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Weitere Notunterkünfte geplant

Flüchtlinge in Oberhavel Weitere Notunterkünfte geplant

Bei der Flüchtlingsunterbringung in Oberhavel überschlagen sich die Meldungen. In Lehnitz werden schon Freitag die ersten von 96 Flüchtlingen erwartet. Weil das Asylheim auf dem Kasernengelände schon voll ist, nutzt der Kreis die benachbarte Sporthalle als Notunterkunft. In Schildow, Birkenwerder und Fürstenberg bereitet man sich ebenfalls vor.

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Fast täglich kommen in Oberhavel neue Flüchtlinge an.

Quelle: Andrea Müller

Oranienburg. Bei der Unterbringung von Flüchtlingen geht es in Oberhavel jetzt Schlag auf Schlag. Erst am Mittwoch hatte Landrat Ludger Weskamp (SPD) überraschend die sofortige Einrichtung einer Notunterkunft für bis zu 100 Menschen in Schildow verkündet (MAZ berichtete). Am Donnerstag gab der Landkreis bekannt, dass es in Lehnitz ein weiteres Notquartier geben wird. In der Sporthalle der ehemaligen Kaserne sollen 96 Flüchtlinge untergebracht werden. Die ersten werden schon am heutigen Freitag erwartet. Auf dem früheren Kasernengelände gibt es schon ein Flüchtlingsheim mit 230 Bewohnern, die Kapazität dort ist ausgelastet.

Zur Lehnitzer Sporthalle sagte ein Kreissprecher, der Schulsport des Neuen Gymnasiums Glienicke werde in die Oberkrämer-Halle in Eichstädt verlegt. Ebenfalls noch in dieser Woche werden im Schullandheim „Waldhof“ in Zootzen bei Fürstenberg bis zu 50 Flüchtlinge einquartiert. Das war eigentlich erst für Mitte Oktober geplant. Die Notunterkunft dort ist befristet bis 30. April 2016. In Birkenwerder wird die Aufnahmekapazität verdoppelt. Zu den bereits belegten 40 Plätzen in einem Wohngebäude kommen weitere 40 hinzu. In den Räumen würden Doppelstockbetten aufgestellt, teilte der Landkreis mit.

200 Flüchtlinge pro Woche

Oberhavel muss derzeit 196 Flüchtlinge pro Woche aufnehmen, 100 regulär und 96 zusätzlich aus der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Eisenhüttenstadt. 2500 Flüchtlinge soll Oberhavel dieses Jahr aufnehmen.

Landrat Ludger Weskamp sagte am Mittwoch im Kreistag, dass die Aufnahmekapazitäten in Heimen und Wohnungen erschöpft sei. Deshalb müssten Flüchtlinge nun auch in Notunterkünften untergebracht werden.

Einwohnerversammlungen gibt es in der nächsten Woche in Schildow (5.10., 19 Uhr, Kollwitzschule), in Vehlefanz für das Asylheim in Bärenklau (6.10., 18 Uhr, Nashornschule); Kremmen (7.10., 19 Uhr, Stadtparkhalle), in Fürstenberg (8.10., 18 Uhr, Mehrzweckhalle).

Im Schildow, Ortsteil im Mühlenbecker Land, werden der Bürgersaal und die Einfeld-Sporthalle der benachbarten Europaschule zur Notunterkunft für bis zu 100 Flüchtlinge. Für den Schulsport kann die zweite, größere Halle der Schule weiter genutzt werden. Die Inbetriebnahme der Notunterkünfte soll schon am 6. Oktober erfolgen. Am 5. Oktober informieren Landrat und Bürgermeister die Anwohner über den aktuellen Planungsstand und beantworten Fragen. Vertreter der Polizei und des Schulamtes werden ebenfalls anwesend sein. Die Veranstaltung in der Mensa der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule, Kirschweg 2, beginnt um 18.30 Uhr. Die Gemeinde teilt auf ihrer Internetseite mit, dass nach alternativen Räumlichkeiten für Bürgersaal und Turnhalle für die Bürger schnellstmöglich gesucht werde. Sie informiert auf der Seite im Bereich „Leben & Wohnen“ über die Flüchtlingshilfe im Ort. In Oranienburg werden 70  Flüchtlinge voraussichtlich ab Mitte Oktober im Kreistagssaal untergebracht. Der Kreistag ist deshalb am Mittwoch schon ins Rungegymnasium ausgewichen. In Kremmen war in der vorigen Woche kurzfristig eine Flüchtlingsunterkunft für 93 Menschen in den Erntehelferunterkünften des Spargelhofs bezogen worden. Die Stadt hat die Aufnahme bisher gut gemeistert. „Die ersten Arztbesuche wurden absolviert, drei Kinder gehen ab nächster Woche in die Schule“, sagte Flüchtlingskoordinatorin Bianca Haak am Donnerstag der MAZ. Einwohner der Stadt und der Ortsteile helfen ehrenamtlich. In der Stadtparkhalle findet am 7. Oktober ab 19 Uhr eine Versammlung der Bürgerinitiative statt, auf der die weiteren Hilfen und Aktionen besprochen werden sollen.

Landrat Ludger Weskamp rief unterdessen die Einwohner Oberhavels erneut auf, ungenutzten Wohnraum zur Verfügung zu stellen, auch Untermietverträge mit Privatpersonen seien möglich (Kontakt für Vermieter: FB-Soziales@oberhavel.de). Kreissprecher Ronny Wappler würdigte den großen Einsatz der Verwaltungsmitarbeiter. „Sie sind unglaublich engagiert und arbeiten an der Leistungsgrenze. Aber wir zeigen, dass wir in Oberhavel kurzfristig in der Lage sind, diese Flüchtlingszahlen zu bewältigen“, sagte er der MAZ.

Von Frank Pawlowski

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