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Weniger Straftaten in Oberhavel

Kriminalitätstatistik 2015 Weniger Straftaten in Oberhavel

Im vergangenen Jahr gab es weniger Einbrüche, weniger Autodiebstähle und weniger politisch motivierte Straftaten als 2014. Die Aufklärungsquote jedoch sank geringfügig auf 54,3 Prozent. Die aktuelle Kriminalitätsstatistik für Oberhavel stellten am Freitag der Leiter der Polizeidirektion Nord, Bernd Halle, und der Leiter der Kriminalpolizei, Olaf Gaebel, vor.

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Bernd Halle (l.) und Kripo-Chef Olaf Gaebel bei der Präsentation in Neuruppin.

Quelle: Helge Treichel

Oberhavel. Die Zahl der erfassten Straftaten sank 2015 im Bereich der hiesigen Polizeidirektion von 29.488 (2014) auf 25.520 (-13,5 %), die durchschnittliche Aufklärungsquote wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozentpunkte auf 57,1 Prozent. Darüber informierte Bernd Halle, Leiter der Polizeidirektion Nord (Prignitz, OPR, OHV). Vom positiven Trend betroffen seien fünf von sechs Deliktfeldern: Diebstahl, Sachbeschädigung, Rohheitsdelikte (Raub, Körperverletzung, Nötigung), Betrug und Sexualdelikte. Eine Ausnahme bilden lediglich Rauschgiftdelikte, die um 9,5 Prozent zunahmen. Dies resultiere aber eher aus verstärkten Kontrollen als aus einer veränderten Situation.

Die Entwicklung spiegelt sich auch im Landkreis Oberhavel wider, jedenfalls bei den registrierten Straftaten, deren Zahl auf 13.023 sank. Im Vorjahr waren es noch 15.206 (-14,36 %). Die Aufklärungsquote sank im Bereich der OHV-Polizeiinspektion jedoch um 0,4 auf 54,3 Prozent.

20 Prozent weniger Wohnungseinbrüche

Zurückgegangen ist auch die Zahl der Wohnungseinbrüche. Wurden 2014 noch 514 Fälle gemeldet, waren es im vergangenen Jahr 411 (-20 %). Die Aufklärungsquote sank im genannten Zeitraum von 18,2 über 13,8 auf nunmehr 13,1 Prozent. Um gegenzusteuern, sei eine aus sieben Beamten bestehende Ermittlungskommission gebildet worden, so Halle. Auch bei den Fahrraddiebstählen bilde der Berlinnahe Raum den Schwerpunkt. Rund 1000 Stück wurden im vergangenen Jahr entwendet. Es gebe Hinweise darauf, dass es sich dabei um Beschaffungskriminalität handelt. Die Suchtkranken würden mit der Bahn von Berlin aus nach Oranienburg oder Hennigsdorf fahren. Das erkläre die von 12,9 auf 6,8 Prozent gesunkene Aufklärungsquote.

Von den im Bereich der Polizeidirektion im vergangenen Jahr ermittelten 10.488 Tatverdächtigen sind 1341 ausländischer Herkunft, 128 mehr als 2014. 224 stammen aus Polen (2014: 288), 140 aus Rumänien (2014: 121), 88 aus Serbien (2014: 33), 62 aus der Russischen Föderation (2014: 57) und 60 aus Albanien (2014: 0).

72 Tatverdächtige aus Syrien

Aus der Gruppe der Asylbewerber erreichen die Syrer mit 72 Tatverdächtigen den Spitzenwert – bei 79 Straftaten. Doch diese blanken Zahlenwerte dürften nicht unkommentiert bleiben, sagt Bernd Halle. Denn fast die Hälfte der Fälle betreffe „strafrechtliche Nebengesetze“. Das bedeutet, dass in 33 von 35 Fällen gegen Asyl- und Aufenthaltsbestimmungen verstoßen wurde. Hinzu kämen Vermögens- und Fälschungsdelikte in sieben Fällen. 26-mal wurden im vergangenen Jahr so genannte Rohheitsdelikte von der Polizei bearbeitet. Dahinter verbergen sich allein 23 Fälle von Körperverletzungen, die jedoch ausschließlich auf Streitigkeiten innerhalb der Gemeinschaftsunterkünfte beruhen. Es gab lediglich vier „sonstige“ Straftaten und sieben Diebstähle. Und damit seien beispielsweise Syrer „nicht mehr kriminell als andere Bevölkerungsgruppen in Deutschland“, stellt der Direktionsleiter klar. Angesichts nicht abreißender Gerüchte versicherte Halle, dass die Landkreise bei Geflüchteten keinesfalls auf das Verfolgen von Straftaten Einfluss nehmen: „Die Täter werden alle strafrechtlich verfolgt. Das wird angezeigt und normal abgearbeitet.“

Insgesamt 126 Straftaten seien im vergangenen Jahr in Flüchtlingsunterkünften registriert worden. Davon entfielen zwei auf die Prignitz, 22 auf Ostprignitz-Ruppin und 102 auf Oberhavel.

Noch mehr Oberhavel-Zahlen

137 Kraftfahrzeuge wurden im vergangenen Jahr gestohlen oder unbefugt benutzt (2014: 156). 37 Fälle wurden aufgeklärt (2014: 51). 2011 waren noch 225 Fahrzeuge entwendet worden, bei 48 aufgeklärten Fällen.

Die Wohnungseinbrüche hatten von 2011 bis 2013 von 290 auf 532 Fälle zugenommen. Die Aufklärungsquote sank in diesem Zeitraum von 19,3 auf 18,2 Prozent (2012: 21,5 %). Im vergangenen Jahr wurden 54 der 411 Einbruchsdiebstähle aufgeklärt (13,1 %).

354 Einbrüche in Firmen wurden 2015 erfasst (2014: 374). Davon wurden 68 Fälle aufgeklärt (2014: 61). Im Fünf-Jahres-Vergleich war 2012 das Maximum von 392 Einbruchsdiebstählen registriert worden, 122 wurden aufgeklärt.

136 Fälle von politisch motivierten Straftaten zählte die Polizei 2015 (2014: 166). Davon wurden 115 als rechtsextrem (2014: 116) und sechs linksextrem eingestuft (2014: 25). Erstmals seit fünf Jahren wurde ein Fall von politisch motivierter Ausländerkriminalität registriert: Eine Person wollte in ein vom Islamischen Staat kontrolliertes Gebiet reisen.

Von Helge Treichel

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