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Oberhavel Weihnachten in einem Stück
Lokales Oberhavel Weihnachten in einem Stück
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17:32 25.11.2016
Jack Day leitet den Chor der Nicolaikirche Oranienburg seit fast sechs Jahren. Rund 60 Sänger werden auf der Bühne stehen. Quelle: Ulrike Gawande
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Oranienburg,

An seine erste Aufführung von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium, kann sich Jack Day, Kantor der Oranienburger Nicolaikirche, noch gut erinnern: „Ich habe das Cembalo gespielt, als wir das Werk des Leipziger Thomaskantors im Studium mit Universitätschor und -orchester aufgeführt haben. Bach inspiriert, es war eine schöne Erfahrung.“ Eine Erfahrung, die bleibenden Eindruck hinterlassen hat, denn heute kann sich der Vollblutmusiker Weihnachten ohne Bachs Mammutmeisterwerk, das eigentlich aus sechs Teilen besteht, nicht mehr vorstellen. „Das Weihnachtsoratorium ist Weihnachten in einem Stück. Wann sonst kann man Pauken und Trompeten hören? Das sind die besonderen Momente“ , so Day. „Und es wird eine schöne Geschichte erzählt, wenn man bei Teil drei aufhört. Bach hat sehr bildhaft komponiert. Es ist ein Erlebnis, der Klang der Kultur.“

Am Sonnabend um 17 Uhr werden die Kantaten eins bis drei des barocken Oratoriums in der Oranienburger Nicolaikirche zu hören sein. Aufgeführt vom Ökumenischen Chor der Stadt, den Leipziger Vokalsolisten und dem Amicus Orchester mit Inken Ewertsen am Cello sowie Day am Dirigentenpult. Ein großes Werk für einen Laienchor. „Bach ist nicht leicht zu spielen und zu singen, denn er spielt mit musikalischen Extremen, mit Höhen und Tiefen, aber auch mit Emotionen.“ So habe das Werk öffentliche Momente, wie beim Eingangschor „Jauchzet, frohlocket“ und dann wieder gefühlvoll dargestellte Intimität wie bei der Kantate „Wie soll ich dich empfangen“, erklärt Jack Day begeistert. Nur auf englisch, wie im Studium, kann sich der britische Kirchenmusiker das Werk heute nicht mehr vorstellen. Die deutsche Sprache verstärke eben die Intensität von Bachs Musik, so Day.

Doch die Oranienburger Aufführung bedeutet auch einen hohen organisatorischen und logistischen Aufwand, um über 60 Sänger und das zwanzigköpfige Orchester in Szene zu setzen. Aber ein Aufwand, der sich lohnt. Der Chor sei gut vorbereitet, lobt Day, der an seiner neuen Dienststelle in Berlin, keinen Oratorienchor vorfinden wird. „Es war in den Proben seit September nur noch Feinarbeit nötig: Lange Vokale üben, Wahrnehmen der Musik und ästhetische Überlegungen.“ Er werde die Oranienburger Chorarbeit zukünftig vermissen, verrät der scheidende Kantor mit Wehmut in der Stimme. Besonders die musikalische Mischung in der Havelstadt habe ihm gefallen: Auftritte bei Gottesdiensten standen neben Konzerten und großen Oratorienaufführungen„Ich muss zukünftig kleinere Brötchen backen.“

Von Ulrike Gawande

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