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Wenn die Toilette zum Mülleimer wird

Teure Reparaturen Wenn die Toilette zum Mülleimer wird

Im Kreis Oberhavel muss ein Pumpwerk für Abwasser erneuert werden. Das verursacht hohe Kosten, die nicht sein müssten. Dabei könnte man diese ganz leicht verhindern, denn der Grund ist simpel: Viele scheinen den Unterschied zwischen Mülleimer und Toilette nicht zu kennen.

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Noch bis ins neue Jahr ziehen sich die Kanalbauarbeiten auf dem Hohen Neuendorfer Inselplatz hin. Ursache: Abfall im WC.

Quelle: Helge Treichel

Hohen Neuendorf. Ein gewaltiges Loch klafft gegenwärtig auf dem Inselplatz in Hohen Neuendorf: Dort muss eines der 26 Hauptpumpwerke für das Abwasser in der Stadt erneuert werden. Das ist nur eines der beiden größeren Projekte, die der Eigenbetrieb Abwasser in diesem Jahr außerplanmäßig realisieren musste. Den Grund nennt Werkleiter und Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung unumwunden: „Weil viele den Unterschied zwischen Abfalleimer und Toilette nicht zu kennen scheinen“. In Größenordnungen würden Besteck, Babywindeln oder Feuchttücher aus Vlies über das Klo entsorgt. „So ein Löffel im Pumpenrad kann schon einmal einen Schaden von 6000 Euro verursachen“, sagt Hartung. Die stabilen Vliestücher, die sich nicht so leicht wie Toilettenpapier zersetzen, würden miteinander verfilzen und so genannte „Verzopfungen“ verursachen. Als Folge könne das Schmutzwasser nicht mehr ungehindert durch das Kanalrohr fließen. Insgesamt rund 75 000 Euro hätten den Eigenbetrieb derartige Reparaturen allein in diesem Jahr gekostet, so Hartung.

Generell zog der Werkleiter jedoch eine positive Jahresbilanz. „Wir haben

Die Arbeiten auf dem Inselplatz

Die Arbeiten auf dem Inselplatz.

Quelle: Helge Treichel

sehr planmäßig gearbeitet.“ Von dem rund 650 Kilometer umfassenden Kanalnetz in der Stadt sind 37 Kilometer turnusgemäß gereinigt worden. Weitere rund 13 Kilometer sind mit einer Kamera-Befahrung inspiziert worden. Außerdem wurden 860 Schächte gereinigt und 950 Hausanschlüsse inspiziert. Damit befinde sich der Eigenbetrieb in einem Modus, damit alle Anlagen im Fünf-Jahres-Takt einmal überprüft würden.

Neben den Verstopfungen durch Abfall seien Beschädigungen durch Wurzelwerk ein besonderes Problem in Hohen Neuendorf. Beispielsweise seien 15 Hausanschlüsse durch Wurzelwerk zerstört worden. Erkennbar seien derartige Beschädigungen, wenn der Schmutzwasserspiegel im Revisionsschacht ansteigt. „Jeder Eigentümer ist hier in der Pflicht, seine Verantwortung wahrzunehmen“, sagte Klaus-Dieter Hartung. Viele Haus- und Grundstückseigentümer würden ihre Kontrollpflicht aber vernachlässigen. Dabei könnten etwaige Störungen zum Beispiel schon an lauten Blubbergeräuschen nach dem Spülen des WCs erkannt werden.

Trotz der überplanmäßigen Reparaturkosten habe der Eigenbetrieb ein knapp positives Ergebnis erzielen können. Der Überschuss betrage 44.000 Euro. Im Vorjahr sei durch Kurzfristige Schäden ein Minus von 16.000 Euro entstanden. Die Gebühren könnten auf dieser Basis stabil gehalten werden. Die Mengengebühr beträgt damit weiterhin 2,30 Euro pro Kubikmeter (seit 1. Januar 2012). Die Jahreseinnahmen des Eigenbetriebes belaufen sich somit auf 2,2 Millionen Euro. Hinzu kommt eine Grundgebühr von 20 Cent pro Tag, was Einnahmen von insgesamt 660.000 Euro brachte. Bei im Schnitt jährlich etwa 40 Neuanschlüssen sei die Summe der Anschlussgebühren nahezu zu vernachlässigen, sagte der Werkleiter. Die technische als auch die kaufmännische Betriebsführung liege bei der Wasser Nord GmbH.

Im kommenden Jahr würden die turnusmäßigen Inspektionen fortgesetzt, die Gebühren blieben stabil, sagte Klaus-Dieter Hartung. Zwei große Investitionen stünden an: Im Zuge des geplanten Neubaus der Eisenbahnbrücke in der Karl-Marx-Straße müsse die Abwasserleitung samt Zusatzanlagen neu gebaut werden. Kosten: rund 170.000 Euro. Eine zweite Abwasserleitung werde zwischen Birkenwerder und Borgsdorf im Zuge des sechsstreifigen Autobahnausbaus verlegt, um die Entsorgungssicherheit zu gewährleisten, kündigte Hartung an. Dieses Projekt werde voraussichtlich mit rund 155 000 Euro zu Buche schlagen.

Der Eigenbetrieb Abwasser Hohen Neuendorf

Der Eigenbetrieb Abwasser verwaltet in Hohen Neuendorf derzeit rund 9060 Hausanschlüsse.

Die insgesamt entsorgte Abwassermenge lag bei 960.000 Kubikmetern. Das entspricht einer Menge von 104 Litern pro Tag und Einwohner.

Das Schmutzwasser wird im Normalbetrieb ins Klärwerk nach Wansdorf gepumpt. Im Notfall kann es auch nach Schönerlinde umgeleitet werden.

Im Falle einer Störung wenden sich Hohen Neuendorfer an die Firma Curth & Wolter GmbH oder wählen die Rufnummer  03303/50 19 76.

Von Helge Treichel

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