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Oberhavel Wassersportler mit Oldtimern beim Festumzug
Lokales Oberhavel Wassersportler mit Oldtimern beim Festumzug
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00:16 18.08.2015
So lässt es sich reisen: René Pietrzak in seinem Kanadier.  Quelle: Heike Bergt
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Oranienburg

 Alles Geld, das er zur Jugendweihe geschenkt bekam, hatte René Pietrzak damals zusammengelegt, um sich seinen Traum vom eigenen Boot zu erfüllen. 400 Mark. Eine Menge Geld. Heute arbeitet der Oranienburger als Heizungs- und Lüftungsbauer, ist aber immer noch unheimlich gern mit seinem Kanadier auf dem Wasser. Der ist ein wahrer Oldtimer. Schon lange werden die Boote aus Holz mit dem kleinen Tümmler-Außenbordmotor nicht mehr gebaut. „Mit viereinhalb Litern Sprit kommt man bis an den Werbellinsee.“ Wo Motorboote verboten sind, kann man auch paddeln. „Es ist ein Boot zum Überleben.“ Man kann drin kochen, übernachten, das Boot ist wendig, hat eine Reisegeschwindigkeit von zwölf Stundenkilometern und wenn es regnet: Plane zu! „Und wenn man die Hand ins Wasser hängt ist man nah an der Natur,“ das genießt der Oranienburger besonders. Dass zu DDR-Zeiten damit eine vierköpfige Familien Urlaub gemacht hat, und zumindest zwei Erwachsene darin schliefen, kann er sich allerdings nicht so richtig vorstellen.

Aber es ging, bestätigt Gerhard Rost. Er ist Vorstandsmitglied im Wassersportclub Möwe in Oranienburg, der 80 Mitglieder und 20 Jugendliche zählt. Und ebenso stolzer Besitzer gleich zwei solcher Oldtimer: Seit 1983 ist er mit seinem Kanadier „Sachse“ auf dem Wasser. Die ersten diese Boote wurden in den 1950er-Jahren gebaut. Lag nach dem Krieg alles am Boden, erwachte dann wieder das Interesse an einem Freizeitvergnügen, wie dem Wassersport. „Es gab private Werkstätten für die Kanadier in der Oranienburger Fischerstraße.“ Dabei hat der WSC Möwe Stege und Vereinsheim an historischem Ort: Neben dem Louise-Henriette-Stegs befand sich früher die Badeanstalt von Oranienburg.

Sein Kanadier „Sachse“ _ Rost wanderte einst aus Sachsen zu _ wurde in den 1970er-Jahren allerdings in Hennigsdorf gebaut. „Es ist bis heute Camping auf dem Wasser.“ Vorn werden Verpflegung, Kocher, Sanikasten und Spaten verstaut, hinten Benzin. Noch ein rundes Dutzend der Oldtimer liegen im Bootsschuppen des WSC Möwe. Drei stehen gerade zum Verkauf. Längst haben viele auf stattliche Motorboote umgesattelt, die an den Stegen vertäut liegen. Auch Gerhard Rost hat ein größeres Kaliber übernommen.

Akteure noch gesucht

Rund 60 Rückmeldungen sind bisher bei Ulrich Koltzer, Festkoordinator 800-Jahr-Feier, eingegangen. Der Festumzug soll rund zwei Stunden dauern und von der Stralsunder Straße bis zum Schloss führen.

Die Sachsenhausener wollen zum Beispiel Einwanderung und Besiedelung der Region thematisieren. Noch nicht besetzt ist das Thema DDR-Geschichte.

Gesucht sind vor allem noch Familien und Einzelpersonen jeden Alters, die nicht unbedingt eigene Ideen beisteuern müssen, sondern Spaß haben am Verkleiden als Darsteller historischer Szenen.

Wer mitmachen möchte, sollte sich bei Ulrich Koltzer in der Rungestraße 37 in Oranienburg ,  03301/6 00 85 81, koltzer@oranienburg.de melden.

Trotzdem gerät er ins Schwärmen, wenn er an die letzten große Ausfahrt mit sieben alten Kanadiern 2006 auf den Lehnitzsee erzählt. Und überhaupt, als Hochzeitsreise ist er damals bis zur Müritz mit seiner frisch Angetrauten gefahren. Dieses Lebensgefühl könnten die Jungen vielleicht nicht so nachvollziehen. 14 Jahre hat Rost die Jugendausbildung im Verein gestemmt. Dazu gehört heute vor allem das Fahren mit dem Schlauchboot. Zu den Jüngsten im Verein zählt Lennox (6), der das Ruder schon zu bedienen weiß.

50 Jahre und mehr haben die Kanadier auf den Planken. „Und mein Sachse war schon beim Festumzug zur 775-Jahr-Feier von Oranienburg dabei“, so Gerhard Rost. Grund genug, die Oldtimer wieder mitzunehmen, das Boot in Hellblau mit dem kanadischen Ahornblatt für Kanada. Aber auch das Schlauchboot der Jugendgruppe. „Klar sind wir dabei, wollen unsere Geschichte damals und heute präsentieren.“

Von Heike Bergt

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