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Oberhavel Wenn das Lernen für Kinder zu stressig wird
Lokales Oberhavel Wenn das Lernen für Kinder zu stressig wird
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08:15 19.02.2016
Stress ist immer häufiger Ursache für schlechte Lernleistungen von Kindern und Jugendlichen. Quelle: Fotolia
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Oranienburg

Jedes Kind geht mit Schulstress und Lernschwächen anders um. Wenn jedoch das Lernen zum Problem wird, dann reicht Nachhilfe allein nicht aus. Das Oranienburger Duden Institut für Lerntherapie hat eine Studie veröffentlicht, die sich mit den „psychosozialen Belastungen und Lernschwierigkeiten“ bei Kindern befasst.

In Deutschland gibt es mittlerweile Duden Institute an rund 60 Standorten, auch in Oranienburg. „Unser tägliches Brot ist es Kindern zu helfen, die Lernstörungen in Mathematik, Deutsch oder Englisch haben“, erklärt Institutsleiter Mario Cordes.

Kinder, die sich mit ihren Eltern im Institut vorstellen, haben oftmals schon mehrere psychologische Tests absolvieren müssen: „Für das Kind ist das ein enormer Stress.“ Um dem entgegen zu wirken, müssen Kinder mit Lernschwäche beim Duden Institut keine Tests bewältigen: „Wir führen ein Diagnosegespräch durch.“ Dieses Gespräch gliedert sich in drei Abschnitte. Zunächst erfolgt das Gespräch mit dem Kind. „Wir wollen wissen, was das Kind denkt und fühlt, wenn es um Schule geht“, sagt Cordes. Es sei besonders wichtig den Stand der Lernvoraussetzungen zu analysieren. In einem zweiten Abschnitt geht es um die fachlichen Grundlagen. Entweder wird ein Text gelesen, Wörter geschrieben oder gerechnet. „Wir wollen herausbekommen, warum das Kind das Wort anders schreibt.“ Als letztes wird die Gesundheit des Kindes erfragt, wie zum Beispiel, kann es richtig sehen und hören. Auch das soziale Umfeld des Kindes spielt eine wichtige Rolle. „Durch das Gespräch erhalten wir ein umfassendes Bild, um den Kindern helfen zu können.“

Mario Cordes ist Leiter des Duden Instituts in Oranienburg. Quelle: Juliane Weser

Die Informationen des Gespräches werden festgehalten. So konnte das Institut für die sogenannte PuLs-Studie 200 Diagnosebögen aus den Jahren 2011 bis 2014 auswerten. Durchgeführt haben die Studie Dr. Lorenz Huck und Dr. Astrid Schröder vom Berliner Duden Institut. Untersucht wurden Kinder von der ersten bis zwölften Klasse. Der Schwerpunkt der therapeutischen Arbeite liege jedoch auf der vierten Klassenstufe, so Mario Cordes.

In der Zusammenfassung der Studie heißt es „dass erhebliche Lernschwierigkeiten häufig mit verschiedenen psychosozialen Belastungen einhergehen, ist durch zahlreiche Untersuchungen nachgewiesen.“ Die Studie konnte nun zeigen, dass die Häufigkeit der psychosozialen Belastungen bei den untersuchten Probanden besonders hoch ist. 69,7 % leiden demnach mindestens unter einer Form psychosozialer Belastung, 23,9 % unter zwei und 12,3 % sogar unter mindestens drei solcher Probleme. Die häufigste Belastung bei den Probanden sei mit 33,3 % ein internalisierendes Problemverhalten (In-Sich-Gekehrt-Sein, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen und Angst). Auf den Plätzen zwei und drei folgen Mobbing (26,4 %) und AD(H)S-Symptome (25,4 %). Eine so nicht ganz zu erwartende Erkenntnis der Studie sei laut Mario Cordes, „dass die Intensität der psychosozialen Belastung mit dem Alter der Probanden zunimmt“. Für den Institutsleiter ist dies ein Indiz dafür, sich so früh wie möglich bei Lernproblemen Hilfe zu suchen: „Damit aus einem kleinen Problem gar nicht erst ein Großes erwachsen kann.“ Die Studie kommt auch zu dem Ergebnis, dass die Belastungen bei Kindern mit Mathematikproblemen größer sind, als bei den Kindern mit einer Leserechtschreibschwäche. Mario Cordes vermutet, dass hier durch die unterschiedliche Verwaltungsvorschrift der Druck beim Kind erhöht wird. Denn, wenn es um eine Versetzung geht, werden die Fächer Deutsch und Mathematik unterschiedlich gewichtet. „Hier ist eine Angleichung nötig“, fordert Cordes. Weniger überraschend sei jedoch, dass Jungen anders mit Lernschwächen umgehen, als Mädchen.

Die aktuelle Studie bildet nur den Auftakt für weitere Auswertungen: „Im nächsten Schritt werden wir den Zusammenhang von Schlaf und Lernschwierigkeiten untersuchen“, sagt der Oranienburger Institutsleiter. Die Ergebnisse der PuLs-Studie haben auch Auswirkungen auf die Arbeit im Institut: „Wir werden bei der Anamnese noch stärker auf psychosoziale Probleme eingehen.“

Integrative Lerntherapie

Das erste Duden Institut für Lerntherapie wurde 1992 gegründet.

Die Institute helfen Schülern mit extremen Lernschwierigkeiten. Konzept ist eine integrative Lerntherapie.

Weitere Informationen unter www.duden-institute.de. Wer sich kostenlos beraten lassen möchte, meldet sich telefonisch unter 03301/68 70 723, Duden Institut für Lerntherapie Oranienburg, Sachsenhausener Straße 42

Von Juliane Weser

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