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Weckruf für den Schutz der Briese

Naturschutz Weckruf für den Schutz der Briese

Mit einem eindringlichen Plädoyer und einer Fotosammlung hat die Gemeindevertreterin Erika Schürhoff auf den aus ihrer Sicht verschlechterten Zustand der Briese in Birkenwerder aufmerksam gemacht. Sie dokumentierte Müll und einen stellenweise sehr starken Pflanzenbewuchs.

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Ob Autoreifen oder Plastikmüll, wer genauer hinschaut, begegnet diesem Anblick häufiger im Briesetal.

Quelle: Helge Treichel

Birkenwerder. Die Gemeinde schmückt sich mit der Briese. Malerische Wanderwege durchziehen das Briesetal. Aber Anspruch und Wirklichkeit klaffen immer stärker auseinander, findet Gemeindevertreterin Erika Schürhoff (Fraktion Birke). Um die Verantwortlichen in der Verwaltung und ihre Kollegen in der Gemeindevertretung aufzurütteln, präsentierte die Politikerin in der jüngsten Sitzung eine Sammlung aktueller Fotos von dem Gewässer.

Ein Schuh treibt in der Briese

Ein Schuh treibt in der Briese.

Quelle: Helge Treichel

Das werde nicht nur mit Autoreifen und Plastikmüll verschmutzt, stellt Erika Schürhoff fest und zeigt im Bild festgehaltene Beispiele. Auch die Wassertretanlage sei gesperrt, weil der stählerne Handlauf an mehreren Stellen gebrochen ist. „Das passiert nicht von alleine“, ist sich die Politikerin sicher. Mit Sorge beobachtet sie zudem das Verschilfen der Briese in Höhe Fontaneweg. An dieser Stelle, wo die Briese einen Bogen macht, verlande das Bachbett immer stärker – an einer Stelle, an der sie als Kind noch das Schwimmen erlernt hatte.

Verband kümmert sich um schadlosen Wasserabfluss

Regelmäßig steht Erika Schürhoff mit Hilmar Schütte in Verbindung. In der Gemeindeverwaltung ist er für den Bereich Umwelt zuständig. Doch Schütte verweist auf den Wasser- und Bodenverband „Schnelle Havel“ mit Sitz in Liebenwalde. Dort liege die Verantwortung für die Gewässerunterhaltung. Für Geschäftsführer Hans Frodl ist die Problematik in dieser massiven Ausprägung neu. Einmal jährlich würden die Gewässer in der Regel gepflegt. „Für uns ist wichtig, den schadlosen Wasserabfluss zu gewährleisten“, so Frodl.

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Briese verdreckt: Eindringlicher Appell in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung für mehr Sauberkeit und Pflege.

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An der Briese allerdings würden die Maßnahmen mit der Naturschutzbehörde abgestimmt. Dabei gehe es um geschützte Bereiche und Tiere. An der Briese beispielsweise habe sich der Biber angesiedelt und durch

Achtlos weggeworfene Verpackung am Wegesrand

Achtlos weggeworfene Verpackung am Wegesrand..

Quelle: Helge Treichel

seine Tätigkeit inzwischen dafür gesorgt, dass am Paradiesgarten ein aufgeschwemmter beplankter Wanderweg gesperrt und zurückgebaut werden musste. Gerade an solchen Stellen stehe der schadlose Wasserabfluss im Spannungsfeld mit dem Naturschutz und es gebe zum Teil eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten für den Wasser- und Bodenverband. Es komme deshalb darauf an, dass sich Einwohner und Politiker dafür stark machen, dass eine für alle Seiten annehmbare Lösung gefunden wird.

Ein starker Bewuchs rechts und links der Briese - oder auch mal ein Fließhindernis - „sind nicht unbedingt schädlich“, sagt Bernhard Meinke, Verbandsingenieur im Wasser- und Bodenverband „Schnelle Havel“. Insbesondere in besonders trockenen Jahren mit geringen Niederschlägen wie 2015 bislang eines war. Das gelte auch für einen Biberdamm: Ist das Wasser erst einmal angestaut, laufe über die Dammkrone wieder genauso viel ab wie zuvor. „Nur in der Anstauphase hat man eine negative Abflussmenge.“ Konkrete Maßnahmen würden gegenwärtig mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises abgestimmt. Im Moment allerdings herrsche extremes Niedrigwasser in der Briese, so Meinke.

Der Verbandsingenieur sicherte zu, dass die jährliche Entkrautung in der Briese im Herbst noch vorgenommen wird. Jedoch werde kein Kahlschlag an den Ufern vorgenommen. Der Bewuchs besitze einen hohen ökologischen Wert. Deshalb würden Pflanzen nur an der Gewässersohle entfernt, nicht jedoch an der Böschung.

Appell, besser auf die Natur zu achten

Hans Frodl sicherte auf MAZ-Nachfrage zu, sich des Themas Schilfbewuchs anzunehmen und mit Erika Schürhoff Kontakt aufzunehmen. Bernhard Meinke plant einen gemeinsamen Besichtigungstermin. Die Gemeindevertreterin selbst möchte die Thematik im Ortsentwicklungsausschuss auf die Tagesordnung gesetzt wissen. Unterdessen richtete sie den eindringlichen Appell an die Einwohnerschaft, sorgsam mit dem Naturkleinod umzugehen. Ansonsten könne es passieren, dass der Zustand der Briese kaum noch dazu einlädt, auf den für viel Geld gebauten Wanderwegen spazieren zu gehen. Was sie jetzt beobachte, „tut richtig weh“, gesteht Erika Schürhoff.

Wandern durch das Briesetal

Ein Wegenetz von rund zehn Kilometern länge lädt in Birkenwerder die Freunde von Natur und Bewegung ein.

Wandertipps können sich Interessenten in der Touristeninformation Birkenwerder im S-Bahnhof geben lassen (Clara-Zetkin-Straße 13).

Via Telefon oder Internet ist die Touristeninfo erreichbar unter 03303/5 96 06 58 oder tourismus@birkenwerder.de. Die (derzeit geschlossene) Wassertretanlage in der Briese wurde 2008 eröffnet und im selben Jahr um einen Barfußweg erweitert.

Von Helge Treichel

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