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„Weitere Fällungen wurden nicht untersagt“

Gransee/Menz „Weitere Fällungen wurden nicht untersagt“

Der Landesbetrieb Straßenwesen hat die Baumfällaktion verteidigt. Die Sicherheit für Verkehrsteilnehmer würde vorgehen, deshalb seien mehr als 100 Bäumen von den Straßenrändern entfernt worden.

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Einer der gefällten Bäume.

Quelle: UWE HALLING

Gransee. Die abgeholzten Bäume an Landesstraße 222 zwischen Gransee und Menz sorgten in der vergangenen Woche überregional für Aufsehen. Der Landesbetrieb Straßenwesen ist verantwortlich für die Abholzung im großen Stil, hieß es vom Naturschutzbund. Der fühlt sich „außen vor“ bei der Beteiligung. Auch die Untere Naturschutzbehörde und der Naturschutzbeirat seien nicht gehört worden, sagte Ronny Wappler, Pressesprecher der Kreisverwaltung Oberhavel. Die sei bei dem Umfang (mehr als 100 Bäume) und dem schützenwertem Gut (Alleebäume) erforderlich gewesen.

Für die Sicherheit der Bundes- und Landesstraßen ist der Landesbetrieb Straßenwesen verantwortlich, damit sie von motorisierten Fahrern ebenso wie von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden können. Cornelia Mitschka ist Pressesprecherin des Landesbetriebes. Sie nahm Stellung zu der Sache: „Neben der Verantwortung für den Zustand des Straßenkörpers hat der Landesbetrieb unter anderem die Aufgabe, die vorhandenen Straßenbäume zu pflegen und zu erhalten und dafür zu sorgen, dass diese keine Gefährdung für die Nutzer der Straße darstellen. Letztere Aufgabe ist für die Mitarbeiter des Landesbetriebs vorrangig.“

Mitschka: Vertrauen in die Behörden haben

Einen schlechten Fahrbahnzustand könne meist jeder Kraftfahrer erkennen und sich mit seiner Fahrweise darauf einstellen. Nicht erkennen könne er, welche Gefahren von einem Straßenbaum ausgehen, der in seiner Standsicherheit akut gefährdet sei, schrieb Cornelia Mitschka. Hier müsse er darauf vertrauen, dass die Behörde handelt, um die Gefahr zu beseitigen.

Die gefällten Bäume im Zuständigkeitsbereich der Straßenmeisterei Altlüdersdorf seien, so Cornelia Mitschka, durchweg in einem Alter und einem Zustand gewesen, der diese Fällung aus Verkehrssicherheitsgründen rechtfertigte. Wegen eines Eilantrags vom NABU, den dieser beim Verwaltungsgericht Potsdam auf eine einstweilige Anordnung zur Unterlassung der Fällung gestellt hatte, fand am 20. Oktober ein Vor-Ort-Termin statt (MAZ berichtete). Dort waren neben dem vorsitzenden Richter des NABU dessen anwaltliche Vertretung und ein Baumsachverständiger anwesend. „Im Ergebnis des Vor-Ort-Termins wurden weitere Fällungen von in ihrer Standsicherheit gefährdeten Bäumen nicht untersagt“, so Cornelia Mitschka.

Noch keine Reaktion auf Eilantrag

Bis zum gestrigen Dienstag wurde über den Eilantrag noch nicht entschieden. „Ich weiß nicht, ob das ein gutes oder schlechtes Zeichen ist“, sagt Manuela Brecht vom Naturschutzbund. „Offenbar berät sich die Kammer noch.“ Es gebe generell keine neuen Entwicklungen in dem Fall.

Cornelia Mitschka erinnerte daran, dass der Landesbetrieb mit großem Engagement daran arbeitet, seinen Verpflichtungen zum Nachpflanzen von Alleebäumen nachzukommen. Insbesondere im Landkreis Oberhavel übersteige die Anzahl der neu gepflanzten Bäume in den letzten Jahren die Zahl der notwendigerweise gefällten Bäume.

Von Stefan Blumberg

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