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Wenn der Hund zum Therapeut wird

Ausbildung in Bergfelde Wenn der Hund zum Therapeut wird

Tiere können sich bei verschiedensten Altersgruppen als Therapeuten bewähren. Drei im Gesundheits- und Bildungsbereich tätige Frauen ließen ihre vierbeinigen Schützlinge in diesem Jahr deshalb an der Hundeschule „Labbiland“ in Bergfelde zum Therapiehund ausbilden.

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Labrador Balu hat die Ausbildung zum Therapiehund im Alter von 14 Monaten abgeschlossen. Hundeführerin Mandy Wollmann möchte ihn künftig bei ihrer Arbeit in einem Pflegeheim einbeziehen.

Quelle: Helge Treichel

Bergfelde. Sabine Braun schlüpft in die Rolle einer hochbetagten Rollstuhlfahrerin. Artig gibt ihr Lotta das Pfötchen. Wenn die „Omi“ ihr rechtes Bein anhebt, macht das auch der gelockte Spanische Wasserhund. Abwechselnd wird die Übung links und rechts wiederholt.

„Der Hund dient als Motivation zur Bewegung“, sagt Lottas Halterin Anette

Übungsstunde im Labbiland

Übungsstunde im Labbiland: Hündin Lotta mit Sabine Braun (r.) und Halterin Anette Brachmann.

Quelle: Helge Treichel

Brachmann. Die 44-jährige Berlinerin ist als Musiktherapeutin in einer Behinderteneinrichtung tätig (Spastikerhilfe). Dort absolvierte Lotta kürzlich ihren ersten praktischen Einsatz: Ein 34-jähriger Mehrfachbehinderter, der im Rollstuhl sitzt, sollte den Kniestand erlernen. Das passierte ganz nebenbei, denn die Aufgabe und der Wunsch des jungen Mannes war es eigentlich, ein Leckerli zu holen und es dem Therapiehund zu geben. „Klienten sind sonst manchmal schlecht zu motivieren“, sagt Anette Brachmann. Diesmal habe er bei den Übungen sogar gelacht.

Gemeinsam mit zwei weiteren Tieren und deren Halterinnen hatten Lotta und Anette Brachmann in diesem Jahr bei der Bergfelder Hundeschule „Labbiland“ eine sechsmonatige Ausbildung absolviert. Neben einem Intensivkurs „Grundgehorsam“ (nicht anspringen, Leinenführigkeit, mehrere Kommandos) standen spezielle Übungen auf dem Lehrplan – Entspannungssignal, diverse Tricks (Männchen, Rolle, Tanzen, Verbeugen, Winken) und die praxisbezogene Therapiearbeit, darunter im Bergfelder Seniorenzentrum Elisabeth und in der Borgsdorfer Waldkita. Die Halterinnen befassten sich unter anderem mit rechtlichen Grundlagen und lernten, einen auf Mensch und Tier abgestimmten Therapieplan zu erstellen. Dessen Ziel ist es, die körperlichen und geistigen Ressourcen bei Kindern, Behinderten oder Senioren zu erhalten oder zu verbessern, beschreibt Sabine Braun das allgemeine Therapie-Ziel. Je früher ein Hund seine Grundausbildung macht, desto besser, sagt sie. Die 57-Jährige hatte 2010 ihre IHK-Ausbildung zur Hundefachwirtin abgeschlossen (Note 1,0) und vertritt in Oberhavel den Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV). Unterstützt wird sie von ihrer Tochter Marie-Alice Braun, deren drei menschlichen und tierischen Schüler ihre Prüfungen am 8. Dezember „mit Bravour bestanden“ hatten.

Zu ihnen gehört Ulrike Neumann aus Lehnitz. Die Lehrerin im Ruhestand

Therapiehund Moritz (3) soll künftig Kindern helfen

Therapiehund Moritz (3) soll künftig Kindern helfen.

Quelle: Helge Treichel

gibt Nachhilfe und weiß: „Hunde tun Kindern gut.“ Das will sie nun in ihre Arbeit einbeziehen, beispielsweise im Zusammenhang mit Hyperaktivität (ADHS) oder Asperger-Syndrom. Stark verunsicherte oder in der Schule gestresste Kinder können mit Hilfe ihres Labradors Moritz (3) „geerdet“ werden.

So wie die übrigen beiden Kursteilnehmerinnen möchte auch Mandy Wollmann aus Birkenwerder ihren privaten Hund beruflich einsetzen. Die 35-jährige gelernte Krankenschwester ist im ASB-Pflegeheim „Am Anger“ in Leegebruch tätig. Ihr Balu könne insbesondere bei der Arbeit mit Demenz-Kranken helfen, ist sie sich sicher. Ab dem kommenden Jahr möchte sie das Tier gezielt mit zur Arbeit bringen, wofür extra eine vertragliche Zusatzvereinbarung getroffen werden soll. Ihre Erfahrung: „Wenn wir als Pflegekräfte manchmal kaum noch etwas bewirken können, kann ein Hund alten Menschen sogar ein Lächeln ins Gesicht zaubern.“

Die Kursteilnehmerinnen (v l)

Die Kursteilnehmerinnen (v. l.): Ulrike Neumann mit Moritz, Anette Brachmann mit Lotta und Mandy Wollmann mit Balu.

Quelle: Helge Treichel

Die Hundeschule

Sabine Braun, IHK-geprüfte Hundefachwirtin, betreibt die Hundeschule „Labbiland“ seit 2008 in Bergfelde (Birkenwerderstraße 10). Unterstützt wird sie von Tochter Marie-Alice, Hundeerzieherin und Verhaltensberaterin. Ausgangspunkt war eine Hobby-Hundezucht der Rasse Labrador-Retriever.

Die Inhaberin ist seit Oktober 2013 Prüferin für den BHV-Hundeführerschein.

Im Januar 2016 beginnt ein neuer Kurs für die Therapiehundeausbildung. Drei Teilnehmer gibt es bereits, bis zu fünf werden angenommen. Kontakt unter  03303/21 57 30, 01739268082 oder info@labbiland.de.

Von Helge Treichel

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