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Oberhavel Wenn ein Spiel zu riskant wird
Lokales Oberhavel Wenn ein Spiel zu riskant wird
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13:51 24.09.2015
Zehntklässler des Louise-Henriette-Gymnasiums würfeln und setzen Jetons ein. Sie erfahren, warum die Bank immer gewinnt. Quelle: Marion Bergsdorf
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Oranienburg

Was tun, wenn man im Lotto gewinnt? Die Schule abbrechen, den Job kündigen, ein Auto kaufen oder den bisherigen Lebensstil beibehalten?

Zehntklässler des Louise-Henriette-Gymnasiums absolvierten am Mittwoch einen Glücksspielsucht-Präventionsparcours. Sie beantworteten Fragen zur Spielsucht. Dabei ging es auch um Fähigkeiten, die vorbeugend wirken. So zum Beispiel, ob man „Nein“ sagen und glücklich sein kann. „Ich habe hier etwas über mich erfahren, zum Beispiel, welche Arten des Glücks mir gefallen“, sagt Séraphine Schilke und kreuzt das Glück des Moments an. Das können eine Massage, der erste Schluck bei Durst oder Zärtlichkeit sein.

An einer weiteren Station dürfen die Schüler würfeln und Jetons wie im Casino einsetzen. Bei diesem Spiel geht es um die Gesetze der Wahrscheinlichkeit. Die Schüler erfahren, warum die Bank immer gewinnt. Bei insgesamt 36 Zahlenkombinationen sind die Spieler nur zu einem Drittel die Gewinner, zwei Drittel streicht die Bank ein. „Das machen die Spieler oft falsch, sie unterschätzen die Wahrscheinlichkeit“, erklärt Spielbetreuer Daniel Zeis vom Bezirksverband Potsdam der Arbeiterwohlfahrt.

Letzterer gehört dem Netzwerk Frühe Intervention bei pathologischem Glücksspiel im Land Brandenburg an, das 2008 nach dem Staatsvertrag gegen Glücksspielsucht im Land Brandenburg installiert wurde und den jährlichen Aktionstag, der am Mittwoch bundesweit stattfand, organisiert. Nach Potsdam, Cottbus, Neuruppin und Franfurt (Oder) fand er jetzt in Oranienburg statt. Als Partner wurde die Stadtbibliothek der Kreisstadt gewonnen. Dort gab es am Nachmittag Vorträge von Experten zur ambulanten Beratung und Behandlung von Glücksspielern sowie zur Glücksspielsucht und exzessiver Mediennutzung. „Der Aktionstag ist wichtig, wir sehen ja, dass Kinder stundenlang an der Spielestation sitzen. Auch die Handynutzung ist zwanghaft. Neulich habe ich bei einer Führung für die 7. Klasse zum ersten Mal gefordert, dass die Handys weggesteckt werden, sonst hätte niemand zugehört“, sagt Bibliotheksleiterin Katharina Bölke.

Standort des Netzwerkes in Oberhavel ist die Caritas-Suchtberatung in Oranienburg, Bernauer Straße 100, 03301/5 74 50. Leiterin Berit Ohlrich erklärt: „Von unseren 400 Patienten im Jahr sind 40 spielsüchtig. Fast alle sind ledige Männer zwischen 20 und 30 Jahren.“ Die Herausforderung besteht laut Ohlrich darin, in den nächsten Jahren eine Selbsthilfegruppe für Spielsüchtige in Oranienburg aufzubauen.

Die Zehntklässler des Henriettegymnasiums zählen nach dem Parcours die Gründe für Spielsucht auf: Einsamkeit, Langeweile, Neugier, Gruppenzwang, Schulden. Sie wollen wissen, was Therapeuten raten. „Wir erklären, dass die Spielhalle nicht das Wohnzimmer und der Automat nicht der Freund sind. Die Patienten müssen herausfinden, was und wer ihnen gut tut“, sagt Carmen Koynowski von der Suchtprävention.

Von Marion Bergsdorf

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