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Oberhavel Wenn geschätzte Kollegen gehen
Lokales Oberhavel Wenn geschätzte Kollegen gehen
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00:19 11.12.2017
Peter Dietrich verabschiedet Ines Richter (l.) und Monika Hamperl als Familienberaterinnen. Quelle: Stefan Blumberg
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Gransee

Eine Ära geht zu Ende. In den nächsten Wochen verlassen zwei Pfeiler die Erziehungs- und Familienberatungsstelle des Deutschen Roten Kreuzes. Ines Richter (Januar) und Monika Hamperl (April) – sie waren/sind in Gransee und Oranienburg im Einsatz. Beide gehen in den Ruhestand. Am Donnerstag wurden sie von Kolleginnen und Kollegen verabschiedet. „Es sind zwei verdienstvolle und geschätzte Kolleginnen, die wir verlieren“, sagte Peter Dietrich, Fachbereichsleiter für soziale Arbeit und Beratungsarbeit im DRK Kreisverband Märkisch-Oder-Havel-Spree und zugleich Leiter der Familienberatungsstellen in Hennigsdorf, Oranienburg und Gransee. „Uns wird Kompetenz verlassen“, sagte er.

Beide Frauen arbeite(te)n 27 Jahre lang in dem Metier in Gransee – im Auftrag des Kindes- und Familienwohls. „Immer an derselben Stelle“, sagte Ines Richter am Donnerstag. Dabei hatte es etliche Träger gegeben, die sich um beide gerissen hätten, so Peter Dietrich. In der Tat arbeiteten sie bei unterschiedlichen Trägern, aber nur aus dem Grund, weil die ständig gewechselt hätten: 1992 bei der AWO, 1998 DRK, 2000 Immanuel-Kant-Diakonie und 2006 wieder beim DRK. Die Träger kamen und gingen – Ines Richter und Monika Hamperl blieben.

Beratungsstelle in Gransee aufgebaut

Ines Richter zog 1988 mit ihren Töchtern nach Gransee, wie sie sagte. Die Schulpsychologin bekam ein Zimmer mit einer Couch. „Das musste wohl so sein.“ Die Wende ließ nicht lange auf sich warten – dann ging es los mit dem Aufbau der Beratungsstelle für Eltern, Erzieher und Jugendliche. Beide – Ines Richter und Monika Hamperl – bauten sie in Gransee auf. „Es waren turbulente Jahre“, so die Schulzendorferin Ines Richter. Mit Mitte 30 hätte sie eine sechs-, siebenköpfige Beratungsstelle geleitet. Sie ließ die Jahre am Donnerstag Revue passieren, zauberte einige Zeitdokumente wie Zeitungsartikel oder Bilder herbei. Sie erinnerte an finanzielle Probleme der Träger, an die veränderten Inhalte ihrer Arbeit, „an den Gestaltungsspielraum“, den sie hatte, an die „vielen tollen Kollegen“.

Etwa 10 000 Familien hätten beide Frauen in den 27 Jahren beraten, so Peter Dietrich. „Sie haben den Familien Kraft, Stolz, Mut und Kreativität wiedergegeben.“ Ines Richter stellte unlängst eine Frau vor, die von ihr begleitet wurde. Jetzt hat sie zwei Kinder und steht fest im Leben. Momente, die man genießt.

Stundenumfang in Gransee soll aufrechterhalten werden

Bis jetzt arbeiten drei Beraterinnen des DRK an zwei Tagen in der Woche in Gransee, sonst in Oranienburg und Hennigsdorf. Künftig werden es zwei sein. „Wir möchten den Stundenumfang hier trotzdem halten“, so Peter Dietrich. Gerlind Groß und Sandra Gräber (ab April) werden die Aufgaben übernehmen. „Es wird nicht leicht, da Monika und Ines auch über Netzwerke verfügen. Sie verschafften diesen Stellen das Renommee“, so Peter Dietrich.

Gerlind Groß kamen bei der Verabschiedung Tränen, da ihr der Ausstieg der beiden Frauen unwirklich vorkommt. Sie stellt sich der Aufgabe und benannte einige Erkenntnisse ihrer Arbeit; so, dass die Familienprobleme vielschichtiger geworden seien; dass die Berater die Familien begleiten statt bevormunden würden; dass jeder selbst seines Glückes Schmied sei. Und sie machte Mut: „Familien ohne Stärken gibt es nicht!“

Peter Dietrich gönnt beiden ausscheidenden Frauen ihren Ruhestand, sie würden in den „Club der unbegrenzten Freizeit“ gehen. Ines Richter sagte, „dass ich mich auf den neuen Lebensabschnitt freue“, auch wenn sie und auch Monika Hamperl ihren Nachfolgern künftig (bei Bedarf) zur Seite stehen werden. Unvergessen bleibt, dass es bei allen Turbulenzen in den 27 Jahren eine Konstante gegeben hat: Die Telefonnummer der Beratungsstelle blieb immer gleich: 2249.

Von Stefan Blumberg

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