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Oberhavel Was sich im Dorf so tun könnte
Lokales Oberhavel Was sich im Dorf so tun könnte
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19:23 19.02.2016
Jana Wilhelm vom Büro Stadtpartner stellte sich in dieser Woche in Hammer vor. Quelle: Andrea Kathert
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Liebenwalde/Hammer

Bisher flossen die Fördermittel für Liebenwalde hauptsächlich in die Stadtsanierung. Der Altstadtkern hat sich entsprechend entwickeln können. Jetzt wird ein Förderprogramm in Gang gebracht, bei dem auch die Ortsteile gute Chancen haben, ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Integrierte Stadtentwicklung, kurz INSEK, heißt das neue Schlagwort. „Wir haben uns als Stadt im letzten Jahr auf den Weg gemacht, INSEK erarbeiten zu lassen“, erzählt Bürgermeister Jörn Lehnmann jüngst im Ortsbeirat von Hammer. Dort saß auch Jana Wilhelm. Ihr Büro Stadtpartner hatte den Auftrag bekommen. Die Diplom-Ingenieurin kennt sich in Liebenwalde bestens aus, hat schließlich schon die Stadtkernsanierung betreut.

Mit ihr sollen nun alle Ortsbeiräte und Einwohner in den nächsten Wochen ins Gespräch kommen, um Ideen zu sammeln, was in ihren Dörfern passieren soll, welche Entwicklung sich die Einwohner wünschen. Und wenn aus diesen Ideen Projekte erwachsen, ist eine Förderung vielleicht eine Realisierungschance.

Das Ziel sei es, sich zeitlich und inhaltlich Schwerpunkte zu setzen. Und das auf lange Sicht. Zehn Jahre können die Vorstellungen und Vision in die Zukunft reichen, und auch danach soll das INSEK-Programm weitergeführt werden. Doch das ist alles noch ein bisschen weit weg. „Jetzt wollen wir erst mal Potenziale und Chancen erarbeiten“, sagte Jana Wilhelm. Was mit INSEK nicht erreicht werden soll, ist es, andere Planungen zu ersetzen. Und auch die Landes- und Regionalplanung darf nicht übergangen werden. Am Anfang steht eine Bestandsanalyse, die Stärken und Schwächen in den Ortsteilen aufdecken muss.

Es fängt damit an, dass Liebenwalde leider noch nicht zum Berliner Umland zählt. Dafür aber jede Menge Raum im Landschaftsschutzgebiet Obere Havelniederung einnimmt.

Mit ihrer eigenen Badestelle am Wutzsee mit Spielplatz, Steg und Liegewiese können die Hammeraner punkten. Quelle: Robert Roeske

Liebenwalde erstreckt sich über eine Fläche von 142 Quadratkilometern. 57 Prozent davon sind Landwirtschaftsfläche, 32 Prozent Wald. Es ist viel Platz und viele Natur, denn Gebäude nehmen nur 3,2 Prozent der Fläche ein. Mit dieser Zahl liegt Liebenwalde eindeutig unter dem Kreisdurchschnitt (5,6 Prozent).

Nun zu Hammer. Von den 4280 Einwohner Liebenwaldes leben 573 in Hammer. Die Gruppe der 18- bis 65-Jährigen ist am größten. Doch seit der Wende hat Hammer nicht nur Einwohner verloren, der Anteil der Senioren ist zudem noch größer geworden.

Und die Prognosen für Liebenwalde sehen nicht prächtig aus. Bis 2030 geht das Landesamt davon aus, dass die Bevölkerung von Liebenwalde um 14 Prozent zurück geht. Das hieße, 680 Menschen weniger als jetzt.

Für die Stadt Liebenwalde ist das Büro schon ein Stück weiter, hat schon Entwicklungsschwerpunkte wie das Quartier Mittelstraße, den ehemaligen Bahnhof, die Burg, das ehemalige KfL-Gelände oder die alte Wassermühle benannt.

Das Gelände der alten Brennerei wäre so ein Standort, der entwickelt werden könnte. Quelle: Robert Roeske

Eine solche Vorschlagskarte soll nun für jeden Ortsteil erstellte werden. Der Bürgermeister und die Hammeraner warfen spontan ihre Ideen in den Raum. Der Finkenweg, das Umfeld des Gutes, die ehemalige Brennerei, das Gelände um die Kirche – es gäbe schon einiges, was in Hammer entwickelt werden könnte.

Die Zeitschiene ist klar. „Im ersten Halbjahr wollen wir die Analyse abschließen“, sagt Jana Wilhelm. „Die Stadtverordneten sollen das INSEK in diesem Jahr beschließen“, meint Jörn Lehmann. Der Bürgermeister könnte sich den Oktober vorstellen.

Zahlen und Prognosen

In Liebenwalde leben 4280 Menschen (Stand 31. Dezember 2015).

Der Ortsteil Hammer zählt 573 Einwohner.

Davon sind 13 Prozent jünger als 18 Jahre. 64 Prozent haben ein Alter von 18 bis 65. Älter als 65 Jahre sind 23 Prozent.

Im Jahr 1990 llebten noch 694 Menschen in Hammer. Bis zum Jahr 2015 bedeutet das ein Minus von 17 Prozent.

Auch die Bevölkerungsstruktur hat sich verändert. Nur die Gruppe der Senioren legte zu.

Für Liebenwalde insgesamt prognostizierte das Landesamt für Statistik bis zum Jahr 2030 einen Bevölkerungsrückgang von 14 Prozent, das bedeutet 680 Menschen weniger (Stand 2013).

Für den gesamten Landkreis Oberhavel wird bis 2030 ein Bevölkerungsschwund von 2,2 Prozent prognostiziert. Das Teilgebiet Berliner Umland allein betrachtet, legt hingegen zu.

Von Andrea Kathert

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