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Oberhavel Werden nicht alle Flüchtlingshäuser gebraucht?
Lokales Oberhavel Werden nicht alle Flüchtlingshäuser gebraucht?
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11:34 19.09.2016
Freitagmittag hatten die Bauarbeiter auf dem Gelände noch gut zu tun. Quelle: Robert Roeske
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Kremmen

Klaus-Jürgen Sasse (SPD) sorgte am Donnerstagabend bei der ersten Runde der Kremmener Bürgermeister-Kandidaten in „Meyhöfers Gasthaus“ für einen Paukenschlag. Wie er sagte, habe er vom Landkreis Oberhavel den Vorschlag unterbreitet bekommen, ein bis zwei Häuser der Flüchtlingswohnanlage in der Berliner Straße sofort für den Wohnungsmarkt freizugeben.

Das würde bedeuten, dass nur sieben oder acht der neun Häuser auf dem Gelände von Flüchtlingen bezogen würden.

„Ich würde das begrüßen“, sagte Klaus-Jürgen Sasse am Freitag. Nun sei jedoch eine komplette Umplanung notwendig. Möglich sei, dass die Woba ein oder zwei Häuser gleich übernehme und sie für Vermietungen zur Verfügung stelle. Laut dem Bürgermeister habe es schon erste Gespräche mit Eckhard Kuhn, mit Geschäftsführer der Kremmener Wohnungsbaugesellschaft, gegeben. Die Finanzierung des Projektes sei noch nicht geklärt. Dazu soll es im Laufe der nächsten Woche weitere Auskünfte geben.

Seitens des Landratsamtes gibt es für diese Überlegungen keine konkrete Bestätigung. „Fest steht, dass der Landkreis einen gültigen Mietvertrag mit der Stadt Kremmen geschlossen hat und bislang keine Änderungen vorgenommen wurden“, sagt Kreis-Pressesprecher Ronny Wappler. „Aufgrund des verspäteten Fertigstellungstermins muss es allerdings eine Anpassung des Mietvertrages geben.“ Nach seinen Worten liegt der Ball bei der Stadt Kremmen. „Sollte die Stadt eine vertragliche Anpassung anstreben, dann wird die Landkreisverwaltung die hierfür notwendigen Gespräche zu führen haben, immer unter der Maßgabe, die uns anvertrauten Menschen unterbringen zu können“, so Ronny Wappler am Freitag.

In der Tat müssen die Kremmener selbst entscheiden, wie es auf der Wohnanlage konkret weiter gehen soll. Bis jetzt ist der Plan, dass Anfang Oktober der Landkreis alle neun Häuser für mindestens drei Jahre mietet und bis zu 240 Flüchtlinge dort einziehen. 3,55 Millionen Euro kostet das Projekt nach jetzigem Stand. Es würde refinanziert durch die Mieteinnahmen.

Der Aufsichtsrat der Woba muss ebenso darüber entscheiden wie die Kremmener Stadtverordnetenversammlung. Dort dürfte dieses Thema für neuen Zündstoff sorgen. Auch, weil darüber hinaus ein weiteres Wohnungsbau-Projekt ins Stocken gerät. An der Ruppiner Chaussee, im Wohngebiet „An der Hörste“ sollen Mehrfamilienhäuser entstehen. Das Projekt ist auf der Kippe, denn die Kommunalaufsicht bezweifelt den hohen Bedarf in Kremmen, gäbe es doch an der Berliner Straße nach dem Auszug der Flüchtlinge 36 Wohnungen. „Im Moment haben wir 30 ernsthafte Bewerbungen für Wohnungen“, sagt Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse. Wenn aber zusätzlich zur Anlage an der Berliner Straße weitere Woba-Wohnungen entstünden, könnte es sein, dass Kremmen über den Bedarf hinaus baut, so die Kommunalaufsicht. Die Kremmener müssen das Thema in den kommenden Wochen komplett neu überdenken.

Von Robert Tiesler

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