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Oberhavel Was das Handwerk ausmacht
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18:24 28.09.2017
Zimmerermeister Daniel Spindler (l.) möchte die jungen Männer für sein Handwerk begeistern. Quelle: Enrico Kugler
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Sachsenhausen

Daniel Spindler ist Zimmermann, sogar Meister. Und er liebt seinen Beruf. Als er ein Zehntklässler war, wusste er auch nicht so recht, was er mal werden will. Seine Mutter hatte ihm gesagt: „Na, du kannst doch gut mit Holz, probier’s doch.“ Den Rat hat Daniel Spindler befolgt und nie bereut. Nun möchte er selbst jungen Menschen helfen, sich ein wenig auszuprobieren. An der Jean-Clermont-Oberschule und bei WAT-Lehrer Thomas Nigbur rannte er damit offene Türen ein.

Mit dem Ausmessen geht es los. Mit dabei WAT-Lehrer Thomas Nigbur, Daniel Spindler, Erik und Simon (v. l.). Quelle: Enrico Kugler

Gestern startete eine AG, in der die Schüler unter Spindlers Anleitung eine Überdachung für den Grillplatz auf dem Schulhof bauen wollen. Drei Neuntklässler waren krank, aber Simon und Erik aus der 10c standen pünktlich bereit.

Die ausführliche Vorstellungsrunde wollte sich der Zimmerer fürs nächste Mal aufheben, wenn alle Schüler des Projektes dabei sind. Dafür legte er mit den Zehntklässlern lieber gleich los. Zollstock raus und auf ging’s. Die beiden Jungs stellten sich gut an. Kein Wunder. „Wir schauen natürlich, welche Schüler sich auch dafür interessieren“, sagte Lehrer Nigbur, der sich freut, dass wirklich Fachleute an die Schule kommen und mit den Schülern arbeiten. Ein Lehrer könne schließlich viel erzählen.

Simon (l.) und Erik erstellen nach dem Ausmessen mit dem Zimmerer eine Planskizze. Quelle: Enrico Kugler

Daniel Spindler musste nicht viel erzählen. Er ließ die beiden Schüler die Grillfläche ausmessen und entwickelte mit ihnen die erste Planskizze. Besonders der 15-jährige Erik aus Freienhagen mag es, mit Holz zu arbeiten. „Mein Opa war Tischler“, erzählt er.

Entstehen soll eine Überdachung für den Grillplatz auf dem Schulhof. Quelle: Enrico Kugler

Simon ist 16, kommt aus Germendorf und interessiert sich für Landwirtschaft. Auf das Projekt freut er sich. Die beiden Jungs wünschen sich, dass die Überdachung später allen gefällt und sie danach wissen, ob diese Arbeit was für sie wäre.

Der Zimmermeister bildet in seinem Betrieb selbst Lehrlinge aus. Er kann ein Lied davon singen, wie schwer es ist, Nachwuchs für seinen Beruf zu finden. „Wir sind immer auf der Suche.“ Die meisten jungen Leute würden lieber mit dem Computer statt mit ihren Händen arbeiten. Deshalb hat sich der Zimmerer gedacht, er kann den einen oder anderen vielleicht für sein Handwerk begeistern. „Und wenn es euch gar keinen Spaß macht, dann habt ihr wenigstens diese Erfahrung gemacht“, sagte er zu Erik und Simon. Etwas schade ist, dass momentan immer nur eine Unterrichtsstunde pro Woche für das Projekt zur Verfügung steht. Die 45 Minuten sind schnell vor­über, so wie gestern. Aber nächste Woche geht’s weiter.

Von Andrea Kathert

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