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Wenn sich die Kanzlerin ansagt

Oranienburg Wenn sich die Kanzlerin ansagt

Am Freitag wird bei Takeda an der Lehnitzstraße das neue Produktionsmodul eingeweiht. Eine Investition in Höhe von 100 Millionen Euro. Kanzlerin Angela Merkel sieht sich den Neubau an.

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Lange her: Kräne drehten sich im Oktober 2015 über dem Neubau.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Ob per Helikopter oder Limousine, das ist wie immer Top Secret! Auf jeden Fall bereitet sich Oranienburg nach vier Jahren wieder auf einen Besuch der Kanzlerin vor. 2013 kam Angela Merkel im Wahlkampf nach Oranienburg, trug sich dabei auch ins Goldene Buch der Stadt ein. Diesmal führt ihr Weg zum Oranienburger Pharmariesen Takeda, der in den vergangenen drei Jahren 100 Millionen Euro in den dritten Erweiterungsbau investiert hat. Das Unternehmen mit Sitz an der Lehnitzstraße.

„Rund 500 Gäste werden dort am Freitag erwartet“, so Hans-Joachim Kaatz, Takeda-Geschäftsführer und Leiter des Millionenprojekts. Der Neubau sei im Wesentlichen fertig. Nach der Kanzlerinnen-Visite finde die „pharmazeutische Inbetriebnahme“ statt. An der Führung durch den Neubau nimmt nur eine kleine Gruppe von Personen teil, zu der neben Merkel, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), der japanische Botschafter Takeshi Yagi und Christophe Weber, President und CEO der Takeda Pharmaceuticals Company LTD ist.

Im Erdgeschoss wird sich die Kanzlerin umsehen: Hier befindet sich die neue Verpackungsstrecke für Tabletten und Kapseln. „Wir liegen insgesamt im Budget und bleiben auch in den Takeda-Zeitvorgaben“, so Geschäftsführer Kaatz. Mit dem Neubau „können wir künftig mehr hoch anspruchsvolle, komplexe Produkte herstellen“. Medikamente in kleinen Mengen, so genannte personalisierte Medizin, auf Patienten individuell zugeschnitten. „Es sind Takeda-Eigenentwicklungen aus den USA und Japan, die dort getestet worden sind und hier auf Großmaschine hergestellt werden. Damit schaffen wir den Sprung zur Spezialisierung, die den Standort aufwerten und weiter sichern wird.“ Von den 100 Millionen Euro Investitionen wurden in die Spezialtechnik rund 80 Millionen investiert, 20 Millionen in den Bau. Für Hans-Joachim Kaatz, der zu DDR-Zeiten im Pharmaunternehmen gelernt hatte, ist das Bauprojekt Abschluss einer beruflichen Karriere. Im März 2018, wenn mögliche „Kinderkrankheiten“ des Erweiterungsbaus ausgeheilt sind, geht er in den Ruhestand.

Nach Rundgang und Ansprachen schließt sich ein Regionalforum zum Thema „Wir in Berlin-Brandenburg“ an, an dem auch Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD) teilnimmt. „Es wird sicher keine Zeit sein, um große Botschaften an die Kanzlerin loszuwerden, solche Besuche sind zeitlich immer sehr eng gestrickt“, gibt er zu bedenken. Sagen will er ihr aber auf jeden Fall: „wie wichtig es ist, dass die Bundesregierung dauerhafte Lösungen findet in Sachen Kosten der Bombensuche“, um Oranienburg endlich finanziell stärker zu entlasten.

Seit 25 Jahren fährt die Speditionsfirma Koczessa für das Pharmaunternehmen vis a vis. „Wir betreuen die internationalen Gäste im Vorfeld der Einweihungsfeier“, so Kathrin Koczessa. Das Unternehmen mit 20 Mitarbeitern ist auf den Transport von pharmazeutischen Waren spezialisiert. „Der Ausbau von Takeda ist für uns natürlich wichtig und es ist zweifellos eine Wertschätzung, wenn die Kanzlerin sich hierher auf den Weg macht.“ „Einen ganz normalen Tag“, erwartet hingegen Rewe-Marktchef Andreas Lück. Und wenn es sich doch mal für eine halbe Stunde staut, sei das zu verkraften.

Die Polizei der Inspektion Oberhavel bekommt am Freitag Verstärkung durch die Bereitschafts- und Verkehrspolizei. Wie viele Beamte im Dienst sind, hält Sprecherin Dörte Röhrs geheim. „Wir sorgen dafür, dass An- und Abreise flüssig, sicher und pünktlich laufen.“

Von Heike Bergt

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