Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Wenn es im Sommer schneit
Lokales Oberhavel Wenn es im Sommer schneit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 20.08.2017
Johann und Martha Eger aus Nieder Neuendorf standen schon öfter vor der Kamera, wie beispielsweise bei dem Film „Schnee im Sommer“ (kleines Foto). Quelle: Fotos: Marco Paetzel
Anzeige
Nieder Neuendorf

Es ist ein sonniger Vormittag in Nieder Neuendorf, das Quecksilber ist auf 20 Grad Celsius geklettert. Wäre es jetzt eigentlich undenkbar, dass im nächsten Moment Schnee fallen könnte? Nein, sagt einer, der es wissen muss. „Dieses Phänomen könnte wegen des Klimawandels bei uns bald auftreten“, doziert Johann Eger. Er ist aber kein Meteorologe, sondern ein 10-jähriger Grundschüler. Der strohblonde Junge lümmelt beim Interview mit der MAZ im Wohnzimmer seiner Mutter, Nieder Neuendorfs Pfarrerin Barbara Eger, herum.

Johann hat bei den Dreharbeiten zur ZDF-Produktion „Schnee im Sommer“ mitgespielt, genau wie seine Schwester Martha (7). Der Film spielt anno 1816, das als „Jahr ohne Sommer“ in die Weltgeschichte eingegangen ist. Ursache war damals der Ausbruch des Vulkans Tambora auf Indonesien. Er spie mehr als 150 Kubikkilometer an vulkanischem Material aus. Im Film laufen Johann und Martha durch eine historische Kulisse, spielen mit einem Stoffball und einem alten Rad. „Und dann sollten wir so tun, als wären wir total überrascht, dass es jetzt schneit.“ 20-mal musste gedreht werden, dann war die Szene endlich im Kasten. Die Dreharbeiten fanden am 20. Juli in den Babelsberger Filmstudios statt. „Gesendet wird das Ganze am 10. September, ab 19.30 im ZDF bei TERRA X“, erzählt Mutter Barbara Eger.

Es war nicht die erste Rolle ihrer Kinder. Zweimal waren sie in der Kult-Sendung „Löwenzahn“ schon als Komparsen dabei. Der berühmte Wohnwagen, in dem nun Fritz Fuchs statt Peter Lustig lebt, steht ebenfalls in Hennigsdorf. Und er war für die Kinder der Einstieg ins Schauspielgeschäft. „Es wurden zwei Kinder für den Dreh gesucht, da haben wir zugesagt“, so Barbara Eger. Auch bei der neuen ZDF-Serie „Das Pubertier“, die ab dem 7. September ausgestrahlt wird, spielt ihr Johann mit. Gedreht wurde in der Berliner John F. Kennedy-Schule. „Einmal durchs Bild laufen, das war’s aber schon“, sagt der Junge.

Eigentlich versucht Barbara Eger, ihre Kinder für Dreharbeiten immer im Doppelpack zu vermitteln, aber das klappt nicht immer. Für eine Werbung des Ravensburger-Spieleverlags etwa wurde ein Mädchen in Marthas Alter gesucht. Vom Typ her war die Kleine genau das, was die Werber suchten. Doch es gab ein paar Lücken – aber nicht im Lebenslauf. „Ich hatte vier Zahnlücken, das war ihnen zuviel. Schade“, sagt Martha sichtlich geknickt. Immerhin kann sich das Mädchen vorstellen, später einmal professionell vor der Kamera zu stehen.

Johann ist entspannter, was das Schauspielern angeht. Einen Drehtermin für den UFA-Film „Der Junge muss an die frische Luft“ über Hape Kerkelings Kindheit sagte er wegen eines Zeltlagers ab. Er will Apotheker wie sein Vater werden und sieht seine Zukunft nicht in der Schauspielerei. „Ich sehe mich einfach gerne im Fernsehen und in der Zeitung.“ Und es sei auch gut, sich das Taschengeld aufzubessern. 240 Euro hat er sich bereits am Filmset verdient. „Welcher Junge in meinem Alter hat das schon?“, fragt Johann, der in der Kartei der Agentur „Filmgesichter“ steht.

Mutter Barbara Eger hält er aber auch ohne Drehs auf Trab. Kürzlich war der Zehnjährige bei seinen Großeltern in Erfurt. Er fuhr alleine mit dem ICE zurück und stieg in Spandau mit seinem Koffer aus. Doch wo waren Rucksack und Fußball? Johann hetzte nochmal ins Abteil. Da fuhr der Zug schon los. Der nächste Halt: Hamburg! „Das Personal war nett, ich durfte in der ersten Klasse sitzen und habe Cola und Eis bekommen.“Abends um 21 Uhr war er wieder zurück. Seine Mutter war erleichtert. Auch, weil der stehengelassene Koffer ihres Sohnes auf dem Bahnsteig nicht gesprengt wurde. „Da hatten wir Glück“, sagt die Pfarrerin. Und: Ein bisschen filmreif ist diese Geschichte ja auch.

Von Marco Paetzel

Am Montag, 28. August hat das Warten vieler Veltener ein Ende: In der Poststraße 36/37, in den alten Räumen der Postbankfiliale, eröffnet wieder eine Post. Martin Möller, Betreiber des Eiscafes „Jannys Eis“ betreibt die Filiale als Partnerfiliale in Kombination mit einem Presse-, Tabak- und Lottoangebot.

17.08.2017

Mehrere Aufkleber, die in ihrer Gesamtheit die Form eines Hakenkreuzes ergaben, entdeckte ein aufmerksamer Bürger am frühen Donnerstagmorgen am Bahnhof in Löwenberg.

17.08.2017

Theresa und Max Neumann kennen den Gasthof Niegisch in Schmachtenhagen (Oberhavel) seit ihrer Kindheit. Statt im Hort haben sie hier die meiste Zeit verbracht. Übernehmen wollten sie die Gastwirtschaft der Mutter eigentlich nie. Doch es kam alles anders.

20.08.2017
Anzeige