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Wenige Unternehmen beschäftigen Flüchtlinge

Herausforderung berufliche Integration Wenige Unternehmen beschäftigen Flüchtlinge

Vier Syrer haben im Bezirksbereich der IHK Potsdam bisher einen Ausbildungsvertrag unterschrieben. Wenig. Zu wenig. Der Landkreis Oberhavel, die Agentur für Arbeit, das Jobcenter und die IHK wollen jetzt Unternehmer mobilisieren, Geflüchteten Praktika und andere Einstiegsmöglichkeiten ins Berufsleben zu bieten.

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Syrer in der Metallwerkstatt: Genau das wünschen sich Landkreis, Agentur für Arbeit, Jobcenter und IHK. Deshalb werben sie, dass Unternehmer sich stärker um die Beschäftigung Geflüchteter kümmern sollen.Bisher werden Praktika für Flüchtlinge eher selten angeboten.

Quelle: Jan Woitas/ZB

Oberhavel. „Es ist sehr kompliziert. Für mich hat sich das Thema erledigt.“ Das sagte eine Arbeitgeberin auf einer öffentlicher Diskussion zur Integration Geflüchteter in Oranienburg. Geladen hatten Vertreter des Landkreises, des Jobcenters, der IHK und der Agentur für Arbeit. Sie wollten Unternehmer informieren, wie geflüchtete Menschen in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt integriert werden können.

Kurzes Fazit: Das geht nicht ohne Bürokratie-Barrieren und einer Vielzahl an Formularen. Resultat: Im Bezirk der IHK Potsdam gibt es bisher nur vier Ausbildungsverträge mit Geflüchteten. „Wir stehen ganz an Anfang“, so Wolfgang Spieß von der IHK Potsdam.

„Neben Sprache und Bildung ist Arbeit eine wichtige Säule der Integration“, sagte Christoph Fischedick, Bereichsleiter der Agentur für Arbeit Neuruppin. „Ziel muss es sein, dass Leistungswillige nicht Leistungsempfänger werden, sondern Leistungserbringer“, sagte Wirtschaftsdezernent und Vize-Landrat Egmont Hamelow (CDU). Auch er sieht ein, dass die „Barrieren dafür nicht niedrig sind.“

Jobcenter betreut 500 erwerbsfähige Flüchtlinge

Jobcenterchef Bernd Schulz sprach von einer „Herausforderung“. Er und sein Team würden mit Sprachproblemen und Wohnraumproblemen konfrontiert werden. Fast 500 erwerbsfähige Geflüchtete betreut das Jobcenter. „Der Personenkreis wird schnell anwachsen“, so Schulz. Er wünscht sich Maßnahmen wie „Ein-Euro-Jobber“, um „die Lage zu stabilisieren.“ Zudem bedauert er, dass die Sprachkurse des Jobcenters – 650 Menschen nahmen in Oberhavel teil – Anfang des Jahres ausgelaufen seien.

Mit Sprachbarrieren hat auch Steffen Zirtzlaff, Flüchtlingskoordinator bei der Agentur für Arbeit, zu kämpfen. 195 geflüchtete Kunden betreut sein Team in Oranienburg. Sie seien hochmotiviert und würden Berufswünsche äußern, die „bei den Deutschen nicht mehr in Mode“ seien – wie in einer Bäckerei beispielsweise.

700 Ausbildungsplätze blieben 2015 unbesetzt. Unternehmen resignieren. „6000 Firmen könnten ausbilden, nur 2000 machen es“, sagte Spieß. Er appellierte an Unternehmer, sich einzubringen – trotz bürokratischen Aufwandes. So muss fast jeder Schritt per Formular vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) abgesegnet werden.

Berufliche Perspektive schaffen

Die Agentur für Arbeit bietet ein Projekt, um Geflüchtete auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten: „PerF – Perspektive für Flüchtlinge“. Vermittelt werden nicht nur Informationen über den deutschen Arbeitsmarkt. Berufliche Kenntnisse der Geflüchteten werden in einem Betrieb erfasst, berufsbezogene Sprachkenntnisse vermittelt. Informationen erteilt die Agentur für Arbeit. Das Jobcenter entscheidet, ob die Maßnahme gefördert wird.

Von Marco Winkler

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