Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Wenn die Autos um die Kurve fliegen
Lokales Oberhavel Wenn die Autos um die Kurve fliegen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:17 08.11.2015
Die „Flugkurve“ in Nassenheide Quelle: FOTO: Stefan Blumberg
Anzeige
Nassenheide

„Ich habe schon öfter mal gesagt: Jetzt wachsen den Autos gleich Flügel!“ Maren Weiher schüttelt nur mit dem Kopf, wenn sie an die Raserei vor ihrer Haustür denkt. Der Friedrichsthaler Weg und der Sportlerweg seien eine richtige Rennpiste, so die Nassenheiderin. „Es ist erstaunlich, dass es noch nicht gescheppert hat“, pflichtet ihr Ehemann Wolfgang bei. „Manchmal denkt man, die Autos würden gleich abheben.“

Weihers wohnen im Friedrichsthaler Weg, von dem im rechten Winkel der Sportlerweg abzweigt. Weil die Grundstücksgrenzen nicht direkt an den Wegen liegen und am Abzweig eine Freifläche ist, verlassen Pkw-Fahrer schon mal gern die Fahrbahn, düsen über die Freifläche, um in die Spur zurückzufinden. „Da wächst kein Gras mehr“, sagt Wolfgang Weiher. Im vergangenen Jahr hätten die Anwohner Poller gesetzt. „Die mussten wir aber wieder wegnehmen.“ In die andere Richtung sind täglich dieselben Szenen zu beobachten; die Autos aus dem Friedrichsthaler Weg rauschen in den Sportlerweg. Die Kitakinder würden dort lang laufen, im Wohngebiet gibt es auch wieder mehr Nachwuchs. „Die Kinder sind in Gefahr“, findet Maren Weiher.

In der Zwischenzeit wurde der Sportlerweg asphaltiert. „Seitdem ist es noch schlimmer“, ist die Beobachtung des Ehepaars. Die Autos kommen nur noch so rausgeflogen aus dem Sportlerweg. Dabei ist das ganze Gebiet eine verkehrsberuhigte Zone. Nur halten sich viele nicht dran“, kritisiert Wolfgang Weiher diejenigen, die mehr als die erlaubten 30 km/h fahren. „Und die neu aufgestellten Poller helfen nicht viel.“ Dabei ist der Friedrichsthaler Weg in einem so holprigen Zustand, der ein Rasen eigentlich gar nicht zulässt. „Das funktioniert trotzdem, man muss nur schnell genug fahren“, so Wolfgang Weiher.

Hinter dem Abzweig (im Sportlerweg) wohnt – als Nachbar der Weihers – Bernd Milke. Seine kleinen Enkel mit ihren Eltern sind im danebenliegenden Gebäude zu Hause. „Wenn die Kinder einen Fuß auf die Straße setzen und es kommt ein Auto – dann haben sie keine Chance. Die glatte Strecke animiert zum Schnellfahren.“ Er richtet den Appell an die Vernunft der Einwohner, die dort ständig zu schnell sind. „Die kommen oft mit 50, 60 Sachen, 30 sind nur erlaubt.“ Ein auf die Straße aufgemaltes Geschwindigkeitsbegrenzungsschild, das als Hinweis womöglich helfen könnte, „lehnt die Kommune ab“, so Bernd Milke. Er glaubt, dass das Tempo-30-Zone-Schild am Anfang des Friedrichsthaler Weges nicht ausreicht. „Die Menschen werden träge, wenn sie ständig ein Schild vor der Nase hätten. „Wenn das aus dem Kopf ist, vergessen sie es. Deshalb muss man sie ständig daran erinnern. Vielleicht würde es auch helfen, wenn hier mal geblitzt wird.“

Im kommenden Jahr soll – so Wolfgang Weiher – der Friedrichsthaler Weg gemacht werden. „Wenn der glatt ist, dann wird es noch schlimmer. Wahrscheinlich muss es erst richtig knallen, bevor es ein Umdenken gibt. Aber dann ist es zu spät“, sagt Maren Weiher.

Von Stefan Blumberg

In Oberhavels Kreisstadt Oranienburg werden noch in diesem Jahr weitere Notunterkünfte für Flüchtlinge errichtet. Landrat Ludger Weskamp (SPD) stellte die Pläne Donnerstagabend auf einer Einwohnerversammlung vor. Die ehemalige Kaserne im Ortsteil Lehnitz spielt dabei eine wichtige Rolle. Aber die Kapazität dort reicht nicht aus.

05.11.2015
Oberhavel Demonstrationen in Velten - Mit Herz gegen rechte Parolen

Rund 120 Asylbefürworter versammelten sich gestern vor der Evangelischen Kirche, um gegen einen Abendspaziergang von 220 Asylgegnern durch die Innenstadt zu demonstrieren. Rund 100 Beamte sicherten beide Veranstaltungen ab. Es blieb friedlich.

05.11.2015
Oberhavel Herrenloser Gegenstand im Zug - Prignitz-Express in Kremmen geräumt

Der Prignitz-Express ist am Donnerstag gegen 14.40 Uhr in Kremmen von der Bundespolizei geräumt worden. Fahrgäste hatten zuvor einen herrenlosen Gegenstand entdeckt. Dieser wurde in Kremmen als Schultasche identifiziert. Ein 13-Jähriger hatte sie im Regionalexpress 6 von Wittenberge nach Berlin vergessen.

05.11.2015
Anzeige