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Oberhavel Wechsel in der Chefetage des Friseurs
Lokales Oberhavel Wechsel in der Chefetage des Friseurs
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02:15 01.06.2017
Das Falkenthaler Team (von vorn): Sabine Pannier, Dajana Waldow, Sandra Müller und Anja Grabara. Quelle: Stefan Blumberg
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Falkenthal

Irgendwie war es Liebe auf den ersten Schnitt: „Wir konnten beide von Anfang gut an miteinander“, sagt Sabine Pannier über Dajana Waldow und strahlt. „Es passt.“ In zwei Tagen gibt sie ihr Friseurgeschäft an Dajana Waldow ab, nach 27 Jahren. Obwohl die Branche wegen des mangelnden Nachwuchses ächzt und Friseurläden geschlossen werden – in Falkenthal schneiden die Scheren noch anders. Der Friseurladen wird weitergeführt. Die langjährige Chefin freut’s, sie arbeitete fünf Jahre daraufhin. 2012 hatten sich die beiden kennengelernt. Dajana Waldow legte damals gerade ihre Meisterprüfung ab. Mit dem Gedanken, sich selbstständig zu machen, spielte sie eh schon. In Bergsdorf hätte sie die Chance gehabt, ein Geschäft übernehmen zu können. Stattdessen heuerte sie bei Sabine Pannier an. Mit der Aussicht auf Übernahme des Ladens in Falkenthal schob sie ihre eigenen „Selbstständigkeitspläne“ nach hinten. „Für mich eine super Konstellation, da ich damals gerade ein Baby bekommen hatte und mich langsam in das Geschäft reinarbeiten konnte“, so die 36-Jährige, die zuvor hauptsächlich in Oranienburg ihrem Beruf nachgegangen war. Am Donnerstag wird der große Tag der Übergabe sein. „Es soll ein kleines Fest werden“, sagt Sabine Pannier. „Wer kommen möchte, ist herzlich eingeladen.“

Anfänge im Dienstleistungsbetrieb

Sabine Pannier ist die Friseur-Größe von Falkenthal. Seit Oktober 1972 putzt sie die Falkenthaler und die Menschen aus der Region am Kopf heraus – damals im VEB Dienstleistungsbetrieb in der Baracke in  der  Dorfmitte,  in der auch die Post,  das Gemeindebüro und die Arztpraxis untergekommen waren. Gemeinsam mit Ursula Grummini fing sie dort an, schnitt den Menschen die Haare, bildete Lehrlinge aus. Nach der Wende sollten diese kleineren Läden wie die in Falkenthal geschlossen werden. „Mein Chef riet mir, mich selbstständig zu machen. Das tat ich auch.“ 14 Tage Kündigungsfrist, Blitzrenovierung in den alten Räumen, am 1. April 1990 ging es mit frischem Wind weiter; später dann sogar mit Filialen in Bergsdorf und Marienthal. Vor genau 20 Jahren (1. Juni 1997) zog Sabine Pannier mit ihrem Team – in der Regel drei Mitarbeiterinnen – in die Räume in der Liebenwalder Straße 5. Ihr Vater stellte Haus und Grundstück zur Verfügung. Mit Hilfe ihres bereits verstorbenen Mannes Bernd wurde das Gebäude zum Friseurladen umgebaut. „Ohne ihn hätte ich das alles gar nicht machen können“, so Sabine Pannier. Obwohl ihr Sohn Friseur lernte (arbeitet aber nicht in dem Beruf), war es ihr Mann, der zeitweise im Salon Hand anlegte. Haare waschen, Essen und Kaffee kochen, Farbe auswaschen – die gute Seele war sich für nichts zu schade.

Mit der Familie im Rücken alle Hürden gemeistert

Die Panniersche Friseur-Epoche geht am Donnerstag zu Ende. „Ich bin stolz auf die Zeit, die ich mit Hilfe meiner Familie so geschafft habe.“ Dass das Geschäft im kleinen Falkenthal immer lief, beschreibt sie mit ihrem Motto: „Es ist egal, wo man arbeitet, sondern wie man arbeitet.“

Jetzt tritt Dajana Waldow, die auch in Falkenthal wohnt, in ihre Fußstapfen. Kleinere optische Veränderungen wird es geben: neue Gardinen, neues Leuchtschild, neues Banner, neuer Fahrradständer. Am auffälligsten dürfte – neben dem Schließtag Montag – die Namensänderung werden: Aus Sabines Haarstudio wird Cut & Color (by Dajana Waldow). „Bedenken, dass es schiefgehen könnte, habe ich keine. Wir sind ein tolles Team. Der Rückhalt meiner Familie ist da“, sagt die neue Chefin. Trend- und modebewusst – das ist das Selbstverständnis der Falkenthaler Friseurinnen. Bei Schulungen und Seminaren will sich das Team, zu dem auch Sandra Müller und Anja Grabara gehört, immer auf den neuesten Stand bringen. Und wenn mal Hilfe gebraucht wird, steht Sabine Pannier, die gleich nebenan wohnt, auch noch Gewehr bei Fuß. „Ein paar Stunden würde ich schon gern noch arbeiten.“

Von Stefan Blumberg

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