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Oberhavel Wald „gnadenlos geschändet“
Lokales Oberhavel Wald „gnadenlos geschändet“
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00:15 18.04.2017
Das Waldstück hinter dem Pflegeheim Amarita in Hohen Neuendorf. Quelle: Helge Treichel
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Hohen Neuendorf


Dabei handele es sich um eine „ganz normale Durchforstung“ eines Wirtschaftswaldes, begründet Henry Repkow die Arbeiten. Der Leiter der Landeswaldoberförsterei Borgsdorf verweist darauf, dass der Wald nicht allein der Erholung diene, sondern auch eine Nutzfunktion besitze. „Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen“, sagt er und fügt hinzu: „Wir haben in Deutschland die nachhaltigste Holzverwertung der Welt. Es wächst mehr nach als entnommen wird.“ Die nächste Pflegemaßnahme stünde nun erst wieder in sieben bis acht Jahren an. Im Landesforst gebe es keine Fläche, die kahl geschlagen und nicht wieder bepflanzt wurde, so Repkow.

Der Wald nach dem „Durchforsten“. Quelle: Helge Treichel

Die Pflegemaßnahmen hätten auf einer rund 15 Hektar großen Fläche stattgefunden, sagt die Bergfelder Revierförsterin Kathrin Sauer. Hinzu kämen rund acht Hektar in der Niederheide. Damit werde Licht und Raum geschaffen für neues Grün. Hinter dem Pflegeheim sei das besonders nötig gewesen, weil dort bisher nur Schneisen geschlagen wurden. Deshalb habe es instabile Bäume mit mickrigen Kronen gegeben, die nun zum Teil entfernt wurden.

Warum auch vormals mächtige Kiefern zwischen Brücke nach Bergfelde und dem großen Rotpfuhl „geköpft“ wurden, fragt Matthias Salchow. Die Stämme stünden dort nun „als traurige Mahnmale für sinnlose Zerstörungswut“. Nach den Worten der Revierförsterin würden die rund 135 Jahre alten Hochstümpfe ganz bewusst stehen gelassen und dem natürlichen Verfall ausgesetzt. „Das ist eine Naturschutzmaßnahme, die ganz viele Vorteile hat“, sagt die 40-Jährige. Die Stämme hätten zum Beispiel eine Schutzfunktion für junge Lärchen und Eichen, die dort nun aufwachsen sollen. Gelingt dies nicht von allein, würden Nachpflanzungen vorgenommen.

Auch die zerfurchten Wege würden wieder hergerichtet. Das habe schon festgestanden, bevor der Einschlag überhaupt begann. Allerdings würden die gefällten Stämme zunächst noch einmal mit schwerer Technik aus dem Wald herausgeholt. Wann genau die Wege geglättet werden, könne sie von ihrem Schreibtisch aus nicht sagen, so Kathrin Sauer. Das werde an anderer Stelle entschieden. Siedlungsnahe Wälder mit wichtiger Erholungsfunktion hätten jedoch Priorität.

Zu den Durchforstungsarbeiten hätte sie bereits ein gutes Dutzend intensiver Gespräche mit Anwohnern und Waldnutzern geführt, sagt die Revierförsterin. Solche emotionalen Äußerungen seien in Ordnung (nicht jedoch Ausfälligkeiten) und zeigten die Verbundenheit der Menschen mit dem Wald. Die ginge sogar so weit, dass Unbekannte von ihr angebrachte Farbmarkierungen mühevoll mit Drahtbürsten von der Baumrinde entfernt hätten. Aber sie kläre gern über ihre Arbeit auf, „die ich genauso liebe wie den Wald selbst“, sagt Kathrin Sauer. Und sie verspricht, dass der Wald mit Beginn der Vegetationsperiode wieder ansehnlich wird. Das Betreten der durchforsteten Flächen jedoch sei zunächst gefährlich und verboten – auch wenn entsprechende Schilder und Absperrungen häufig entfernt würden.

Von Helge Treichel

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