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Wenn es vor der Schule dicke kommt

Oranienburg Wenn es vor der Schule dicke kommt

Die Polizei war am Montag mit Verkehrskontrollen vor vielen Grundschule im Landkreis Oberhavel präsent. Vor der neuen Comeniusgrundschule in Oranienburg bildeten wahre Menschenströme und jede Menge Autos und Fahrräder ein Verkehrsknäuel.

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Völkerwanderung am Montagmorgen vor der Comeniusgrundschule in Schmachtenhagen.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Kurz nach sieben ist die Jenaer Straße noch wie leer gefegt. Nur wenige Momente später setzt eine regelrechte Völkerwanderung ein: zu Fuß, per Rad und vor allem per Auto. Alle zusammen sorgten Montagmorgen für ein ziemliches Verkehrsknäuel vorm Eingang der neuen Comeniusschule, das selbst Polizeioberkommissar Sven-Eric Kusch überraschte. Seit 1,5 Jahren ist er Revierpolizist in Süd. Natürlich wollte er am 1. Schultag sehen, wie es läuft auf der neuen Straße und vor der neuen Schule. 540 Kinder müssen erst mal ankommen. Viele im Familienauto. Sein Fazit: Es gibt noch Bedarf für Nachbesserungen, es war aber auch ein besonderern Tag. Alles muss sich nocheinspielen.

„Das wird wohl Ärger geben“

Montagmorgen regnete es zum Teil in Strömen, da wollte jeder seinen Abc-Schützen trocken vor der Tür aus dem Auto laden. Verständlich. Zudem war der Ranzen der Erstklässer besonders schwer. Vieles bleibt anschließend in der Schule. „Trotzdem wird nachzubessern sein, findet Kusch. Weil die Parkplätze nicht reichten, wichen viele in die Nebenstraßen, auf die Sandwege vor Grundstücken, aus. „Das haben die Anwohner schon befürchtet. Das wird wohl Ärger geben.“ Von dort aus überquerten ganze Familien den Kreisel. Der war aber voll befahren. „Es ist auch ungünstig, dass auf der Jenaer Straße auf Höhe Blumenmarkt Autos parken.“ Das sorgte für eine Rückstau bis auf die Berliner Straße.

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Am ersten Schultag waren Polizisten in ganz Oberhavel zur Schulwegsicherung im Einsatz. Insgesamt fiel die Bilanz positiv aus, es gab keine Unfälle. 48 Ordnungswidrigkeiten wurden geahndet, darunter waren fünf Temposünder. An sieben Fahrrädern wurden Mängel festgestellt. Die MAZ war in Oranienburg und Schmachtenhagen vor Ort.

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„Eltern wiesen darauf hin, den breiten Gehweg zu Schule als Geh- und Radweg auszuweisen“, so Kusch. Ansonsten müssten die begleitenden Eltern auf der Straße radeln, nur die Sprösslinge oben. Montag mussten jedoch wegen Überfüllung des Wegs eh fast alle absteigen: Zu groß war der Strom der Ankommenden.

Zu dem gehörte Anja Alshuth aus Oranienburg. Tochter Annalena (10) hatte nach einem Schulwechsel ihren ersten Tag in der Comeniusschule. Anja Alshuth erwartete ihre Tochter an der Schule. Sie ist mit dem Auto vorneweg gefahren: „Wir haben das eine Woche lang geübt, jetzt fährt sie allein von der Augustastraße.“ Endlich biegt sie um die Ecke, kommt sicher an.

Erster Schultag in Schmachtenhagen

Erster Schultag war auch für Constantin in der Grundschule von Schmachtenhagen. Gebracht mit dem Auto von Vati Thomas Kullmann. Bald soll der Junge zur Schule laufen oder mit dem Fahrrad fahren. „Das werden wir noch üben“, sagt er. Auch Andrea Rieck lädt auf dem Weg zur Arbeit ihre Tochter Melena an der Grundschule aus. „Sie kennt den Weg, aber ich bringe sie immer.“

Gerade auf nicht selten schnelles und hektisches Ausladen der Kinder aus dem Auto hat Oberkommissar Frank Fiedler ein Auge. Seit knapp 20 Jahren ist er zuständig auch für die Ortsteile Lehnitz und Wensickendorf. bleibt es bei Ermahnungen und gutem Rat. „Eigentlich darf dort gar nicht geparkt werden“, sagt er und zeigt auf den Sandstreifen vor der Kita gegenüber der Schule. Aber wo sollen die Leute hin? „Kinder nie zur Straßenseite aussteigen lassen“, mahnt er. Manches Kind sei auch falsch angeschnallt: „Wenn der Gurt am Hals sitzt, besteht große Verletzungsgefahr beim Bremsen.“ Manche Mutter radelt forsch auf dem Radweg in der verkehrten Richtung: „Man muss doch Vorbild sein!“, fordert der Revierpolizist.

Auf der Dorfstraße wälzt sich derweil eine Blechlawine vorüber: Angesichts der Polizei fahren alle 30. Fast alle. Nebenbei hat Frank Fiedler noch einen Lkw rausgefischt, der seine Ladung nicht richtig gesichert hatte und er hat mehrere „Einäugige“ auf kaputte Leuchten hingewiesen. Heute steht er vor der Lehnitzer Grundschule.

Worauf zum Schulanfang besonders zu achten ist

Kraftfahrer sollten beachten, dass Kinder Geschwindigkeiten und Entfernungen noch nicht richtig einschätzen können. Sie treten oft spontan auf die Fahrbahn.

Kinder im Auto anschnallen – ohne Ranzen auf dem Rücken – und nicht zur Fahrbahnseite aussteigen lassen!

Den sichersten Schulweg nutzen und ihn mehrfach üben.

Kinder, die mit dem Rad zur Schule fahren, begleiten. Kinder beherrschen zwar das Rad, aber nicht den Straßenverkehr. Helm nicht vergessen.

Insgesamt wurden bei Verkehrskontrollen in Oberhavel gestern 48 Ordnungswidrigkeiten geahndet.

Von Heike Bergt

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