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Oberhavel Wald bei Beetz und Rüthnick wird renaturiert
Lokales Oberhavel Wald bei Beetz und Rüthnick wird renaturiert
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09:10 12.06.2016
Der Wald wird aufgewertet. Quelle: DBU
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Beetz

Der Wald zwischen Beetz, Rüthnick, Grieben und Linde wird renaturiert. Es handelt sich dabei um eine 3850 Hektar große Naturerbefläche, die bislang größte in Brandenburg. Dort soll in den nächsten Jahren herausgefunden werden, unter welchen Bedingungen sich aus einem Wirtschaftswald möglichst schnell ein naturnaher Laubmischwald entwickelt.

Schon jetzt ist der Wald ein Naturidyll. Bis zur Wende sind Teile davon von der NVA genutzt worden. Er diente als Übungsgelände für die Soldaten – für die Grenztruppen und eine Raketeneinheit. „Dort befanden sich ein Übungsplatz, eine Infanterieschießbahn und eine Kaserne“, sagt Katja Behrendt, die Pressesprecherin bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Man sehe noch vereinzelte Splitterbestände in den Bäumen, es handele sich aber nicht um Geschosse, die noch gefährlich seien. „Was eventuell aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden liegt, weiß man nicht.“

Ziel sei es, die Flächen im Wald wieder zu entsiegeln. Die einsturzgefährdeten Baracken, die teilweise noch im Wald in der Nähe von Beetz stehen, sollen weg. „Wir prüfen, welche Firmen vor Ort das übernehmen können“, so Katja Behrendt.

Die Naturerbe-Fläche. Südwestlich davon liegt Beetz, westlich liegen Ludwigsaue und Rüthnick, ganz im Norden ist die B 167 zu sehen, im Norden Grieben und nordöstlich Linde. Innerhalb der Begrenzung links oben und links unten, die kleinen weißen und grauen Flächen, sind ehemalige NVA-Gebäude oder Flächen. Quelle: DBU

Momentan haben die Kiefern im Wald einen Anteil von 90 Prozent. Langfristig soll ein Mischwald daraus entstehen. Deshalb startet dort bald ein Waldrenaturierungsexperiment. Verschiedene Maßnahmen sollen dafür erprobt werden. In einer ersten Variante wird untersucht, ob sich der Wald nach einer Holzernte ohne weitere Einflussnahme zu einem Laubmischwald entwickelt.

In Variante zwei werden kleinflächige Sturmschäden nachgeahmt, indem Kiefern umgeworfen werden, um den Anteil an liegendem Totholz zu erhöhen. Stehendes Totholz soll auch entstehen, indem einige Kiefernstämme entrindet werden. In einer dritten Variante werden in die entstandenen Lücken zusätzlich Eichen, Buchen und Linden gepflanzt. Andere Zonen dienen als Kontrollflächen, die ganz ohne Maßnahmen sich selbst überlassen werden.

Es handelt sich vermutlich um das deutschlandweit größte Experiment dieser Art. „Für uns ist das unheimlich spannend“, sagt Katja Behrendt.

Darüber hinaus könnte sich das Möllersche Luch wieder zu einem richtigen Hochmoor entwickeln. Dafür startet ein Wiedervernässungsversuch, daran ist die Berliner Humboldt-Universität beteiligt. „Der Wasserpegelstand wird immer wieder gemessen“, so die DBU-Pressesprecherin. Hochmoore seien hierzulande selten, die momentane Trockenheit aber eher ein Problem.

Insbesondere für die Regionen Kremmen und Löwenberger Land könnte dieser Wald also noch sehr interessant werden. „Es gibt Regionen, die einen Naturerbe-Wald in ihr Tourismuskonzept aufgenommen haben“, sagt Katja Behrendt. So etwas sei auch dort denkbar. Es werde darüber nachgedacht, an zwei Punkten Infotafeln aufzustellen: an der L 19 an einer Waldeinfahrt nahe Ludwigsaue sowie an der B 167 an einem Abzweig zwischen Grieben und Linde.

Von Robert Tiesler

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