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Wenn die Autos um die Kurve fliegen

Rasen im Nassenheider Wohngebiet Wenn die Autos um die Kurve fliegen

Die einen halten sich dran, die anderen nicht: Die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h wird unterschiedlich interpretiert. Zum Ärger einiger Anwohner, die insbesondere die Kinder in Gefahr sehen.

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Die „Flugkurve“ in Nassenheide

Quelle: FOTO: Stefan Blumberg

Nassenheide. „Ich habe schon öfter mal gesagt: Jetzt wachsen den Autos gleich Flügel!“ Maren Weiher schüttelt nur mit dem Kopf, wenn sie an die Raserei vor ihrer Haustür denkt. Der Friedrichsthaler Weg und der Sportlerweg seien eine richtige Rennpiste, so die Nassenheiderin. „Es ist erstaunlich, dass es noch nicht gescheppert hat“, pflichtet ihr Ehemann Wolfgang bei. „Manchmal denkt man, die Autos würden gleich abheben.“

Weihers wohnen im Friedrichsthaler Weg, von dem im rechten Winkel der Sportlerweg abzweigt. Weil die Grundstücksgrenzen nicht direkt an den Wegen liegen und am Abzweig eine Freifläche ist, verlassen Pkw-Fahrer schon mal gern die Fahrbahn, düsen über die Freifläche, um in die Spur zurückzufinden. „Da wächst kein Gras mehr“, sagt Wolfgang Weiher. Im vergangenen Jahr hätten die Anwohner Poller gesetzt. „Die mussten wir aber wieder wegnehmen.“ In die andere Richtung sind täglich dieselben Szenen zu beobachten; die Autos aus dem Friedrichsthaler Weg rauschen in den Sportlerweg. Die Kitakinder würden dort lang laufen, im Wohngebiet gibt es auch wieder mehr Nachwuchs. „Die Kinder sind in Gefahr“, findet Maren Weiher.

In der Zwischenzeit wurde der Sportlerweg asphaltiert. „Seitdem ist es noch schlimmer“, ist die Beobachtung des Ehepaars. Die Autos kommen nur noch so rausgeflogen aus dem Sportlerweg. Dabei ist das ganze Gebiet eine verkehrsberuhigte Zone. Nur halten sich viele nicht dran“, kritisiert Wolfgang Weiher diejenigen, die mehr als die erlaubten 30 km/h fahren. „Und die neu aufgestellten Poller helfen nicht viel.“ Dabei ist der Friedrichsthaler Weg in einem so holprigen Zustand, der ein Rasen eigentlich gar nicht zulässt. „Das funktioniert trotzdem, man muss nur schnell genug fahren“, so Wolfgang Weiher.

Hinter dem Abzweig (im Sportlerweg) wohnt – als Nachbar der Weihers – Bernd Milke. Seine kleinen Enkel mit ihren Eltern sind im danebenliegenden Gebäude zu Hause. „Wenn die Kinder einen Fuß auf die Straße setzen und es kommt ein Auto – dann haben sie keine Chance. Die glatte Strecke animiert zum Schnellfahren.“ Er richtet den Appell an die Vernunft der Einwohner, die dort ständig zu schnell sind. „Die kommen oft mit 50, 60 Sachen, 30 sind nur erlaubt.“ Ein auf die Straße aufgemaltes Geschwindigkeitsbegrenzungsschild, das als Hinweis womöglich helfen könnte, „lehnt die Kommune ab“, so Bernd Milke. Er glaubt, dass das Tempo-30-Zone-Schild am Anfang des Friedrichsthaler Weges nicht ausreicht. „Die Menschen werden träge, wenn sie ständig ein Schild vor der Nase hätten. „Wenn das aus dem Kopf ist, vergessen sie es. Deshalb muss man sie ständig daran erinnern. Vielleicht würde es auch helfen, wenn hier mal geblitzt wird.“

Im kommenden Jahr soll – so Wolfgang Weiher – der Friedrichsthaler Weg gemacht werden. „Wenn der glatt ist, dann wird es noch schlimmer. Wahrscheinlich muss es erst richtig knallen, bevor es ein Umdenken gibt. Aber dann ist es zu spät“, sagt Maren Weiher.

Von Stefan Blumberg

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