort werde er morgens wieder mit Freude ins Büro gehen und sich ehrenamtlich in seinen zahlreichen Parteiämtern engagieren.

Oberhavels nunmehr einziges Bundestagsmitglied Uwe Feiler richtet den Blick indes nach vorn. B 96, Pendler, Kreisgebietsreform und die Herausforderung AfD sieht er als nächste Aufgaben an. Am kommenden Wochenende wird er aber zunächst mal beim Erntedankfest in Dollgow sein. „Und danach fahre ich eine Woche mit meiner Frau weg.“

Von Stefan Blumberg und Bert Wittke

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