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Wer wird Bürgermeister in Oranienburg?

Oranienburg Wer wird Bürgermeister in Oranienburg?

Kerstin Kausche (CDU) und Alexander Laesicke (parteilos) kämpfen in einer Stichwahl am Sonntag um das Amt des Bürgermeisters in Oranienburg. In der Woche vor der Wahl waren beide zum letzten großen Gespräch in der MAZ-Redaktion und beantworteten Fragen, die den MAZ-Lesern auf den Nägeln brennen.

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Die beiden wollen ins Bürgermeisterbüro von Oranienburg: Kerstin Kausche (l.) und Alexander Laesicke.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Am kommenden Sonntag, 15. Oktober, haben es die Oranienburger in der Hand, wer ihr künftiger Bürgermeister wird. Da es bei der Wahl am 24. September keinen eindeutigen Sieger gab, treten am Sonntag Kerstin Kausche (CDU) und Alexander Laesicke (parteilos) gegeneinander an. Sie hatten mit 22,4 Prozent (Kausche) und 20,6 Prozent (Laesicke) der abgegebenen Stimmen die besten Ergebnisse erzielt.

Wer darf wählen?

Wahlberechtigt sind am Sonntag alle, die ihren Wohnsitz in Oranienburg haben und das 16. Lebensjahr vollendet haben. Die 32 Urnen-Wahllokale haben von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Die Wahlbenachrichtigung vom 24. September bleibt gültig. Es reicht aber auch, den Personalausweis vorzuzeigen. Da es am 24. September sehr viele Briefwähler gegeben hatte, wird ein weiteres Briefwahllokal eröffnet, so dass nun sechs davon zur Verfügung stehen. Dafür wurde die Besetzung der Wahlvorstände in den Urnenwahllokalen reduziert. Im Bürgeramt stehen Wahlkabinen, damit Wahlberechtigte, die zur Stichwahl am 15. Oktober verhindert sind, bereits ihre Stimme direkt vor Ort zu den üblichen Öffnungszeiten des Bürgeramtes abgeben können. Alle, die zur Hauptwahl einen Wahlschein beantragt haben, bekommen die Unterlagen zugesandt. Es besteht auch die Möglichkeit, die Zusendung der Briefwahl-Unterlagen formlos unter buergeramt@oranienburg.de zu beantragen.

Welche Stimmenanzahl muss erreicht werden?

Bei der Stichwahl am kommenden Sonntag hat derjenige gewonnen, der mehr als die Hälfte der abgegebenen, gültigen Stimmen auf sich vereint. Diese Stimmenzahl muss 15 Prozent der wahlberechtigten Personen betragen. Wie viele Wahlberechtigte es in Oranienburg gibt, steht erst am Freitag um 18 Uhr nach Schließung des Wählerverzeichnisses fest. Nach der Auszählung liegt am Sonntagabend erst ein vorläufiges Wahlergebnis vor. Der Wahlausschuss tagt am Mittwoch, 18. Oktober, 18 Uhr im Konferenzraum, Haus I, des Schlosses, um das endgültige Ergebnis bekannt zu geben.

Wird die erforderliche Stimmenzahl nicht erreicht, das heißt, es gibt keinen Gewinner, dann wird das Personalamt die Stelle des Bürgermeisters öffentlich ausschreiben. Darauf kann sich prinzipiell jeder bewerben. Die Stadtverordneten entscheiden am Ende, wer die Stelle bekommen soll.

Fragen an die Kandidaten:

1.Wer sind Kerstin Kausche und Alexander Laesicke?

2. Warum glauben Sie, am Sonntag die besseren Karten zu haben?

3. Wo haben Sie in den letzten drei Wahlkampfwochen ihre Schwerpunkte gesetzt: in der Innenstadt oder in den Ortsteilen?

4. Was könnten Sie jedem Wähler hundertprozentig in die Hand versprechen?

5. Was sind Ihre Ziele, was steht in Ihrem Wahlprogramm?

6 Was würden Sie in der Verwaltung ändern?

7. Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

8. Leserfrage von Doreen Klewitz: Denkt auch einer an die Jugend und an Jugendclubs? Es wird immer nur an die Kleinen gedacht.

Kerstin Kausche (CDU) antwortet:

1. Ich bin seit 30 Jahren bewusst Oranienburgerin und eine erfahrene Verwaltungsfrau.

2. Weil es schon beim ersten Mal so war. Und ich hoffe, dass die Wähler an der Zukunft der Stadt interessiert sind, dazu gehört auch Verwaltungsarbeit.

3. Ich habe mich auf beides konzentriert,weil ich diejenigen, die von mir überzeugt waren, wieder mitnehmen möchte. Und andererseits an die rangehen wollte, die mich beim ersten Mal nicht gewählt haben.

4. Dass es der Stadt weiter so gut geht wie bisher und dass die Bürger künftig mehr beteiligt werden.

5. Fangen wir mit der jüngsten Stadtverordnetenversammlung an. Da war ja zu hören, dass gerade das Thema Essenversorgung in Kitas und Grundschulen als unwirtschaftlich angesehen wird durch die Verwaltung und deswegen im Augenblick nicht weiter beachtet wird, zumindest nicht im Haushaltsplan. Das geht so natürlich nicht. Also bei dem großen Thema Essenversorgung, da müssen wir was tun, wir müssen da vorankommen. Natürlich auch mit dem ganzen Thema Bauen von Schulen und Kitas, aber eben auch mit der eigenen Essenversorgung. Da bin ich auch überzeugt, dass das geht. Und das kann man auch nicht an der Wirtschaftlichkeit messen, es geht um die Kinder. Zum anderen sind Schwerpunkte natürlich der Stadtbus. Und was ganz wichtig ist, dass die Bürgerbeteiligung wirklich ernst gemeint ist. Also, dass es auch einen Stadtelternrat gibt. Wir müssen Möglichkeiten finden, Interessenvertretungen genauso einzubeziehen wie es beim Seniorenbeirat und den Behinderten schon funktioniert.

6. Ich würde nicht viel ändern, außer den Umgang miteinander. Es sollte in der Verwaltung eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zum Wohle der Stadt und ihrer Einwohner geben.

7. Ich würde wie bisher zu Weihnachten durch alle Büros gehen, gucken wie die Stimmung ist und sagen: Hier bin ich wieder.

8. Jugendclubs sind etwas aus der Mode, ich denke an offene Jugendtreffs, auch in der Kernstadt. Da gibt es Ideen am oder im Schlosspark. Oder die Einfliegerhalle in Verbindung mit einem Club als Ersatz für die „Alte Fleischerei“. Als Verwaltung könnte man den Investor unterstützen.

Alexander Laesicke (parteilos) antwortet:

1. Ich bin ein junger, dynamischer Oranienburger, der hier tief verwurzelt ist. Deshalb ist das Bürgermeisteramt mein Traumjob.

2. Ich habe mehr Wählerpotential,weil die ausgeschiedenen Mitkandidaten mir näher stehen. Ich habe das bessere Gesamtpaket, bin authentischer und glaubwürdiger.

3. Ich war in beiden Bereichen unterwegs, denn ich möchte die Leute zur Wahl mobilisieren, weil ich befürchte, dass sie die Stichwahl nicht so ernst nehmen oder gar nicht wissen, dass eine stattfindet. Und zum anderen möchte ich die Unentschiedenen auf meine Seite ziehen.

4. Ich bin unabhängig und nicht käuflich.

5. Die Ziele sind im Prinzip vorgegeben, und die haben sich auch im Wahlprogramm oder Wahlkampf sehr herauskristallisiert. Das sind die Probleme einer wachsenden Stadt, also wir brauchen mehr Wohnraum, müssen aber auch gucken, wo unsere Grenzen sind für die Entwicklung der Stadt, weil wir uns auch unsere Natürlichkeit bewahren wollen. Wir müssen massiv in Kitas und in Grundschulen investieren, und wir brauchen ein ordentliches Bussystem, da müssen wir uns mit dem Landkreis schwer ins Benehmen setzen. Unser Schicksalsproblem bleibt weiterhin natürlich die Bombenbelastung in der Stadt und die Finanzierung der Bombenräumung.

6. Es müsste eine neue Spitze geben, zum Beispiel einen Sozialdezernenten. Vor allem würde ich die Prozessabläufe optimieren. Bei der Digitalisierung besteht noch erhebliches Potenzial. Die Grundstimmung ist gut, das soll so bleiben.

7. Ich würde alle Mitarbeiter der Stadt in die Orangerie einladen, mich grundsätzlich vorstellen und meine Rahmenbedingungen erklären. Zum Beispiel, dass es keine Privilegien gibt für Menschen, die mir nahe stehen. Oder wie man mit dem Duzen umgehen sollte.

8. Ich finde, wir sollten Jugendliche nicht gegen Kinder ausspielen, oder Senioren. Das Feld der Jugendlichen ist schwer zu definieren. Die Interessen sind sehr unterschiedlich. Wieder eine Disco in Oranienburg wäre besser, als wenn die Jugendlichen dafür durch die Welt reisen müssen.

Von Andrea Kathert

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