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Oberhavel Wenn die Hengste durchgehen
Lokales Oberhavel Wenn die Hengste durchgehen
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00:21 25.11.2017
Die Liebenthaler Pferdeherde ist einmalig. Mit den Tieren wird die Rückzucht zum Wildpferd versucht. Quelle: : Enrico Kugler
Liebenthal

„Wenn die Hengste nicht gut drauf sind, sind sie nicht zu unterschätzen“, sagte Jörn Lehmann, Liebenwaldes Bürgermeister und Vorsitzender des Fördervereins für die Liebenthaler Pferdeherde. So viel Respekt wie er bekamen die Besucher gestern auch. Herdenmanagerin Claudia Grünefeldt hatte nicht ohne Grund eindeutige Anweisungen gegeben: „Die Pferde nicht anfassen, als Gruppe zusammenbleiben und Handys aus.“

Junge Hengste testen ihre Kräfte. Quelle: Enrico Kugler

Die 100 Wildpferde waren in der Tat sehr unruhig. Auch auf den Koppeln, weit draußen hinter Liebenthal, hatte der Sturm gewütet. „Seit dieser Woche erholen sich die Tiere von den Naturereignissen“, sagte Claudia Grünefeldt. Und die Hengste widmen sich wieder ihrem Kampf um die Stuten. Die große Herde hat sich in zehn Familienverbände aufgeteilt. Jeder Hengst möchte seine Familie vergrößern. Da geht es ordentlich zur Sache. Wenn sich die Hengste bekämpfen, beißen sie ordentlich zu und schlagen mit den Hufen.

Es ist ein Erlebnis, die Tiere aus der Nähe zu sehen.. Quelle: Enrico Kugler

Zwei der dreijährigen Junghengste probten noch mehr spielerisch, wie sie sich gegeneinander behaupten können. Bei diesen Kämpfen sollte man den wilden Pferden nicht zu nahe kommen. Bald müssen es die jungen mit den alten Hengsten aufnehmen. „Mit vier Jahren stellen sie ihre eigene Herde zusammen“, sagte Claudia Grünfeldt. Als die Herde plötzlich im Galopp auf die Besucher zukam, war das eine Respekt einflößende Situation.

Kraftvoll und respekteinflößend sind die Tiere. Quelle: Enrico Kugler

Die Liebenthaler Pferde leben völlig auf sich alleingestellt im Freien. Einhundert Hektar Auslauf haben sie. Bei der Herde, die 1996 nach Liebenthal kam, wird versucht die Tiere auf das Wildpferd zurück zu züchten. Ein Züchter aus dem Havelland hatte damit begonnen. Im Moment sehen die Tiere gut genährt aus. „Die Pferde nehmen bis zu hundert Kilo zu, um den Winter gut zu überstehen.“ Zugefüttert wird nur ein wenig Heu und Mineralfutter, weil die Liebenthaler Böden nicht alles hergeben für die Tiere, was sie sich sonst in der Wildnis suchen würden.

Nur in Begleitung von Claudia Grünefeldt (l.) können sich die Besucher so nah an die Wildpferde wagen. Quelle: Enrico Kugler

Die Herde ist Eigentum der Stadt Liebenwalde. Ein Verein kümmert sich um die Haltung der Tiere. Und verantwortlich ist Herdenmanagerin Claudia Grünefeldt im Auftrag der ABS, der Gesellschaft für Arbeitsförderung, Beschäftigung und Strukturentwicklung. Über die ABS hat Claudia Grünefeldt auch zwei MAE-Kräfte an ihrer Seite, die sich täglich vier Stunden um die Tiere und den Zustand der Koppeln kümmern.

Vor dem „Haus der 100 Pferde“ in Liebenthal konnte sich jeder über die geförderten Projekte informieren. Quelle: Enrico Kugler

Und gestern erzählte sie besonders freudestrahlend, dass diese beiden Stellen verlängert worden sind. Und das konnte sie vor den Mitgliedern der AMI-Süd, der Arbeitsmarkinitiative-Süd, verkünden, in der sich 1997 mehrere Kommunen zusammengetan hatten und mit ihrem Eigenanteil Projekte fördern, um Arbeitslose wieder in Lohn und Brot zu bringen. Die beiden MAE-Kräfte und die Liebenthaler Pferdeherde sind ein gutes Beispiel, wie es funktionieren kann. Jedes Jahr lädt die ABS die Bürgermeister der Kommunen ein, sich ein Bild über die geförderten Projekte zu machen.

Die Teilnehmer dre 20. AMI-Tour vor dem Haus der Hundert Pferde“ i Liebenthal Quelle: Enrico Kugler

Die gestrige Tour war die 20. und für Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke und seinen Hennigsdorfer Amtskollegen Andreas Schulz auch die letzte. Die beiden scheiden aus dem Amt. „Die letzten beiden Saurier verabschieden sich heute“, sagte Laesicke. Die Initiative, die seiner Meinung nach eigentlich Aufgabe des Landkreises wäre, habe deshalb so gut funktioniert, „weil Lokalegoismus nie eine Rolle spielte. Es stand immer der Mensch, der keine Arbeit hat, im Mittelpunkt.“ Über eine Tätigkeit wieder Anerkennung zu bekommen, das mache die Menschen stolz. ABS-Geschäftsführerin Kerstin Thiele sagte, dieses kommunale Engagement sei einmalig. Im nächsten Jahr tritt wahrscheinlich auch Kremmen der Initiative bei.

Die kommunale Arbeitsmarktinitiative

Die Arbeitsmarkt-Initiative Oberhavel-Süd (AMI) ist ein kommunales Bündnis aus den Kommunen Oranienburg, Hennigsdorf, Birkenwerder, Hohen Neuendorf, Liebenwalde, Glienicke und Oberkrämer.

Im kommenden Jahr kommt eventuell die Stadt Kremmen dazu.

Die Kommunen stellen jährlich mehr als 400 000 Euro zur Kofinanzierung öffentlich geförderter Beschäftigungsprojekte zur Verfügung.

Die zweite Station der AMI-Tour führte in die Comeniusschule nach Oranienburg, wo die Arbeit in der Schulstation vorgestellt wurde. Die Mitarbeiterin wird von der Pur gGmbH gefördert, einer Tochter der ABS, und ist seit Juni Anlaufstelle für die Schüler in den Freistunden oder wenn sie Probleme haben.

Von Andrea Kathert

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