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Oberhavel Freie Fahrt über den Langen Trödel
Lokales Oberhavel Freie Fahrt über den Langen Trödel
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00:27 23.08.2015
Die Brücke über den Langen Trödel ist fertig, kann Bauleiter Hans Frodl verkünden. Quelle: Andrea Kathert
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Liebenwalde

Die Klappbrücke über den Langen Trödel hat ihre Feuertaufe überstanden. Sie funktioniert. Hans Frodl, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Schnelle Havel, ist erleichtert. Er hat den Hut auf für das große Projekt „Ausbau Langer Trödel“, zu dem eine neue Schleuse und zwei neue Brücken in Zerpenschleuse und eben die Klappbrücke in Liebenwalde gehören.

„Dienstagnachmittag haben wir die Behelfsbrücke rausgenommen“, sagt Frodl. Nun können in den nächsten drei Wochen auch die Schranken- und Ampelanlagen für die zweite Fahrbahnhälfte nachgerüstet werden. Bisher müssen sich die Autofahrer mit einer Fahrbahn begnügen und im Wechsel über die Brücke fahren.

Während oben der Verkehr rollt, tut sich im Wasser darunter gar nichts. Still ruht der Kanal. „Wir müssen erst noch die Wartestellen für die Boote ausbaggern“, erklärt Hans Frodl. Am gegenüberliegenden Ufer der Marina Liebenwalde, die Horst Helbig betreibt, sollen fünf bis sechs Motorboote festmachen können, um auf die Brückenöffnung zu warten. Zunächst müssen wieder die Munitionssucher ran und den Grund absuchen. „Wir sind froh, dass sie das noch dazwischenschieben“, meint Frodl. Geplant waren die Arbeiten nicht.

An der Klappbrücke wird es feste Öffnungszeiten geben. Denn der Schiffsverkehr auf dem Langen Trödel ist ein Einspurverkehr. Das Anlegen im Kanal ist verboten. Erst wenn die Boote von Liebenwalde in Zerpenschleuse angekommen sind und die Boote von dort in Liebenwalde einschippern, öffnet sich die Klappbrücke erneut. „Das wird wahrscheinlich so alle drei Stunden sein“, schätzt Frodl. Wahrscheinlich ist die Brücke dann zehn bis 15 Minuten hochgeklappt. „Die Einheimischen werden sich sicher daran gewöhnen und auf die Zeiten einstellen“, glaubt der Bauleiter. Gesteuert werden sämtliche Anlagen vom Schleusenwärter in Zerpenschleuse. Auf acht Monitoren hat er alles im Blick. Damit seine Steuerung auch in Echtzeit in Liebenwalde ankommt, wurde im Kanalbett ein Lichtwellen-Leiter-Kabel verlegt.

Vor zwei Jahren startete der Ausbau des Langen Trödels. Dieser zehn Kilometer lange Abschnitt des Finowkanals soll für Motorboote bis nach Zerpenschleuse befahrbar gemacht werden. Dazu ist untre anderem der Bau einer Klappbrücke in Liebenwalde nötig. Nun ist sie fast fertig.

Letztendlich muss sich alles erst einspielen. Auch für den Bootsverkehr in den und aus dem Liebenwalder Stadthafen auf der anderen Seite der Brücke muss eine Lösung gefunden werden. Zunächst sollen die Bootsführer auf Schildern über die Gegebenheiten informiert werden.

Eigentlich hat das alles aber noch Zeit. Hans Frodl mag sich zwar überhaupt nicht festlegen, wann nun die allerletzte Abnahme erfolgen soll. Aber dass in dieser Saison noch Motorboote die Klappbrücke passieren, hält er eher für unwahrscheinlich. „Die Saison endet im Oktober.“ Dann machen auch die Charterbootvermieter dicht. Zwei Jahre wird nun an dem Projekt gebaut. „Die Kosten liegen etwa 20 Prozent höher als geplant“, schätzt Frodl. Das hieße, in den Ausbau des Langen Trödels sind dann etwa 14,4 Millionen Euro geflossen.

Für ihn als Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes war und ist das Projekt eine riesige Aufgabe. „Bei allen Schwierigkeiten, aber als Verband haben wir da doch etwas geschafft“, meint Frodl. Vor zwei Jahren war er noch ausschließlich zuständig für 1700 Kilometer Gewässer und 130 000 Hektar Flächen. Mehr als neun Euro pro Hektar nahm der Verband nicht ein. Einen zehn Kilometer langen Kanal wieder schiffbar zu machen und drei Brücken und eine Schleuse zu bauen, das ist schon eine andere Nummer. „Ja, jetzt bewegen wir hier Millionen.“ Und für die nächsten 15 Jahre muss der Verband als Vorhabensträger sämtliche Anlagen erhalten. Gerade werden zwei Schleusenwärter eingearbeitet. Hans Frodl wird also noch lange mit dem Langen Trödel zu tun haben.

Von Andrea Kathert

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