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Wenn die Frauen loslegen

Schmachtenhagen Wenn die Frauen loslegen

Rappelvoll war der Saal im Gasthof „Niegisch“ am Sonnabend. Etwa 100 Frauen feierten ihren Ehrentag und hatten jede Menge Spaß. Sowohl beim allgemeinen Dorfklatsch, als auch bei der Modenschau oder den temperamentvollen Bauchtänzen der Sultaninen.

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Viel Applaus bekamen die Sultaninen, Bauchtänzerinnen aus Hohen Neuendorf.

Quelle: Fotos: Robert Roeske

Sechmachtenhagen. Frauentagsfeiern gab es am Wochenende sicher viele. Aber ob alle mit der in Schmachtenhagen mithalten konnten, ist fraglich. Schon lange vor dem offiziellen Beginn hatten es sich mehr als 90 Frauen an den Kaffeetafeln im Saal der Gaststätte Niegisch bequem gemacht. Der Lautstärkepegel verriet, dass wohl alle gleichzeitig redeten. „Wir sehen uns doch sonst nicht“, waren sich die Damen an den Tischen einig, die sich aus Schmachtenhagen, Oranienburg, Zehlendorf, Bernöwe, Wensickendorf, Leegebruch und Hohen Neuendorf kamen. Seit es in den Ortsteilen keinen Dorfkonsum mehr gibt, „sehen wir uns doch nur noch beim Friseur“, sagte eine der gut gelaunten Frauen. „Hier sehe ich wenigstens mal wieder meine Nachbarin“, lachte sie. Es sei immer total gemütlich hier, und schließlich kämen sie wegen der Modenschau, ließen die Damen am Nachbartisch wissen. Noch bevor überhaupt der erste Kaffee ausgeschenkt wurde , hatte Wirtin Theresa Neumann mit ihren Leuten immer noch zu tun, zusätzliche Tische und Stühle in den Saal zu quetschen. Offenbar wollte die gesamte weibliche Bevölkerung der Umgebung bei der Feier dabei sein. Und nebenbei bemerkt, unter den Besucherinnen waren nicht nur ältere Damen mit grauen Dauerwelle auszumachen, altersmäßig war das Publikum sehr gemischt.

Seit 2002 organisiert Hannelore von Schmiterlöw aus Bernöwe die Feiern. Jetzt zum sechsten Mal im Gasthof Niegisch. Ihr zur Seite steht Rosa Kramer. „Angefangen haben wir in dem kleinen Gastraum“, erzählt Hannelore von Schmiterlöw. Kaum vorstellbar. Denn am Sonnabend hätte selbst der geräumige Saal noch größer sein können.

So muss es sein

So muss es sein: ein Gläschen Sekt, Kaffee und Kuchen und jede Menge zu sehen.

Quelle: Robert Roeske

Noch bevor die letzten Kuchenkrümel von den Tellern verschwunden waren, kündigte Hannelore von Schmiterlöw schon das erste Highlight an: die Sultaninen aus Hohen Neuendorf. „Bauch haben wir zwar alle“, sagte von Schmiterlöw, „aber tanzen können wir nicht so.“ Da ist wohl etwas dran, denn die acht Frauen, die kurz darauf mit bestickten Kleidern und wehenden Tüchern übers Parkett glitten, hatten jede Menge Temperament und Schwung in den Hüften. Aber nicht etwa, weil sie besonders jung an Jahren sind. Nein, die Sultaninen sind eine Bauchtanzgruppe, im gehobenen Alter. „Zwei unserer Mitglieder sind 82 Jahre“, sagte Tanzlehrerin Sigrun Nowack. Sie selbst ist dagegen mit 69 fast ein junger Spund. Schon seit zwölf Jahren treffen sich die Frauen immer mittwochs im „Delia“ in Hohen Neuendorf und trainieren für ihre Auftritte. „Wir werden zu privaten Feiern und Silberhochzeiten gebucht“, sagt Hanna Kunke. Und alle Seniorenheime in der Umgebung hätten sie schon „abgetanzt“. Die alten Leute freuen sich besonders über die Vorführungen. „Vielleicht weil wir einfach in ihrem Alter sind“, vermutet Sigrun Nowack.

Männer hatten am Sonnabend nichts zu suchen im Saal. Ausnahmen gab es nur für den DJ und Ortsvorsteher Dieter Manzl und Günter Lehnmann. Die beiden überbrachten besten Glückwünsche und Rosen für die Damen.

Was bei den Frauentagsfeiern schon Tradition hat, sind die Modenschauen von „Annis Boutique“ aus Oranienburg. Mit zwölf Models war Andrea Reymann angereist. „Ich biete Drei-Generationen-Mode“, sagte die Boutiquebesitzerin. Viele Frauen warteten schon voller Vorfreude auf den bunter Mix und die Frühlingsmode und in Größen von 36 bis 52. Damit sollten am Sonnabend wohl alle Frauen was Neues für den Kleiderschrank gefunden und einen amüsanten Nachmittag verbracht haben.

Von Andrea Kathert

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