Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Wegen KZ-Tattoo erneut vor Gericht

Berufungen von beiden Seiten Wegen KZ-Tattoo erneut vor Gericht

Das Gerichtsverfahren gegen den brandenburgischen NPD-Funktionär Marcel Zech wegen Volksverhetzung geht in die nächste Instanz. Sowohl Zech selbst als auch die Staatsanwaltschaft hätten Berufung eingelegt, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Neuruppin am Dienstag. Das Verfahren beginnt am 29. August vor dem Landgericht.

Voriger Artikel
Baustelle blockiert B96 in Fürstenberg
Nächster Artikel
Frau bei Handgemenge verletzt

Im November vorigen Jahres stellte NPD-Funktionär Marcel Zech dieses KZ-Tattoo im Spaßbad der Turm-Erlebniscity in Oranienburg zur Schau. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin klagte den Mann daraufhin wegen Volksverhetzung an.

Quelle: privat

Oranienburg/Neuruppin. Das Amtsgericht Oranienburg hatte den 27-jährigen Zech, der für die rechtsextreme NPD unter anderem im Kreistag Barnim sitzt, wegen Volksverhetzung und Billigung von NS-Verbrechen zu sechs Monaten Haft verurteilt, weil er KZ-Tätowierungen öffentlich im November vorigen Jahres im Spaßbad der Oranienburger Turm-Erlebniscity gezeigt hatte. Die Haftstrafe war auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt worden, die Staatsanwaltschaft hatte zehn Monate ohne Bewährung gefordert.

Die Rückentätowierungen zeigen die Silhouette des KZ Auschwitz-Birkenau und den Spruch „Jedem das Seine“ vom Eingang des KZ Buchenwald. Zech ist im sächsischen Löbau in der Oberlausitz geboren und bereits wegen verschiedener Straftaten, darunter Körperverletzung, Amtsanmaßung und Fahren ohne Führerschein vorbestraft. Dazu wurde er zu Geldstrafen in unterschiedlicher Höhe verurteilt.

Das Gericht hatte im Dezember 2015 argumentiert, die Kombination der Tätowierungen sei eine Billigung der Verbrechen des Nationalsozialismus. Es bestünden auch keinerlei Zweifel am Vorsatz der Straftat und daran, dass der Angeklagte durch das Zeigen der Tattoos den öffentlichen Frieden gestört habe. Das Gericht war mit seiner Entscheidung unter der Forderung der Staatsanwaltschaft geblieben, weil der Angeklagte den Sachverhalt eingeräumt hatte und bis dahin noch nicht wegen rechtsextremer Straftaten vorbestraft war.

Zech hatte sich in dem Verfahren von dem rechtsextremen Anwalt Wolfram Nahrath vertreten lassen, der unter anderem die 1994 verbotene Wiking-Jugend leitete und Anwalt des im Münchner NSU-Prozess angeklagten Neonazis Ralf Wohlleben ist.

Von MAZonline

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg