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Oberhavel Was tun mit dem Klärschlamm?
Lokales Oberhavel Was tun mit dem Klärschlamm?
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00:19 29.10.2017
Seit Ende 2013 ist die Vererdungsanlage am Klärwerk in Neuruppin bereits in Betrieb. So könnte es in Liebenwalde auch bald aussehen. Quelle: Stadtwerke Neuruppin
Liebenwalde

Der Trink- und Abwasserzweckverband Liebenwalde ist in Zugzwang. Die neue Düngemittelverordnung legt nicht nur strengere Grenzwerte für den Klärschlamm fest. Die Zeiträume, in denen die Bauern Klärschlamm auf ihren Feldern ausfahren dürfen, werden auch noch immer kürzer. Für die Herbstausbringung war in diesem Jahr bereits Mitte September Schluss. Sonst ging es bis in den November rein.

Dieser Umstand bringt das Klärwerk in Liebenwalde an die Grenzen seiner Lagerkapazität für den Klärschlamm. Die Lager reichen nur für vier Monate. Doch jetzt ist eine Lösung gefunden. Der TAV segnete das Projekt einer Klärschlamm-Vererdung ab. Wenn alles nach Plan läuft, könnte die Anlage im Herbst nächsten Jahres fertig sein.

Vier große Becken sollen dafür auf dem Gelände des Klärwerks entstehen. 20 000 Quadratmeter Fläche werden sie insgesamt einnehmen. Die Becken werden mit Deponiefolie ausgelegt. Über Rohrsysteme kann der leicht eingedickte Klärschlamm dann direkt in die Becken geleitet werden. Darin werden Schilfpflanzen eingesetzt, deren Rhizome dafür sorgen, dass der Schlamm entwässert wird und sich daraus im Laufe der Jahre Erde bildet, die wiederum auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht werden kann oder als Kompost Verwendung findet.

Etwa acht Jahre lang kann solch ein Becken befüllt werden. Für den Zweckverband bringt es die Sicherheit, über einen langen Zeitraum Lagerkapazitäten zu haben. Ist das Becken voll, wird es etwa ein Jahr lang nicht mehr angerührt. In dieser Zeit läuft die Vererdung ab. Insgesamt reduziert sich das Volumen des Klärschlamms um bis zu 95 Prozent.

Sobald die Vererdung abgeschlossen ist, wird ein „Schlitz“ in das Becken geschnitten. Mit einem Bagger kann die Erde beräumt werden und das Becken nach der Ausbesserung erneut benutzt werden. „Für uns ist diese Lösung die effektivste“, sagt Jana Trampe, Geschäftsführerin des TAV. Andere Klärwerke setzen auf Verbrennung und erzeugen auf diese Weise auch noch Strom. Doch für die anfallenden Mengen in Liebenwalde käme das nicht in Frage.

Wie brisant das Thema der Entsorgung von Klärschlamm ist, zeigen andere Beispiele. Ein Klärwerk in Dresden lässt seinen Schlamm zur Entsorgung bis nach Düsseldorf fahren. Ein Unternehmen an der Grenze zur Niederlande fährt seinen Schlamm nach Schwerin. Es gibt mehrere Klärwerke, die keine eigene Lösung haben. Die Liebenwalder waren vorausschauend. Seit 2001 befassen sich die TAV-Mitarbeiter mit dem Problem und haben sich mehrere Anlagen angeschaut.

Nicht weit von Liebenwalde entfernt gibt es bereits eine Vererdung. Ende 2013 ging die von der Firma Eko Plant gebaute Anlage am Klärwerk in Neuruppin in Betrieb. „Die Anlage läuft gut“, sagt Artur Dzasokhov von den Neuruppiner Stadtwerken. Verwendet wurde eine besondere Schilfpflanze aus Australien.

Die Projekte und ihre Kosten

Mehrere Projekte stehen beim TAV an:

2017: Umverlegung der Druckleitung (23 000 Euro),

2018: Erweiterung Belüftung (300 000 Euro), Umfahrung Rechenhaus (40 000 Euro), Klärschlammvererdung (1,4 Millionen Euro), neue Rücklaufschnecken (50 000 Euro)

2019: Sanierung Rechenhaus und zwei neue Rechen (500 000 Euro).

Für die Anlage in Liebenwalde sind 1,4 Millionen Euro veranschlagt. Allerdings ist das nicht die einzige Baustelle, die schnell in Angriff genommen werden muss. Das Klärwerk ist mehr als 20 Jahre alt. Das Rechenhaus muss dringend saniert werden. Dafür wird im Vorfeld eine Abwasserdruckleitung verlegt. Die Arbeiten haben bereits begonnen. Dringend nötig ist auch die Erweiterung der Belüftung im Belebungsbecken. Dieses Projekt erspart dem TAV, ein zusätzliches Becken bauen zu müssen. Bevor das Rechenhaus angegangen wird, muss eine „Umfahrung“ für das anfallende Abwasser geschaffen werden, denn der Klärwerks-Betrieb läuft weiter. Und schließlich sind auch noch zwei Rücklaufschnecken für die Nachklärung zu ersetzen, die alten sind verschlissen. Sind all diese Projekte gestemmt, ist das Liebenwalder Klärwerk für die nächsten 20 Jahre gut gewappnet.

Von Andrea Kathert

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