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Weniger Raser, mehr Wildunfälle in Oberhavel

Verkehrsunfallstatistik Oberhavel 2015 Weniger Raser, mehr Wildunfälle in Oberhavel

Weniger Verkehrsunfälle, dafür mehr Verletzte und ein Anstieg der Wildunfälle. Das ist das Fazit des Verkehrsunfallgeschehens 2015 für Oberhavel, das Bernd Halle, Leiter der Polizeidirektion Nord, und Verkehrspolizei-Chef Frank Schiermeister in Neuruppin zogen.

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Einer der schwersten Unfälle war der am 12. September 2015

Oberhavel. Weniger Verkehrsunfälle, dafür mehr Verletzte und ein Anstieg der Wildunfälle. Das ist das Fazit des Verkehrsunfallgeschehens 2015 für Oberhavel, das Bernd Halle, Leiter der Polizeidirektion Nord, und Verkehrspolizei-Chef Frank Schiermeister am Mittwoch in Neuruppin zogen.

Ein ernsthaftes Problem bleibt dabei die Unfallflucht. Nur 40 Prozent der Fälle von Fahrerflucht nach einem Unfallgeschehen werden aufgeklärt. Die Polizeidirektion Nord will für eine Verbesserung der Aufklärungsquote jetzt vermehrt präventiv vorgehen. Im vorigen Jahr gab es deshalb schon über 500 Präventivveranstaltungen im Nordwesten Brandenburgs (Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und Prignitz), darunter 128 Veranstaltungen mit jungen Fahrern, Senioren und Lkw-Fahrern. „Die Beibehaltung der umfangreichen repressiven Verkehrsüberwachungsmaßnahmen wie auch der Verkehrsprävention ist notwendig, denn wir wollen eine dauerhafte positive Verhaltensänderung der Verkehrsteilnehmer erzielen“, so Bernd Halle.

Bernd Halle, Leiter der Polizeidirektion Nord

Bernd Halle, Leiter der Polizeidirektion Nord.

Quelle: Christian Schmettow

Drastisch gesunken ist die Zahl der durch Raser verursachten Unfälle. 2014 waren es 330. Im vorigen Jahr kam es zu 233 Unfällen wegen zu schnellen Fahrens. Alkohol- oder Drogenkonsum führte ebenfalls seltener zu einem Verkehrsunfall. Als Ursache kamen Rauschmittel 76 Mal infrage (2014: 85). Ferner ist die Zahl der Drängler auf Oberhavels Straßen zurückgegangen. Waren es 2014 noch über 1000 Unfälle wegen fehlenden Abstandes, hielten sich 2015 Fahrer vermehrt an die Regeln. „Nur“ 756 Unfälle wegen zu geringen Abstandes konnten erfasst werden.

Häufig wurde im vergangenen Jahr nach wie vor die Vorfahrt genommen (459). Ebenso kam er zu einer größeren Anzahl von Unfällen beim falschen oder nicht vorausschauenden Überholen (127). Besonders hoch sind laut der Polizeidirektion Nord erneut die Wildunfälle im Landkreis. Die Zahl ist im Verhältnis zum Vorjahr um 8,3 Prozent auf 929 gestiegen.

Weniger Unfälle wegen Aufprall an einen Straßenbaum

Zurückgegangen ist jedoch als Unfallursache der Aufprall an einen Straßenbaum. 2014 waren es noch 134; im vergangenen Jahr konnten 127 Autos den Zusammenprall nicht verhindern. Die Zahl der Verletzten stieg hier leicht auf 79 Personen.

Insgesamt wurden 2015 bei sämtlichen Unfällen in Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und der Prignitz 875 Menschen verletzt, was einen Anstieg um 5,3 Prozent bedeutet. Elf Menschen starben. 2014 waren es zehn. Das Risiko, im Nordwesten Brandenburgs in einen Unfall verwickelt oder sogar dabei verletzt zu werden, liege laut Polizeidirektion nach wie vor über dem Landes- und auch über dem Bundesdurchschnitt.

Zahlen und Fakten

Insgesamt 5698 Verkehrsunfälle gab es 2015 im Landkreis Oberhavel. Das sind minimal weniger als im Vorjahr, da waren es 5742.

Die Zahl der Verletzten stieg in Oberhavel jedoch um 5,3 Prozent auf 875. Elf Menschen wurden getötet.

In der Polizeidirektion Nord (Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Ruppin) gab es 2015 insgesamt 13 039 Verkehrsunfälle, ein Anstieg um 124 Unfälle gegenüber 2014. Es wurden 1856 Beteiligte verletzt, 28 kamen ums Leben.

Die Hauptunfallursachen nahmen alle ab: zu geringer Sicherheitsabstand (1646), unangepasste oder überhöhte Geschwindigkeit (856), Vorfahrtfehler (826), Überholen (303), Alkohol/Drogen am Steuer (181).

314 000 Geschwindigkeitsverstöße wurden registriert und mehr als 8000 Verstöße gegen Gurt- und Helmpflicht (3256) oder Telefonieren am Steuer (1935).

332 Lkw mussten aufgrund gravierender Mängel vor Ort stillgelegt werden.

Von Marco Winkler

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